Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frankreich: Offshore-Windanlagen - Geplante Investitionen von über 15 Milliarden Euro

09.09.2010
Der französische Staat wird im September 2010 eine Ausschreibung für ein bedeutendes Programm zum Bau von mindestens 600 Windrädern im Meer starten.

Sie sollen in einigen Jahren 3000 Megawatt Strom produzieren, was der Kapazität von zwei modernen Kernkraftwerken entspricht. Das Ministerium für Energie und Ökologie hofft auf Investitionen der Energieunternehmen von 15 bis 20 Milliarden Euro.

Die dafür vorgesehenen Gebiete sind die Pays de la Loire, der Norden der Bretagne, das Languedoc-Roussillon und die Normandie; detaillierte Angaben werden im September veröffentlicht.

Diese geographische Verteilung soll dazu beitragen, den Einfluss auf die Landschaft und die Schifffahrt zu begrenzen. Der Staat muss die einzelnen Gebiete jedoch noch weiter aufgliedern, um die Kosten für die notwendigen Infrastrukturen für Stromanschlüsse gleichmäßig aufzuteilen.

Ziel dieser Ausschreibung ist es nicht allein, die Möglichkeiten der Stromerzeugung auszubauen, sondern auch dazu beizutragen, dass sich in Frankreich ein wirklicher Industriezweig in diesem Bereich entwickelt.

Die Projekte werden sowohl nach ihren veranschlagten Kosten beurteilt, als auch danach in welchem Maße sie die bereits vorhandenen Hafeninfrastrukturen und das französische Know-How einbeziehen.

Das Programm ist auf lange Sicht angelegt. Vor 2015 ist kein Bau eines Windrads im Meer vorgesehen. Das Umweltministerium nutzt für diese Ausschreibung einen ganz neuen Ansatz: Einen Zeitraum der "Risikominimierung". Die ausgewählten Investoren erhalten erst nach anderthalb Jahren eine definitive Zusage.

In dieser Zeit sollen sie beweisen, dass ihr Projekt zu den veranschlagten Kosten umsetzbar ist. Es geht darum, die Projekte herauszufiltern, die zwar auf dem Papier verführerisch scheinen, praktisch aber nicht umzusetzen sind: Die erste 2004 gestartete Ausschreibung für Offshore-Windanlagen brachte beispielsweise keine konkreten Ergebnisse. Im Bereich der erneuerbaren Energien ist das Kriterium "Preis" maßgeblich.

So sind die ausgewählten Projekte zwar immer die preiswertesten, aber auch die unsichersten. Bei der Offshore- Windenergie ist das Risiko des Scheiterns besonders hoch. Der Bau einer Windanlage setzt umfassende Studien des Meeresbodens voraus. Aufgrund ihrer hohen Kosten werden diese nie vor dem endgültigen Auftragszuschlag ausgeführt, was dazu führt, dass die im Angebot genannten Preise später oft deutlich überschritten werden.

Die nötigen Investitionen und die Komplexität der Projekte machen die Bildung von Großkonzernen notwendig. Zusammenschlüsse von Stromunternehmen wie GDF Suez oder Iberdrola, von Herstellern von Turbinen wie Siemens, General Electric oder Alstrom und von Experten im Bauingenieurwesen sind zu erwarten.

Quelle: "Eoliennes en mer : plus de 15 millards d'euros d'investissements en vue", Les Echos - 24.08.2010 http://www.lesechos.fr/info/energie/020707154531-eoliennes-en-mer-plus-de-15-millards-d-euros-dinvestissements- en-vue.htm

Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr

Claire Vaille | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Planungstool für die Energiewende: Open Source Plattform für Stromnetze
05.12.2016 | Technische Universität München

nachricht SmartMeter analysieren mit Algorithmen den Stromverbrauch
01.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden «Krebssignatur» in Proteinen

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wichtiger Prozess für Wolkenbildung aus Gasen entschlüsselt

05.12.2016 | Geowissenschaften

Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen

05.12.2016 | Ökologie Umwelt- Naturschutz