Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer IWES testet erfolgreich Energiemanagementsystem für öffentliche Liegenschaften

04.09.2014

Die intelligente Steuerung öffentlicher Liegenschaften ist die Voraussetzung für deren energieeffizienten Betrieb. Im Rahmen des kürzlich abgeschlossenen EU-Projekts „Building Energy Advanced Management System“ (BEAMS) haben Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel und ihre Forschungspartner ein neues quelloffenes Energiemanagementsystem entwickelt.

Es bündelt die Daten der verschiedenen Subsysteme, übersetzt die unterschiedlichen Kommunikationsprotokolle unabhängig von Hersteller und Technologie in eine gemeinsame Sprache und unterstützt gezielt spezielle Überwachungs- und Steuerungsfunktionen. Das System arbeitet gebäude- und flächenübergreifend.

Die Photovoltaikanlagen, Heizungen, Klimageräte, Beleuchtung oder auch Elektrofahrzeuge auf dem Parkplatz: Das im Zuge von BEAMS entwickelte und im Feldversuch bereits erfolgreich erprobte Energiemanagementsystem schafft es, all diese Subsysteme trotz unterschiedlicher Kommunikationstechnologien und Hersteller zu verbinden, benutzerdefiniert zu überwachen und zu steuern.

„Mit diesem System ist es möglich, den Energieverbrauch mehrerer Gebäude und Flächen gleichzeitig, unabhängig von einzelnen Standards und zugeschnitten auf die flexiblen Anforderungen der Nutzer zu managen“, erklärt BEAMS-Projektleiter Jan Ringelstein.

Das gemeinsam mit der Unternehmensgruppe Electronic Trafic S.A. (ETRA), dem Technologiezentrum Barcelona Digital, dem Facility-Management-Spezialisten Sodexo, dem Sicherheitsexperten THALES Italia S.P.A., der Universität Salento und dem Institut für Computer und Kommunikationssysteme der Nationalen Technischen Universität Athen (ICCS-NTUA) entwickelte System steht auf zwei Säulen.

Die von ETRA entwickelte Software „FAME“ (Facility Advanced Management System) bildet die technologische Grundlage für die Steuerungszentrale der Liegenschaften. So genannte Interoperatibiltäts-Gateways, die auf dem quelloffenen IWES-Energiemanagement-Betriebssystem „OGEMA“ (Open Gateway Energy Management Alliance) basieren, verbinden diese Leitwarte mit den unterschiedlichen Subsystemen.

„Damit kommt „OGEMA“ erstmals in öffentlich genutzten Liegenschaften zum Einsatz“, betont IWES-Wissenschaftler Ringelstein. Das Gateway erfasst die Daten einzelner Subsysteme, zum Beispiel die aktuell eingespeiste Leistung einer Photovoltaik-Anlage, übersetzt sie in eine einheitliche Sprache und gibt sie an die Steuerungssoftware FAME weiter. FAME wiederum bietet verschiedene Bedienoberflächen zur Auswertung der Daten und zur Systemsteuerung und versorgt OGEMA mit Informationen, wie die einzelnen Geräte zu schalten sind, etwa wann die Heizung laufen oder in welchen Intervallen das Licht an- und ausgehen soll.

Darüber hinaus erkennt und meldet das neue System automatisch Abweichungen, zum Beispiel ungewöhnlich hohe Energieverbräuche. Dank unterschiedlicher Module, beispielsweise zur Prognose von PV-Leistungen oder dem Management von Elektrofahrzeugen ist es zudem in der Lage, die vor Ort erzeugte Energie auf der Basis variabler Stromtarife optimal zu nutzen und damit die Energiekosten zu senken. Grafiken unter-stützen den Nutzer zusätzlich bei der Erreichung seiner Energiesparziele. „Entscheidend ist, dass wir ein offenes System geschaffen haben“, hebt Ringelstein hervor. So können – wie bei einem Smartphone – abhängig von den Überwachungs- und Steuerungsfunktionen, die Facility-Manager nachfragen, Apps individuell entwickelt und installiert werden.

Die Forschungspartner haben den Prototyp ihres neuen Energiemanagementsystems bereits erfolgreich im Feld getestet, unter anderem auf dem Campus der Universität von Salento. Hier wurden drei Gebäude mit jeweils einem Gateway zur Aufnahme der Messdaten ausgestattet. Sensoren in den Büros maßen die Temperatur und meldeten, ob die Fenster geschlossen waren oder nicht und ob Personen im Raum waren. Die Experten steuerten in einem der Gebäude über die FAME-Plattform gezielt die Beleuchtung sowie die Klima- und Heizanlage. Eine über mehrere Standorte verteilte PV-Anlage mit einer installierten Leistung von drei Megawatt wurde eingebunden.

Das Forschungsprojekt BEAMS wurde im siebten EU-Forschungsrahmenprogramm unter der Nummer 285194 gefördert und ist nach einer Laufzeit von 33 Monaten seit Ende Juni 2014 abgeschlossen.

Weitere Informationen:

http://ict-beams.eu
http://www.ogema.org
http://www.energiesystemtechnik.iwes.fraunhofer.de/de/presse-infothek/Presse-Med...

Uta Werner | Fraunhofer-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht IT-Kühlung: So schaffen Kleinbetriebe den Sprung in die IT-Profiliga
23.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Plug & Play: Drei auf einen Streich
29.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie