Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hoffnung Meeresenergie

15.03.2012
Mit seinen langen Küsten verfügt Frankreich über ein großes Potenzial an Meeresenergie, sowohl im Mutterland als auch in den Überseegebieten.

Aufgrund des wachsenden Interesses großer Unternehmen sowie der Regierung wurde am 8. März 2012 in Nantes (Pays de Loire – West-Frankreich) ein neues Forschungszentrum für Windenergie eröffnet. Im Rahmen des Programms Zukunftsinvestitionen [2] untersucht das Unternehmen SBM Offshore gemeinsam mit dem IFREMER (französisches Forschungsinstitut zur Nutzung der Meere) und der Ingenieurhochschule (Ecole Centrale) in Nantes das Potenzial bei der Nutzung von Wellenenergie.

Zur Nutzung der Kraft des Meeres werden verschiedene Technologien entwickelt bzw. ausgebaut. So betreibt EDF bereits seit 1967 das weltweit größte Gezeitenkraftwerk [1] in La Rance (Bretagne) mit einer Kapazität von 240MW. Dennoch gilt es aufgrund seiner Umweltauswirkungen nicht als Vorzeigemodell. Es werden neue Meerestechnologien im Industriemaßstab getestet, die die Kriterien des Umweltschutzes berücksichtigen.

Im Rahmen des Programms Zukunftsinvestitionen [2] untersucht das Unternehmen SBM Offshore gemeinsam mit dem IFREMER (französisches Forschungsinstitut zur Nutzung der Meere) und der Ingenieurhochschule (Ecole Centrale) in Nantes das Potenzial bei der Nutzung von Wellenenergie.

Das Start-up-Unternehmen Nenuphar forscht an der Entwicklung einer schwimmenden Windkraftanlage mit einer senkrechten Drehachse. Das Projekt heißt Vertiwind und wird von der französischen Öl- und Gas-Ingenieurgesellschaft Technip geleitet und von Converteam und EDF EN unterstützt.

2013 könnte bereits das konkurrierende Projekt Winflo der Marinewerft DCNS, Nass&Wind, Vergnet, Saipem, ENSTA Bretagne und des IFREMER gestartet werden.
Die Technologie der Gezeitenturbinen ist sicher die mit dem größten Potential. Gezeitenströme können eine Geschwindigkeit von bis zu 5m/sec erreichen und somit die Turbinen zur Stromerzeugung aktivieren. Entsprechende Tests wurden im Oktober 2011 im französischen Meer gestartet (siehe WF-Artikel vom 07.10.11 [3]). Die Ergebnisse werden seit Januar 2012 von der DCNS analysiert. EDF geht davon aus, dass diese Technologie bereits in 10 bis 15 Jahren marktreif ist.

Ein weiteres Projekt der DCNS und des IFREMER zielt auf die thermische Meeresenergie ab, die zum Betrieb der Meereswärmekraftwerke (engl. Ocean thermal energy conversion – OTEC) genutzt wird. Diese Anlagen gewinnen Energie aus der Temperaturdifferenz zwischen warmem Oberflächenwasser und kälterem Tiefenwasser.

Für all diese Technologien sind Tests im großen Maßstab und direkt im Meer notwendig, wo die Bedingungen für die Anlagentests besonders schwierig sind. Einige wurden in Partnerschaften realisiert, wie zum Beispiel für die OTEC-Technologie vor den Inseln von La Réunion (DCNS-IFREMER) oder die Gezeitenturbine in der Bretagne (DCNS-EDF).

Zwei neue Forschungszentren werden ebenfalls zu diesem Zweck ins Leben gerufen. Das Erste ist das am Donnerstag, den 8. März 2012 vom Minister für Forschung und Hochschulwesen, Laurent Wauquiez, eröffnete Zentrum IRT Jules Verne [4]. Dieser Campus vereint Universitäten, Labore und Unternehmen an einem Standort in Nantes, um neue Fertigungstechnologien komplexer Strukturen für die Bereiche Energie, Transport und Luftschifffahrt zu entwickeln. Dieses Projekt wird über 10 Jahre vom Staat und den Partner-Unternehmen mit 500 Millionen Euro finanziert. Das zweite Zentrum ist ein vom IFREMER geleitetes Kompetenzzentrum: France Energie marine [5]. Das Projekt soll mit 143 Millionen Euro im Rahmen des Programms Zukunftsinvestitionen unterstützt werden. Eine offizielle Entscheidung der Regierung wird erwartet.

[1] Gezeitenkraftwerk la Rance: http://de.wikipedia.org/wiki/Gezeitenkraftwerk_Rance

[2] Weitere Informationen zum Programm Zukunftsinvestitionen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de/de/forschung-in-frankreich/forschungsreformen/zukunftsinvestitionen/

[3] http://www.wissenschaft-frankreich.de/de/energie/der-erste-franzosische-gezeitenturbinen-park/

[4] http://www.irt-jules-verne.fr/

[5] Kontakt IFREMER: Yann-Hervé De Roeck, Leiter des Projekts Plateforme Nationale des Energies marines renouvelables - Adr. Ifremer Bretagne,B.P. 70, 29280 Plouzané - Tél : 00332 98 22 44 95 - E-mail : Yann.Herve.De.Roeck@ifremer.fr

Quellen:
- Artikel aus Les Echos – 07.03.2012 -
http://www.lesechos.fr/entreprises-secteurs/innovation-competences/croissance-verte/0201923904449-l-energie-marine-attire-les-grandes-entreprises-299080.php
- Pressemitteilung der DCNS – 08.03.2012 -
http://fr.dcnsgroup.com/2012/03/08/dcns-partenaire-industriel-majeur-de-
l%E2%80%99institut-de-recherche-technologique-jules-verne-et-du-technocampus-ocean/

Redakteurin: Edith Chezel, edith.chezel@diplomatie.gouv.fr

Marie de Chalup | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Neue Sensortechnik für E-Auto-Batterien
08.12.2016 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Siliziumsolarzelle des ISFH erzielt 25% Wirkungsgrad mit passivierenden POLO Kontakten
08.12.2016 | Institut für Solarenergieforschung GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie