Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Handliche Korrosionssensoren schützen Kulturgut

29.05.2012
Ein sicherer Begleiter: AirCorr-Sensoren ermitteln in Echtzeit das Korrosionspotential der Umgebungsluft

Paris - Japan, ein historischer Wandteppich reist aus dem Louvre zu einer Ausstellung in Osaka. Der AirCorr-Korrosionssensor überwacht die Umgebung des Gobelins: Die Luftfeuchte schwankt minimal, auch die Temperaturen sind im grünen Bereich. Doch beim Öffnen der Transportbox und Ausstellung des Teppichs in Osaka steigt die Korrosivität um ein Vielfaches.

Das AirCorr-Korrosionsmessgerät registriert dies in Echtzeit. Über eine drahtlose Schnittstelle können die Daten ausgelesen werden und Transportvorgänge oder die Ausstellungsumgebung können angepasst werden. Herkömmliche Sensoren, die meist nur die Luftfeuchtigkeit und Temperatur messen, hätten dieses Korrosionsrisiko nicht erkannt und ein unwiederbringlicher Schaden des Kunstgegenstandes wäre die Folge.

Ein Team aus europäischen Forschern, Museumsexperten und Industrievertretern hat die transportablen und einfach bedienbaren Echtzeit-Messgeräte AirCorr entwickelt, um die Auswirkung korrosiver Gase aus der Umgebungsluft auf Kulturgut zu kontrollieren. Die Sensoreinheiten sind durch einen Steck-Mechanismus austauschbar und lassen sich somit für den Schutz unterschiedlichster metallischer Objekte anpassen.

Aber auch für nicht-metallische Gegenstände lassen sich wertvolle Schlüsse über die Aggressivität der Umgebungsluft ziehen. Anbringen kann man die Sensorgeräte fast überall am oder in der Nähe des Kunstwerkes, da sie batteriebetrieben arbeiten und einen sehr geringen Stromverbrauch haben. Die Geräte werden derzeit in der Praxis in mehreren europäischen Museen und Ausstellungen getestet. Eine mit Standards und Empfehlungen gefütterte komfortable Software wird entwickelt, um Benutzern eine einfache Bewertung der Messergebnisse zu ermöglichen.

Das Funktionsprinzip der Sensoren ist einfach, aber effektiv: Der Sensor besteht aus einer dünnen Metallschicht (aus Kupfer, Silber, Blei, Eisen, Zink, Zinn, Bronze oder Messing), die auf einer isolierenden Trägerplatte (aus Keramik oder Kunststoff) aufgebracht ist. Die durch Korrosion der Metallschicht verursachte Widerstandsänderung wird erfasst und als Maß für den Korrosionsfortschritt genutzt. Ein Teil des Sensors wird mit einer Abdeckung vor Korrosion geschützt und dient als Referenz zur Kompensation der Temperaturabhängigkeit des elektrischen Widerstandes.

Die Sensorgeräte wurden im Rahmen des europäischen Forschungsprojektes »MUSECORR - Protection of cultural heritage by real-time corrosion monitoring« (FP7/2007-2013, FKZ 226539) von einem Konsortium von Vertretern aus Forschung, Museen und der Industrie entwickelt und zur kommerziellen Reife gebracht. Die Forscher des Fraunhofer-Institutes für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP in Dresden haben mit ihren vakuumbasierten Präzisionsbeschichtungstechnologien einen Prozess entwickelt, um dünne Metallschichten präzise und reproduzierbar auf den Stecksensoren für Innenanwendungen abzuscheiden. Dickere Metallschichten für Außen-Messanwendungen werden vom »Institute of Chemical Technology« in Prag aufgebracht. Die kostengünstigen Sensorgeräte AirCorr sind mit jeweils unterschiedlichen Empfindlichkeiten für Außen- oder Innenanwendungen beim französischen Korrosionsinstitut erhältlich, welches das Projekt koordiniert.

Über das EU-Projekt »MUSECORR«
Das europäische Forschungsprojekt »MUSECORR - Protection of cultural heritage by real-time corrosion monitoring« (FP7/2007-2013, FKZ 226539) mit einer Laufzeit von 3 Jahren hat zum Ziel, handliche Korrosionssensoren für den Schutz von Kulturgut zu entwickeln. Projektkoordinator ist das französische »Institut de la Corrosion« aus Brest. Partner im Projekt sind die Forschungsinstitute, das »Institute of Chemical Technology« aus Prag, Tschechische Republik, sowie das Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP aus Dresden, Deutschland, der Messtechnik-Entwickler nke SA aus Hennebont, Frankreich, die Museumsexperten des »Centre de Recherche et de Restauration des Musées de France« aus Paris, des Schweizerischen Nationalmuseums sowie des Dänischen Nationalmuseums. Das Projekt endet im Juni 2012. Im Anschluss wird eine Vermarktung des Produktes über das »Institut de la Corrosion« angestrebt.
Wissenschaftliche Kontakte:
Tomas Prosek
Institut de la Corrosion, France
Telefon +33 298 058 905
tomas.prosek@institut-corrosion.fr
Dr. Bert Scheffel
Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP
Telefon+49 351 2586-243
bert.scheffel@fep.fraunhofer.de
Pressekontakt:
Annett Arnold
Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP
Telefon +49 351 2586-452
annett.arnold@fep.fraunhofer.de

Annett Arnold | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.musecorr.eu/
http://www.fep.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Hochauflösende IR Kamera mit Mikroskopoptik
23.10.2017 | Optris GmbH

nachricht »ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern
18.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Microfluidics probe 'cholesterol' of the oil industry

23.10.2017 | Life Sciences

Gamma rays will reach beyond the limits of light

23.10.2017 | Physics and Astronomy

The end of pneumonia? New vaccine offers hope

23.10.2017 | Health and Medicine