Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grüne Logistik: Agrar-Unternehmen haben erhebliches Einsparpotential

12.03.2015

Die Potenziale, Energie einzusparen und CO2-Emissionen zu reduzieren, sind bei Unternehmen aus der Logistik- und Agrarbranche noch lange nicht ausgeschöpft. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsprojekt der Hochschule Niederrhein, dessen Ergebnisse heute nach zweijähriger Laufzeit im Rahmen einer Veranstaltung an der Fontys Hochschule in Venlo der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Demnach hätten Unternehmen, die im Agrobusiness aktiv sind, erhebliche Einsparpotenziale auf dem Gebiet der Energie. Allzu oft blieben diese ungenutzt.

Ziel des INTERREG-IV-A-Projekts „Green²: Green Logistics im Agrobusiness“ war es, grüne Logistikkonzepte für Unternehmen in der Agrar-Branche zu entwickeln. Über das Institut GEMIT (Geschäftsprozessmanagement und IT) und das SWK-Energiezentrum E² ist die Hochschule Niederrhein Leadpartner des mit einem Finanzvolumen von 1,6 Millionen Euro ausgestatteten Projekts.

An dem Projekt waren 21 Partner beteiligt, darunter 18 Unternehmen und drei Hochschulen aus Deutschland und den Niederlanden. Die Hochschule Niederrhein erhielt rund 725.000 Euro Förderung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen (MWEIMH NRW) sowie der Provinz Limburg.

Im Projekt ging es um die grenzüberschreitende Betrachtung der Lieferketten im Agrobusiness, eines der wichtigsten Wirtschaftszweige der Region zwischen Rhein und Maas. Ziel war es, den CO2-Ausstoß sowie die Energiekosten für die Unternehmen substantiell zu vermindern. „Wer sich heute mit diesen Themen ernsthaft beschäftigt, hat schon morgen Wettbewerbsvorteile gegenüber den Mitbewerbern“, erklärt Prof. Dr. Holger Beckmann, Leiter des Forschungsprojekts.

Im Rahmen des Projekts gab es vier Themenfelder:

1. Nachhaltiger Güterverkehr: Aus Sicht der Wissenschaftler besteht weiterhin großes Potenzial, Güter von der Straße auf Schiene oder Binnenschiff zu verlagern. Und das nicht nur, um CO2-Emissionen zu sparen, sondern auch Transportkosten. Auch aufgrund des immer stärkeren Stauaufkommens im Grenzgebiet und des zunehmenden LKW-Fahrermangels ist es wichtig, dass jedes Unternehmen die eigenen Transportaktivitäten beleuchtet. Das Projekt hat gezeigt, dass der Zustand von Umwelt, Unternehmen und Verkehr insgesamt durch nachhaltige Maßnahmen im Güterverkehr verbessert werden kann.

2. Die nachhaltige Gestaltung der innerbetrieblichen Transport- und Lagerprozesse. Hier gibt es zahlreiche Ansatzpunkte, um Energie zu sparen. „Allein die Umrüstung konventioneller Leuchtmittel auf LED-Lampen kann sich bereits nach einem Jahr amortisieren. Aber viele KMU scheuen die Investition“, sagt Projektmanager Frederic Krehl. Das Projektteam erstellte daher einen Leitfaden, der die nachhaltige Gestaltung der Intralogistik in Unternehmen fokussiert. Der Leitfaden bildet für Unternehmen eine wichtige Hilfestellung, Anhaltspunkte zur Umsetzung von Aspekten der grünen Logistik zu finden.

3. Die Erhöhung der Energieeffizienz in der Lager- und Kühltechnik: Bei der energetischen Unternehmensanalyse zeigte sich, dass Einsparpotenziale schnell identifiziert werden können, wenn ein Energiemonitoring installiert ist. Große Kühl- und Lagerhäuser benötigen oft mehr als 50 Prozent ihres gesamten Energiebedarfs für die Kühlung ihrer Waren. Mit Absorptionskältemaschinen, von denen eine im Forschungslabor des SWK-Energiezentrums E² steht, lassen sich Waren mit in Kälte verwandelter Abwärme kühlen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Unternehmen mit der Investition in die ausgearbeiteten Energieeinsparmaßnahmen einen Großteil ihrer Energiekosten einsparen können.

4. Ein elektronischer Marktplatz für Kühlkapazitäten: Die Lagerung temperaturgeführter Produkte unterliegt oft saisonalen Schwankungen. Das Lager eines Speiseeisproduzenten ist nur über wenige Monate im Jahr gefüllt, im Jahresmittel gehen die Wissenschaftler von einer Auslastung von 70 Prozent aus. Die ungenutzten Flächen müssen trotzdem weiter gekühlt werden.

„Für Unternehmen mit Kühlhäusern wäre eine europaweit agierende Börse interessant. In Phasen geringer Auslastung können Unternehmen hier ihre freien Kapazitäten vermieten und somit eine zusätzliche Einnahmequelle schaffen“, sagt Krehl. Gelänge es, die durchschnittliche Auslastung auf Branchenebene zu erhöhen, würde dies die Energiebilanz der einzelnen Unternehmen positiv beeinflussen.

Das Projekt Green²: Green Logistics im Agrobusiness wird im Rahmen des INTERREG IV A-Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Provinz Limburg kofinanziert und von der euregio rhein-maas-nord betreut.

Pressekontakt: Dr. Christian Sonntag, Referat Hochschulkommunikation, Tel.: 02151 822-3610, E-Mail: christian.sonntag@hs-niederrhein.de

Weitere Informationen:

http://www.green2logistics.eu/mediathek/downloads.html

Dr. Christian Sonntag | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Greifswalder Plasmaforscher erforschen Nanomaterialien für effiziente Energiespeicherung
13.01.2017 | Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.

nachricht Schluss mit dem Kabelsalat
04.10.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Feinstaub weckt schlafende Viren in der Lunge

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieeffizienter Gebäudebetrieb: Monitoring-Plattform MONDAS identifiziert Einsparpotenzial

16.01.2017 | Messenachrichten

Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie