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GuD-Kraftwerk mit Weltrekord-Wirkungsgrad

20.05.2011
Die neue Gasturbine von Siemens hat im Kombibetrieb mit einer Dampfturbine eine Rekordmarke beim Wirkungsgrad gesetzt und ist damit ein herausragendes Beispiel „grüner“ Technologie.

Mit 60,75 Prozent (netto) übertrifft der Testlauf sogar die angepeilte Marke von 60 Prozent deutlich. Die Vorgängergeneration hat einen Wirkungsgrad von 58,5 Prozent. Die neue Turbine ist für 400 Megawatt (MW) im reinen Gasturbinenbetrieb und 600 MW im Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Betrieb ausgelegt.


Siemens bricht damit alle bisherigen Rekorde in Bezug auf Leistung, Wirkungsgrad und Betriebsflexibilität. Bei Tests unter realen Bedingungen konnten mehr als 500 MW in nur einer halben Stunde bereitgestellt werden. Durch den Anstieg an fluktuierender Stromeinspeisung von Windkraft- und Solaranlagen braucht man ausgleichende, schnell reagierende Großkraftwerke für die Stabilität im Netz.

Zudem ist die neue Anlage deutlich sparsamer als bisherige: Die neue Generation der Siemens- GuD-Kraftwerke verbraucht ein Drittel weniger Erdgas pro erzeugter Kilowattstunde als der Durchschnitt der derzeit weltweit installierten GuD-Anlagen. Gleichzeitig sinken auch die CO2-Emissionen um ein Drittel.

Möglich wird diese Spitzenleistung durch ein perfektes Zusammenspiel von innovativer Gasturbinentechnik und den auf hohe Temperaturen und hohen Druck optimierten Schlüsselkomponenten der gesamten Anlage. Jede Turbine besteht aus mehr als 7.000 Einzelteilen und wiegt in der 50-Hertz-Variante mit 440 Tonnen so viel wie ein vollgetankter Airbus A380. Im Inneren der Brennkammer herrschen bis zu 1.500 Grad Celsius und die Spitzen der Turbinenschaufeln erreichen mit rund 1.700 Kilometern pro Stunde (km/h) Schallgeschwindigkeit.

Mehr als 750 Siemens-Mitarbeiter, darunter 250 Ingenieure, waren an der Entwicklung der Turbine und des neuen GuD-Kraftwerks beteiligt. Mehr als 500 Millionen Euro hat das Unternehmen in die Entwicklung, in den Bau und den Betrieb der Prototypanlage im bayerischen Irsching bei Ingolstadt investiert. Eineinhalb Jahre lang hatte das Unternehmen die Gasturbine in eigener Regie "auf Herz und Nieren" getestet. Ab Mitte 2009 wurde für den Dampfturbinenbetrieb nachgerüstet. Nach der jetzt begonnenen Probephase wird E.ON die Anlage noch in diesem Sommer in den kommerziellen Betrieb nehmen. (IN 2011.05.04)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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