Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grüne Hochschule als Modell

14.09.2010
Die Hamburger Initiative für Stadteffizienz „Greenovation“ errechnet große Einsparpotentiale bei den Energiekosten der HAW Hamburg. Mit wenig Aufwand ließe sich der Gesamtenergieverbrauch um rund 30 Prozent senken.

Der CO2-Ausstoß könnte um rund 40 Prozent deutlich gesenkt werden. Die Initiative präsentiert alle Ergebnisse im Rahmen der 2. Hamburger Klimawoche in der Europa Passage vom 20. bis 26. September 2010.

Studierende der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg haben in einem gemeinsamen Pilotprojekt mit den Unternehmen IBM, Philips und Siemens den Energieverbrauch in den Räumen ihrer eigenen Hochschule untersucht und signifikante Einsparpotenziale ermittelt.

Durch die Analyse der drei Kernbereiche Wärmebedarf, Beleuchtung sowie Informationstechnologie (IT) wurden Einsparmöglichkeiten von insgesamt rund 233.000 Euro jährlich ermittelt. Außerdem könnte durch die Einsparung von über 1.500 Tonnen CO2 pro Jahr ein wesentlicher Beitrag zum Hamburger Klimaschutz geleistet werden. Dies entspräche den CO2-Emissionen von gut 416 Mittelklasse-PKWs.

Das Pilotprojekt der „Greenovation – Hamburger Initiative für Stadteffizienz“, einem Schulterschluss der im Stadtteil Sankt Georg ansässigen Unternehmen mit der HAW Hamburg ist erfolgreich abgeschlossen. Ziel der 2009 gegründeten Initiative aus Wirtschaft und Wissenschaft ist die Erarbeitung von konkreten Modelllösungen, die der Hansestadt unter anderem helfen, Energie, CO2 und damit Geld einzusparen. Gemeinsam mit Experten aus den Unternehmen arbeiten Studierende an unterschiedlichen Projekten zur Optimierung der Energieeffizienz öffentlicher Liegenschaften in Hamburg. Energetische Optimierungen an Gebäuden sind dabei die besonderen Heraus¬forderungen für die Einhaltung des Klimaschutzziels der Hansestadt, die 2011 den Titel „Umwelthauptstadt Europas“ trägt.

Für das Pilotprojekt wurde der Campus Bergedorf der HAW Hamburg ausgewählt, da dort die größten Einsparpotenziale vorliegen. Das in den 70er Jahren entstandene Gebäude hat eine veraltete Gebäudetechnik. Studierende analysierten hier vor allem die sensiblen Bereiche wie Heizung, Klimaanlage und Lüftung sowie Beleuchtung und IT. Schwachstellen bilden etwa die fehlende Gebäudeautomatisierung und Regelung, bedarfsabhängige Beleuchtungseinrichtungen, und ineffiziente Kühlungen für die Serverlandschaft.

Energieeinsparpotenziale von 30 bis zu 56 Prozent

Mit wenig Aufwand ließe sich schon viel bewirken. In Kombination mit weitergehenden Energiesparmaßnahmen wie regulierbaren Thermostaten oder einer optimierten Gebäudeleittechnik könnten in den Bereichen Heizung, Klima und Lüftung jährlich zirka ein Drittel an Energie, etwa 128.000 Euro eingespart werden. Die Integration eines Blockheizkraftwerkes würde mit rund 60.000 Euro Energiekostenreduzierung und einer CO2-Reduzierung von 1.000 Tonnen im Jahr einen signifikanten Beitrag zur Klimaentlastung beitragen.

Durch den Einsatz von effizienteren Lampen und Leuchten sowie einer Anlage mit Tageslichtsteuerung und Präsenzmelder ließe sich der Energieverbrauch in Teilbereichen der Beleuchtung sogar um 56 Prozent verringern und der CO2-Ausstoß halbieren.

Für den gesamten IT-Bereich der HAW Hamburg ergaben die Untersuchungen ein Einsparpotential im Energieverbrauch von bis zu 45 Prozent pro Jahr. Durch eine sogenannte „Virtualisierung“, der intelligenten Nutzung von Server-Ressourcen, sowie der Erneuerung von IT würde sich die Energiebilanz der Rechenzentren bis zu einem Drittel verbessern.

„Greenovation – Hamburger Initiative für Stadteffizienz“ stellt die detaillierten Untersuchungsergebnisse und weitere Projektplanungen der Initiative im Rahmen der Hamburger Klimawoche vom 20. bis 26. September in der Europa-Passage, 1. OG Deck Klimapraxis, vor. Der Stand befindet sich dort am Ausgang Richtung Mönckebergstrasse. Interessierte, Studierende und Medienvertreter sind herzlich willkommen.

Kontakte:
HAW Hamburg, Dr. Katharina Ceyp-Jeorgakopulos, Pressereferentin, Tel. +49 [40] 428 75-9132, Fax +49 [40] 428 75-9019, presse@haw-hamburg.de

IBM Deutschland: Anke Iris Kirch, Lokale Öffentlichkeitsarbeit Norddeutschland, Tel. +49 [40] 6389-2045, Fax +49 [40] 6389-4061, anke.kirch@de.ibm.com

Dr. Katharina Ceyp-Jeorgakopulos | idw
Weitere Informationen:
http://www.haw-hamburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Neue Sensortechnik für E-Auto-Batterien
08.12.2016 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Siliziumsolarzelle des ISFH erzielt 25% Wirkungsgrad mit passivierenden POLO Kontakten
08.12.2016 | Institut für Solarenergieforschung GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops