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Hausdach-Solarpanels als Elektroauto-Tankstelle

03.08.2009
Vorarlberg auf dem Weg zur elektrisierten Mobilitäts-Modellregion

20 Quadratmeter mit Solarkollektoren bestückter Dachfläche reichen aus, um einem Elektroauto pro Jahr 10.000 Fahrtkilometer zu ermöglichen.

Davon ist Günther Brauner, Professor und Vorstand des Instituts für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft an der TU Wien, überzeugt. Da diese Fläche selbst in dicht besiedelten Gebieten verfügbar ist, erscheinen Elektrofahrzeuge als attraktive Mobilitätsoption für den städtischen Raum und suburbane Siedlungen.

"Das Elektroauto bietet schließlich den großen Vorteil, emissionsfrei zu sein", betont Brauner gegenüber pressetext. Um Szenarien für eine großflächige Logistik zum Aufladen von Elektroauto-Batterien nicht zuletzt mit Solarstrom zu erarbeiten, begleitet Brauners Team als wissenschaftlicher Partner das Projekt VLOTTE. In seinem Rahmen wird Vorarlberg zur Modellregion für Elektromobilität.

Rund die Hälfte der Weltbevölkerung lebt schon heute in Städten, Tendenz steigend. Der Trend geht dabei zu suburbanen Flächensiedlungen, was sich auf die Mobilität der Stadtbevölkerung auswirkt. "Die Wege zur Arbeit werden immer länger, eine attraktive Versorgung der neuen Siedlungsgebiete mit öffentlichem Verkehr ist jedoch schwierig", weiß Brauner. Er misst dem Auto daher weiterhin eine große Bedeutung als Transportmittel bei. Doch das Elektroauto kann im Nahverkehr eine wesentliche Rolle spielen, so Brauner und sein Team in der 2008 veröffentlichten Machbarkeitsstudie "Solare Mobilität 2030".

Für mit aktuellen Elektroautos leicht mögliche Fahrtstrecken von etwa 30 bis 50 Kilometern seien etwa vier Kilowattstunden Strom erforderlich, so der Wissenschaftler. Dieser Bedarf wäre theoretisch per Solarpanelen auf Hausdächern zu decken. "Sogar in urbanen Ballungszentren wie der Wiener Innenstadt würde die Dachfläche zum vollständigen Umstieg auf Elektroautos ausreichen", ist Brauner überzeugt. Aktuell kämpfen Elektroautos zwar beispielsweise noch damit, dass Batterien bei relativ begrenzter Kapazität sehr teuer sind. "Das sind Probleme der Anfangszeit", betont jedoch der Wissenschafter. Technologische Weiterentwicklungen werden Elektroautos für den Nahverkehr daher noch attraktiver machen.

Dass Solarkollektoren theoretisch genug Strom liefern, reicht für die praktische Anwendung allerdings nicht - beispielsweise werden viele Fahrzeugbesitzer ein Elektroauto nachts aufladen wollen. Das ist ein logistisches Problem, das im Rahmen von VLOTTE untersucht wird. Während die Vorarlberger Kraftwerke reinen Ökostrom aus Wasserkraft und Solaranlagen stellen, geht es für die TU-Forscher insbesondere darum zu klären, wie eine effiziente Infrastruktur zur Ökostromversorgung von Elektroautos aussehen sollte. "Wir können beispielsweise Speicherkraftwerke großflächig nutzen", ist Brauner überzeugt. Diese Form des Wasserkraftwerks kann also genutzt werden, um ins Netz eingespeisten Solarstrom zwischenzuspeichern. Die ersten 30 Elektroautos für das Projekt sind seit Juni im Betrieb, insgesamt sollen zunächst 100 Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Die TU-Forscher sammeln dabei Daten von Autos und Ladestationen.

"Wichtig ist für uns, eine genaue Vorstellung davon zu bekommen, wie die Menschen die neue Technologie nutzen und wie die gesamte begleitende Infrastruktur aussehen muss, um alle Bedürfnisse der Autofahrerinnen und Autofahrer zu befriedigen", erklärt Brauner. Die 100 Fahrzeuge sollen dabei nur den Anfang des Modellprojekts bilden. "Wir wollen das in einem zweiten Schritt noch auf 1.000 Elektrofahrzeuge ausweiten", so Brauner abschließend gegenüber pressetext.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.vlotte.at

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