Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grüne Startups wollen die Welt verbessern

11.05.2010
Green Venture Summit 2010 vernetzte Gründer und Investoren

Um grüne Energie zu erzeugen, braucht man derzeit viel Platz. Windparks nehmen große Felder ein, Solaranlagen ein ganzes Dach oder gar riesige Flächen in der Wüste, in Elektoautos geht viel Raum für die Batterie verloren.

Doch die Techniktüftler der Cleachtech-Branche arbeiten unter Hochdruck an Platz sparenden Lösungen. Auf dem Green Venture Summit 2010 am Montag in Berlin (pressetext berichtet vorab: http://pressetext.com/news/100506022/), haben grüne Startups ihre neuen Ideen vorgestellt und bis spät in den Abend um Investoren geworben.

Höher statt breiter

Einer von ihnen ist Philipp Wagner, er hat den WindCUBE entwickelt. Seine Innovation ist, dass er Windmühlen übereinander stapelt, statt viele nebeneinander zu stellen. "Auf diese Weise kann man die sonst benötigte Fläche um ein Viertel reduzieren", erklärt der Architekt gegenüber pressetext. Bis zu 600 Meter hoch und sechs Meter dick ist der Turm. Damit dieser auch sicher steht, wurden gleich zwei Statik-Büros für die Berechnungen beauftragt.

Wagner ist es gewohnt in großen Dimensionen zu denken. Sieben Jahre lang hat er in Dubai Wolkenkratzer entworfen. "Ich habe dort die Erfahrung gemacht, dass richtig viel Energie gebraucht wird. Um ein Haus zu klimatisieren wird z.B. viermal mehr Energie verbraucht, als zum Heizen nötig wäre. Deshalb muss man grüne Lösungen im Gigawatt-Bereich anbieten". 90 seiner riesigen Windmühlen in Verbindung mit einem Stausee, der Strom in windschwachen Zeiten erzeugt, können laut Wagners Berechnungen ein Atomkraftwerk ersetzen.

Ebenfalls auf Windmühlen setzt Holger Giebel, Managing Director von TimberTower. Er schwört auf den Baustoff Holz. "Holzpreise sind stabiler und günstiger als Stahlpreise. Man kann damit höher bauen und gewinnt mehr Energie", sagt Giebel. Sowohl er also auch Wagner beziehen sich damit auf die Faust-Formel des Bundesverbandes WindEnergie, dass jeder gewonnene Höhenmeter gleich ein Prozent mehr Leistung bedeutet. "Ein weiterer Vorteil von höheren Windmasten ist, dass ab etwa 300 Meter die Windschicht viel leistungsstärker ist, da dort keine Turbulenzen und Verwirbelungen auftreten", so Wagner.

Dank Bodenhilfsstoff kostbares Süßwasser sparen

Bei einer anderen grünen Idee geht es um Wassernutzungseffizienz. Wulf Bentlage, Geschäftsführer der Geohumus International GmbH http://www.geohumus.com , will der Wasserknappheit entgegenwirken. "Zwei Drittel des Bewässerungswassers auf Feldern versickern und verdunsten ungenutzt", rechnet er vor. Sein Unternehmen hat mit Geohumus einen wasserspeichernden Bodenhilfsstoff entwickelt, der mit nährstoffliefernden Gesteinsmehlen kombiniert ist.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Granulaten wie z.B. Seramis, wird dieses direkt in den Boden eingemischt und nimmt dort das 40-fache seines Eigengewichts an Wasser auf. Superabsorber, die bei Babywindeln schon länger im Einsatz sind, machen es möglich. "Geohumus vermindert zudem das Auswaschen von Düngemitteln und Pestiziden. Die eingesetzte Menge kann also reduziert werden", erläutert Bentlage weiter. Und wie es sich für ein grünes Produkt gehört, ist es unschädlich für Gesundheit und Umwelt.

Gute grüne Erfindungen sind also vorhanden, bleibt abzuwarten wie schnell sie den Weg in die Praxis finden. Jan Michael Hess, Koveranstalter des Green Venture Summit, zieht sein Fazit gegenüber pressetext: "In meinen Augen hat jedes Unternehmen branchenübergreifend heutzutage die Pflicht, grün zu werden. Genauso wie jeder Konsument diese Pflicht hat. Kurzfristiges Denken hilft uns und dem Planeten nicht weiter. Sicherlich muss in vielen Fällen am Anfang investiert werden, aber die Sparpotenziale, z.B. im Bereich der Energieeffizienz, sind enorm".

Die pressetext Nachrichtenagentur ist Partner des Green Venture Summits 2010.

Caroline Schoettler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=100511021

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht TU Ilmenau erforscht innovative mikrooptische Bauelemente für neuartige Anwendungen
21.09.2017 | Technische Universität Ilmenau

nachricht Bald bessere Akkus?
21.09.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie