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HGÜ-Verbindung erstmals bei Netzbetrieb aktiviert

16.10.2013
Siemens und der Netzbetreiber Transpower haben erstmals eine große HGÜ-Verbindung in einem aktiven Stromnetz getestet und in Betrieb genommen.

Die neuen Stationen für die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) sichern die Stromversorgung in Neuseeland. In der seit 1965 bestehenden HGÜ-Verbindung zwischen Nord- und Südinsel ersetzt Pol 3 den 47 Jahre alten Pol 1. Zusammen mit Pol 2 überträgt die Leitung nun 1.000 Megawatt (MW) elektrische Leistung.



Alleine Pol 3 hat eine Übertragungskapazität von 700 MW. Jetzt modernisiert Siemens die 20 Jahre alte Station Pol 2. Zusätzlich installiert das Unternehmen eine Anlage zur Kompensation von Blindleistung und modernisiert die Wechselstromfilter in Haywards. Mit dem Abschluss der Arbeiten Ende des Jahres wird die Übertragungskapazität 1.200 MW betragen.

Die HGÜ-Technik vermindert die Verluste elektrischer Leistung bei der Stromübertragung auf langen Strecken und in Seekabeln. Konverterstationen verwandeln den üblichen Wechselstrom in Gleichstrom und transformieren die Spannung auf mehrere 100 Kilovolt. Am Ende der Strecke speisen sie den Strom wieder in das Netz ein.

Neuseeland nutzt die Technik für den Stromtransport zwischen der an Wasserenergie reichen Südinsel und der dichter bewohnten Nordinsel. Die Leitung verläuft über Land und unter Wasser zwischen Haywards nördlich von Wellington und Benmore südlich der Stadt Christchurch.

Erdbebensicher: Große seitliche Auslenkung möglich

Design und Bau von Pol 3 war für die Siemens-Ingenieure eine Herausforderung: Um die Stationen im aktiven Netz zu installieren, wurden die Konstruktionsarbeiten in der Umspannstation so geplant, dass sie während des laufenden Betriebs von Pol 2 stattfinden konnten.

Für die mehrere hundert Einzeltests der Anlage mussten über 100 Zeitfenster gefunden werden, um die Teile der Konverterstation, eingehende Freileitungen oder die HGÜ-Leitung freizuschalten, ohne den kommerziellen Stromtransport und die Versorgungssicherheit zu beeinträchtigen.

Aufgrund der Lage 300 Meter neben einer der aktivsten Störungszonen erfüllt Pol 3 die weltweit schärfsten Anforderungen für Erdbebensicherheit. Unter anderem ist das gesamte Gebäude auf Dämpfern gelagert, die bis zu 700 Millimeter Auslenkung in jede horizontale Richtung erlauben. Für die Hochspannungsgeräte entwickelten die Ingenieure spezielle Dämpfer und flexible Kabelverbindungen.

HGÜ-Technik ist Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz von rund 33 Milliarden Euro erzielte. (2013.10.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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