Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochschule Regensburg und Regensburger Unternehmer bauen Reinigungsroboter für Solarmodule

22.07.2009
Gemeinsames Projekt wird mit 1,5 Millionen Euro im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm gefördert

"PV-Servitor" soll der neue Putzroboter für Solaranlagen heißen, den die Hochschule Regensburg gemeinsam mit zwei Regensburger Unternehmen und weiteren internationalen Partnern innerhalb von 24 Monaten zur Serienreife bringen will.

Die Idee dazu hatte Marco Reichel. Der Vorstandsvorsitzende der Regensburger Manu Systems AG besuchte im Jahr 2005 die NASA. Dort sah er einen Inspektionsroboter für Sonnensegel im Weltall. "So entstand die Idee, einen Serviceroboter für Solarkraftwerke auf den Markt zu bringen", erläutert Reichel die Entstehung des Projekts.

Sinn und Zweck des Projekts ist es, die Effizienz von Solaranlagen zu erhöhen. "Gerade bei größeren Flächen kann man enorm Kosten sparen", erklärt Stefan Dobler als Geschäftsführer der Iliotec Solar GmbH. Bis zu 8 Prozent durchschnittlicher Mehrertrag ergebe sich demnach für die Betreiber. Gerade bei großen Anlagen, die mehrere Gigawatt Strom produzieren, erreiche man Ersparnisse im Millionen-Euro-Bereich.

Die Anforderungen an den neuen Roboter sind hoch. Der PV-Servitor soll Solarmodule nicht nur reinigen, sondern auch inspizieren können, damit Verunreinigungen und Schäden rechtzeitig erkannt werden. Im Winter solle er Schnee räumen, im Sommer Staub und Flechten entfernen.

Die technische Entwicklung liegt an der HS.R in der Verantwortung von Prof. Dr. Gareth Monkman. "Der offizielle Projektbeginn ist am 1. September. Wir halten uns bislang noch alle Optionen in Bezug auf Größe und Form des Roboters offen", erklärt Monkman, der den Roboter nicht nur mit üblichen Sensoren ausstatten will. "Denkbar ist alles, auch der Einsatz von Akkustik-Sensoren. Das macht ja angewandte Forschung aus, dass wir Herkömmliches testen, verbessern, neu kombinieren und Neues entwickeln", so der Professor, der an der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik den Studiengang Mechatronik betreut, zudem die Mechatronics Research Unit leitet und Mitglied in den Clustern Sensorik sowie Mechatronik und Automation ist. Dass auch die Studierenden von dem Projekt profitieren werden, ist für ihn selbstverständlich: "Es sind bereits einige Abschlussarbeiten hierzu am Laufen, aber auch die jüngeren Semester werden wir in Form von Projekten einbinden."

"Hinzu kommt der neue Masterstudiengang Applied Research, den wir zum Wintersemester einführen wollen. Der Studiengang soll gute Bachelorabsolventen für die eigenständige Durchführung von wissenschaftlich fundierten anwendungsorientierten Forschungs- und Entwicklungsarbeiten qualifizieren", ergänzt HS.R-Präsident Josef Eckstein. "Ich denke, dass das Projekt dazu beitragen wird, dass unsere Forschungsleistungen noch stärker wahrgenommen werden. Wir haben derzeit rund drei Projekte in dieser Größenordnung. Gerade im Bereich der Sensorik sind wir gut aufgestellt", so Professor Eckstein, der sich freut, dass die HS.R mit diesem Projekt an der europäischen Spitzenforschung beteiligt ist und sich sogar gegen die TU München durchsetzen konnte.

Auch Toni Lautenschläger vom Regensburger Amt für Wirtschaftsförderung freut sich über das internationale Projekt, da dadurch zusätzliche Mittel in die Region fließen. "Es zeigt zudem, dass die Kooperation zwischen der Hochschule Regensburg und den regionalen Unternehmen sehr gut funktioniert. Als Stadt möchten wir unternehmerische Forschungsambitionen aktiv unterstützen. Wir haben daher vor drei Jahren auch eine EU-Koordinatorenstelle eingerichtet", so Lautenschläger, der es als Erfolg sieht, dass mit dem 7. EU-Forschungsrahmenprogramm nun auch mittelständische Unternehmen gefördert werden und es den drei Regensburger Partnern gelungen ist, den größten Anteil dieses Projekts an den Forschungsstandort Regensburg zu holen."

Neben der Hochschule Regensburg, der Manu Systems AG und der Iliotec Solar GmbH sind folgende Partner am EU-Projekt beteiligt: Robotnik Automation S.S.L. (Spanien), Shadow Robot Company Ltd. (Großbritannien), Danish Technological Institute (Dänemark), Profactor GmbH (Österreich), Berner Fachhochschule (Schweiz), sowie die deutschen Firmen IBC Solar AG, Conergy Services GmbH, Solon AG, juwi solar GmbH und die Solarparc AG.

Christian Schmalzl | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-regensburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Stromindikatorklemmen mit Push-in-Anschluss
24.07.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Leiterplatten-Steckverbinder werkzeuglos montieren
24.07.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops