Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Global Energy Assessment: Energiewende zahlt sich aus

20.08.2012
Unser Planet steht vor großen Herausforderungen: 1,4 Milliarden Menschen leben noch ohne Versorgung mit elektrischer Energie, 3 Milliarden ohne moderne Kochmöglichkeiten.

Für sie muss ein Zugang zu sauberer, nachhaltiger Energie geschaffen werden, ansonsten drohen ein Anstieg der Umweltbelastungen und eine weitere Beschleunigung des Klimawandels. Das Global Energy Assessment (GEA) der IIASA zeigt 41 Wege auf, wie ein Umstieg auf nachhaltige Energiequellen gelingen kann. ForscherInnen des Instituts für Soziale Ökologie haben an mehreren Teilen des Berichtes mitgearbeitet. Sie haben unter anderem neue Ergebnisse zum Zusammenhang von Ernährungssicherheit und Bioenergie beigetragen.

In die Erstellung des GEA-Berichts waren mehr als 500 WissenschafterInnen, politische EntscheidungsträgerInnen, Wirtschafts- und EnergieexpertInnen aus 70 Ländern eingebunden. Das Projekt wurde vom „International Institute of Applied Systems Analysis (IIASA)“ koordiniert. Karl-Heinz Erb, Helmut Haberl, Fridolin Krausmann, Christoph Plutzar, Julia Steinberger und Helga Weisz vom Institut für Soziale Ökologie an der Alpen-Adria-Universität haben an den Kapiteln „Energieressourcen“, „Zielkonflikte bei Land- und Wassernutzung“ und „Urbanisierung“ mitgearbeitet. Vor allem im Bereich Bioenergie und Ernährungssicherheit konnten neue Forschungsergebnisse beigetragen werden.

Die Bereitstellung von sauberer, verlässlicher, sicherer und leistbarer Energie ist eine der zentralen Herausforderungen für das 21. Jahrhundert. Die Umstellung auf nachhaltige Energiequellen ist dringender denn je. Der Bericht „Global Energy Assessment (GEA)“, der von IIASA Chef Pavel Kabat im Juni bei der RIO+20-Konferenz in Brasilien vorgestellt wurde, fasst nun die weltweite Situation zusammen und bietet Umsetzungsvorschläge für die Politik.

Die Autorinnen und Autoren kommen unter anderem zu dem Schluss, dass die Energiewende auch wirtschaftlich argumentierbar ist und die Nebeneffekte für Gesundheit und Umwelt die notwendigen Investitionen mehr als ausgleichen. Um den Umstieg voranzutreiben, müsse freilich mehr Geld in die Hand genommen werden: So ist eine Anhebung der jährlichen Investition, die weltweit getätigt wird, von 1,3 Billionen US-Dollar auf 1,7 Billionen US-Dollar notwendig.

Von dieser Investition würden letztlich alle, auch die Wirtschaft, profitieren. Effekte auf Wirtschaftswachstum, Beschäftigungszahlen, Energiesicherheit, lokale und regionale Umwelt, Gesundheit und Klimawandel seien zu erwarten. Mit insgesamt 41 Vorschlägen möchte man die folgenden Ziele erreichen: weltweiter Zugang zu leistbaren Energieträgern, besonders Elektrizität und Zugang zu modernen Kochgeräten bis 2030; verbesserte Energiesicherheit im regionalen und nationalen Bereich; Milderung des Energiewandels; Verbesserung der Gesundheit von Mensch und Umwelt durch reduzierte Luftverschmutzung, Schädigung der Ozeane und Entwaldung.

Die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energieträger kann einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Bei ihrem Ausbau sind ökologische Kriterien vordringlich zu beachten. So kann z.B. Biomasse bei richtiger Produktion und Nutzung ein klimafreundlicher, erneuerbarer Energieträger sein und maßgeblich zur Lösung der Energieprobleme beitragen. „Wechselwirkungen mit Ernährung, Biodiversität, Wasser und dem Schutz der Ökosysteme müssen bei der Implementierung von Bioenergie unbedingt beachtet werden, sonst kommt es zu schädlichen Effekten wie etwa Preissprüngen bei Lebensmitteln. Das nachhaltig nutzbare Potenzial ist daher viel kleiner als früher gedacht“ erklärt Helmut Haberl vom Institut für Soziale Ökologie.

Dr. Romy Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.iiasa.ac.at/Research/ENE/GEA/index.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Neue Sensortechnik für E-Auto-Batterien
08.12.2016 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Siliziumsolarzelle des ISFH erzielt 25% Wirkungsgrad mit passivierenden POLO Kontakten
08.12.2016 | Institut für Solarenergieforschung GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops