Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer IESE entwickelt intelligentes Energiemanagement

02.04.2009
Von der Solarzelle zum Internet der Energie

Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE wird in den kommenden Jahren mit strategischen Investitionen von über einer Million Euro ein zukunftsweisendes Energiemanagementkonzept am Standort Kaiserslautern etablieren. Insbesondere leistungsfähige und sichere Softwaresysteme für Anlagen zur dezentralen Energiegewinnung bzw. Nutzung erneuerbarer Energien bilden den Schwerpunkt der Arbeiten.

Eine Forschungs- und Demonstrationsanlage, bestehend u.a. aus Solaranlage, Blockheizkraftwerk, Elektromobilen und rechnergesteuerten Leitständen für ein integriertes Energiemanagement, soll hierzu im Fraunhofer-Zentrum in Kaiserslautern entstehen. Finanziert wird das Vorhaben maßgeblich aus Mitteln des Konjunkturprogramms der Bundesregierung sowie durch Zuschüsse des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums.

"Wir verbinden in der Forschungsanlage im Fraunhofer-Zentrum eine zukunftsweisende stromgeführte Kraft-Wärmekopplung eines Blockheizkraftwerks mit moderner Photovoltaik. Auch die Abwärme unserer Rechenzentren fließt als "Energiequelle" in das System mit ein", so Prof. Frank Bomarius vom Fraunhofer IESE. Herz der Anlage - und wesentlicher Forschungsgegenstand - ist ein rechnergestütztes Energiemanagementsystem mit intelligenter, bedienbarer Softwaresteuerung.

Von der Größenordnung her ist der gesamte Aufbau mit einem kleinen Industriebetrieb vergleichbar, der "Testverbraucher" ist das Institut selbst. "Damit können wir kleinen Unternehmen zeigen, wie ihr Energiemanagement der Zukunft aussehen kann, bzw. welche Produkte und Dienstleistungen in diesem Bereich in Zukunft gefragt sein werden."

Weiterhin soll über mehrere elektrisch betriebene Kraftfahrzeuge die Integration eines Fuhrparks in das Energiekonzept evaluiert werden. Geeignete Softwareplattformen für Energiemanagementsysteme und Schnittstellen zu Geräten bzw. Anlagen, Ansätze zur Automatisierung des Energiemanagements sowie zur Benutzerinteraktion werden die ersten Forschungsfragen im Rahmen des Projekts sein.

Für Projektleiter Bomarius kommen in jedem Fall nur Systemkonzepte in Frage, die höchsten Anforderungen genügen: "Energiemanagementsysteme werden in Zukunft verglichen mit dem heutigen Stand wesentlich komplexer sein. Wir erarbeiten auf der Basis unseres industrieerprobten Know-hows Konzepte und Methoden, womit diese Anlagen perfekt funktionieren, maximal betriebssicher sind und sich ein Stück weit ohne Zutun des Anwenders selbst organisieren." Auch nichtfunktionale Eigenschaften wie beispielsweise die Benutzerfreundlichkeit von Energiemanagementsystemen wollen die Wissenschaftler des Fraunhofer IESE anhand der Forschungsanlage im Fraunhofer-Zentrum optimieren.

Dezentrale Energiegewinnung aus regenerativen Energien weist einerseits einen Weg aus dem Dilemma sich verknappender Rohstoffe bei gleichzeitig steigendem Verbrauch - wirft andererseits aber enorme regelungstechnische Probleme auf, die sich u.a. in erhöhten Energiekosten niederschlagen. Zum sinnvollen Abgleich der Nachfrage nach Energie mit dem jeweiligen Angebot bedarf es einer Vernetzung aller Erzeuger und Verbraucher mittels Internettechnologie. Durch Informationsaustausch können sie in ihrer Gesamtheit ökonomisch und ökologisch optimiert zusammenarbeiten. Das entstehende so genannte "Internet der Energie" wird neben anderen zentralen Kommunikationsnetzwerken zu einer der Lebensadern unserer modernen Gesellschaft avancieren. Das Fraunhofer IESE trägt dazu bei, die zugrunde liegende Software hierfür zu entwickeln.

Ansprechpartner:
Alexander Rabe
Telefon +49 (631) 6800 1002
alexander.rabe@iese.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE
Fraunhofer-Platz 1
67663 Kaiserslautern
Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE
Das Fraunhofer IESE gehört zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Software- und Systementwicklung. Die Produkte unserer Kooperationspartner werden wesentlich durch Software bestimmt. Die Spanne reicht von Automobil- und Transportsystemen, Telekommunikationseinrichtungen und Telematikanlagen über Informationssysteme und medizintechnische Geräte bis hin zu Softwaresystemen für den öffentlichen Sektor. Unsere Lösungen sind flexibel skalierbar. Damit sind wir der kompetente Technologiepartner für Firmen jeder Größe - vom Kleinunternehmen bis zum Großkonzern.

Unter der Leitung von Prof. Dieter Rombach und Prof. Peter Liggesmeyer tragen wir seit über einem Jahrzehnt maßgeblich zur Stärkung des aufstrebenden IT-Standorts Kaiserslautern bei. Im Fraunhofer-Verbund für Informations- und Kommunikationstechnik, dem auch das Fraunhofer ITWM angehört, engagieren wir uns gemeinsam mit weiteren Fraunhofer-Instituten für richtungsweisende Schlüsseltechnologien von morgen.

Das Fraunhofer IESE ist eines von 57 Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft. Zusammen gestalten wir die angewandte Forschung in Europa wesentlich mit und tragen zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands bei. Das Institut ist nach 2008 wiederholt als Teil des Fraunhofer-Zentrums Kaiserslautern offiziell "Ausgewählter Ort 2009" im Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen".

Patrick Leibbrand | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iese.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Gedruckte »in-situ« Perowskitsolarzellen – ressourcenschonend und lokal produzierbar
17.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht Ein elektronischer Rettungshund
17.05.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics