Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hessen hat Energie - Mit Tiefengeothermie kann in ganz Hessen Strom und Wärme erzeugt werden

15.09.2010
Wärme und Strom können in ganz Hessen mithilfe der Tiefengeothermie erzeugt werden. Das ist das Ergebnis von Untersuchungen des Instituts für Angewandte Geowissenschaften der Technischen Universität Darmstadt, die am Vormittag auf dem 5. Tiefengeothermie-Forum in Darmstadt vorgestellt wurden.

Wie die Ergebnisse der Forschungsarbeiten im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zeigen, weisen die Gesteinsschichten in Hessen mit regionalen Unterschieden meist ab einer Tiefe von etwa 3000 Metern gute Bedingungen für die petrothermale Geothermie auf.

Das Gestein ist dabei meist nahezu wasserfrei und über 150 Grad Celsius heiß. Um die Wärme der Gesteinsschichten nutzen zu können, muss das Gestein von Wasser als Wärmeträger durchflossen werden, das die Energie anschließend an die Oberfläche bringt. Dafür wird das heiße Gestein über eine Förder- und eine Verpressbohrung erschlossen. Durch die Verpressbohrung wird Wasser in das Gestein eingepresst, wo es zirkuliert und sich erhitzt. Anschließend gelangt es durch die Förderbohrung wieder an die Oberfläche.

Im südhessischen Oberrheingraben können darüber hinaus für die Geothermie natürlich vorkommende Thermalwasserschichten angezapft werden. Diese sogenannte hydrothermale Geothermie nutzt wasserführende Schichten, die in einer Tiefe zwischen rund 1000 und 3000 Metern vorkommen und eine Temperatur von mehr als 100 Grad Celsius aufweisen. „Hessen erfüllt an nahezu jedem Ort die Bedingungen für eine tiefengeothermische Nutzung. Jetzt gilt es, in den nächsten Jahren erste petrothermale Systeme zu erschließen und in Feldversuchen deren Betrieb zu erforschen“, erklärte Prof. Dr. Ingo Sass vom Fachgebiet für Angewandte Geothermie.

Das Fachgebiet für Angewandte Geothermie der TU Darmstadt untersucht, wie sich die in der Erdkruste gespeicherte Energie wirtschaftlich nutzen lässt. Geothermische Energie, die zu den regenerativen Energien zählt, kann sowohl direkt als Wärmeenergie als auch zur Erzeugung von Elektrizität oder in Kraft-Wärme-Kopplungssystemen genutzt werden. Außerdem steht sie im Gegensatz etwa zu anderen regenerativen Energien rund um die Uhr zur Verfügung, was sie zur Bereitstellung des Grundbedarfs an Energie zusätzlich besonders geeignet macht. Eine breite Nutzung geothermischer Energie wird helfen, die weltweiten CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren und damit nationale und internationale Ziele des Klimaschutzes zu erreichen.

Am Fachgebiet Angewandte Geothermie der TU Darmstadt wurde im vergangenen Jahr die bundesweit erste Professur für Geothermie eingerichtet. Im Rahmen der Stiftungsprofessur des NATURpur-Instituts für Klima und Umweltschutz, einer Tochtergesellschaft der HSE AG in Darmstadt, sollen in den nächsten Jahren unter anderem die Wechselwirkungen von Gesteinsformationen mit zur geothermischen Nutzung eingebrachten Flüssigkeiten und die Integration geothermischer Systeme in die Netzwerke anderer regenerativer Energien erforscht werden sowie Machbarkeits- und Potenzialstudien für geothermische Kraftwerke angefertigt werden.

Jörg Feuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-darmstadt.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Perowskit-Solarzellen: mesoporöse Zwischenschicht mildert Einfluss von Defekten
18.01.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Ein Supermikroskop für ganz Nordbayern
17.01.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

18.01.2018 | Informationstechnologie

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten