Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsverbund "Geothermie und Hochleistungsbohrtechnik" entwickelt neue Konzepte zur Erschließung tiefer Erdwärme

20.05.2009
Geothermie in Niedersachsen

"Wir verfolgen ein ehrgeiziges Ziel: das im niedersächsischen Untergrund vorhandene geothermische Potenzial künftig umfassend für Wärme- und Stromversorgung zu nutzen. So schaffen wir neben der Energiegewinnung aus Wind und Biomasse mit der Geothermie ein drittes Standbein für den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien in Niedersachsen", sagte der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann, am (heutigen) Mittwoch bei der Auftaktveranstaltung des neuen Forschungsverbundes "Geothermie und Hochleistungsbohrtechnik" (gebo) in Celle.

Die Erschließung tiefengeothermischer Energie ist bisher allerdings mit hohen Kosten verbunden. "Ziel des Forschungsverbundes gebo ist daher die Erforschung neuer Konzepte zur wirtschaftlichen Gewinnung geothermischer Energie aus tiefen geologischen Schichten", fasste Kurt M. Reinicke, Sprecher des Verbundes und Professor am Institut für Erdöl- und Erdgastechnik der TU Clausthal, zusammen.

Der Forschungsverbund gebo vereine dazu die Stärken der beteiligten niedersächsischen Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in den Geowissenschaften, der Bohrtechnik, den Werkstoffwissenschaften und den Technischen Systemen. "An der Aufstellung des Verbundes freut mich besonders, dass er die Vernetzung innerhalb der Niedersächsischen Technischen Hoch¬schule (NTH) voranbringen wird und dass wir mit Baker Hughes das international führende Unternehmen für Bohrtechnologien als Partner gewinnen konnten," ergänzte Minister Stratmann.

Bis zu 9,5 Millionen Euro stellt das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur in den kommenden fünf Jahren für das Vorhaben zur Verfügung. Baker Hughes ergänzt diese Förderung um bis zu 2,3 Millionen Euro.

Das geothermische Potenzial Niedersachsens in tiefen geologischen Schichten - also in über 1000 Meter Tiefe - ist enorm und übersteigt den Energiegehalt aller konventionellen Energieträger um ein Vielfaches. Zur Nutzbarmachung dieses Potenzials für Strom- und Direktwärmenutzung wird der Forschungsverbund neben geologisch-geophysikalischen Explorations- und Charakterisierungsmethoden insbesondere neue Bohrverfahren, Werkstoffe und elektronische Bauteile entwickeln, die an die extremen Bedingungen geothermischer Tiefbohrungen angepasst sind.

"Die elektronischen Bauteile sowie die Werkstoffe müssen während des Bohreinsatzes erschütterungsfest sein und - bedingt durch die große Tiefe - bei hohen Drücken (bis zu 1000 bar) und hohen Temperaturen (bis zu 250°C) sicher funktionieren", beschrieb Professor Reinicke die besonderen Herausforderungen. Außerdem müssen sie gegenüber den im norddeutschen Becken auftretenden salzhaltigen Grundwässern der tiefen Aquifere, die leicht zu Salzverkrustungen und Salzkorrosion führen können, widerstandsfähig sein.

Neben der Entwicklung dieser innovativen technischen Komponenten soll auch der gesamte Bohrprozess optimiert werden, um eine deutliche Reduktion der Herstellungskosten von Tiefbohrungen zu erreichen. Die geologischen Untersuchungen konzentrieren sich vor allem auf unterirdische Strukturen wie Verwerfungen oder Klüfte, da diese hohen Zuflussraten der Thermalwässer versprechen.

Vor dem Hintergrund dieser Aufgabenstellungen ist der Forschungsverbund in vier thematischen Schwerpunkten organisiert:

o Geosystem
Leiter: Dr. Rüdiger Thomas, Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG), Hannover
o Bohrtechnik
Leiter: Dr. Dr. Catalin Teodoriu, Institut für Erdöl- und Erdgastechnik, TU Clausthal
o Werkstoffe
Leiter: Professor Dr. Georg-Peter Ostermeyer, Institut für Dynamik und Schwingungen, TU Braunschweig; gleichzeitig stellvertretender Sprecher des Forschungsverbundes
o Techniksystem
Leiter: Professor Dr. Ludger Overmeyer, Institut für Transport und Automatisierungstechnik, Leibniz Universität Hannover

Daneben sind das Geowissenschaftliche Zentrum der Universität Göttingen sowie die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover maßgeblich beteiligt. Die Leitung wird durch eine am Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) in Goslar eingerichtete Geschäftsstelle unterstützt.

Sprecher:
Prof. Dr. Kurt M. Reinicke
Sprecher des Forschungsverbundes gebo
TU Clausthal
Institut für Erdöl- und Erdgastechnik
Tel. 05232 72-2240
Email: gebo-sprecher@efzn.de
gebo-Geschäftsstelle:
Dipl.-Wi.-Ing. Richard Scharff
Energie-Forschungszentrum Niedersachsen
gebo-Geschäftsstelle
Tel. 05321 6855-135
Email: gebo@efzn.de

Petra Wundenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.mwk.niedersachsen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Körperenergie als Stromquelle
22.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht „Cool“ bleiben im Büro: Wasser als Kältemittel im Alltag bald vor Durchbruch?
22.08.2017 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

6. Leichtbau-Tagung: Großserienfähiger Leichtbau im Automobil

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Turbulente Bewegungen in der Atmosphäre eines fernen Sterns

23.08.2017 | Physik Astronomie

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten