Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Großkraftwerk in USA mit Kohlevergasung

17.09.2010
Siemens treibt die Erforschung der sauberen Verbrennung von Kohle weiter voran.

Das Unternehmen macht für den US-Energieversorger Summit Texas Clean Energy LLC eine Ingenieur­studie für ein Gas- und Dampfkraftwerk mit integrierter Kohlever­gasung (IGCC). Das Texas Clean Energy Project (TECP) wird mit dem Verfahren bis zu 90 Prozent des im Kohlegas enthaltenen Kohlendioxids (CO2) abtrennen und soll damit einen der weltweit höchsten CO2-Abscheidungswerte erreichen.


Das Projekt weitet die Entwicklung von IGCC auf herkömmliche Kraftwerksgrößen aus, denn TECP liefert mit 400 Megawatt elektrischer Leistung so viel Energie wie ein übliches Gas- und Dampfkraftwerk. Die Studie soll die technischen Rahmenbedingungen für den Einsatz von IGCC in Kraftwerken dieser Größe festlegen und die Eckdaten für eine Kostenermittlung bereitstellen.

Vergasung ist ein wichtiges Mittel, um Brennstoffe, die aufgrund ihres niedrigen Heizwerts viel CO2 freisetzen, klimafreundlich zu verarbeiten. Besonders Braunkohle, aber auch Steinkohle minderer Qualität können mit Hilfe von IGCC „sauberen“ Strom liefern. Bei dem Verfahren wird die Kohle nicht direkt verfeuert, sondern zuerst in einem Vergaser in brennbares Rohgas umgewandelt. Das Gas enthält überwiegend Wasserstoff und Kohlenmonoxid.

Letzteres wird in CO2 verwandelt und abgetrennt. Übrig bleibt ein wasserstoffreiches Gas, genannt Syngas, das zur Stromerzeugung in einer Turbine verbrannt wird. Syngas kann aber auch anderweitig verarbeitet werden – TECP produziert damit Harnstoff oder Düngemittel. Mit dem bei TECP abgeschiedenen CO2 – rund drei Millionen Tonnen pro Jahr – soll die Ausbeute von texanischen Erdöllagerstätten verbessern werden, indem das Gas dort eingepresst wird.

Bisher war IGCC nur in kleinem Maßstab einsetzbar, weil noch keine geeigneten Vergaser für große Kraftwerke existierten. Auch die Turbinen müssen speziell auf die Verbrennung von Syngas angepasst sein. Siemens liefert für TECP zwei Kohlevergaser, eine Gasturbine sowie den Power Block aus Dampfturbine, Generatoren und Leittechnik.

Die IGCC-Technologie ist Teil des Siemens Umweltportfolios mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 rund 23 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftete. Siemens betreibt beispielsweise mit E.ON eine Pilotanlage zur Abscheidung von Kohlendioxid an einem Kohlekraftwerk. Für TECP arbeitet Siemens mit der Linde Group und der Fluor Corporation zusammen. Das US-Energieministerium fördert das Projekt im Rahmen der Clean-Coal-Initiative mit 350 Millionen US-Dollar. (IN 2010.09.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Körperenergie als Stromquelle
22.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht „Cool“ bleiben im Büro: Wasser als Kältemittel im Alltag bald vor Durchbruch?
22.08.2017 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie