Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsprojekte zur Lithium-Luft-Batterie gestartet

05.07.2011
Auftakt am Batterieforschungszentrum MEET

Am Batterieforschungszentrum MEET der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) hat am Dienstag, 5. Juli, der Auftakt der Forschungsprojekte "GLANZ" und "STELLA" stattgefunden.

Die beiden Verbundvorhaben zielen darauf ab, die Speicherkapazität von elektrochemischer Energie in wiederaufladbaren Batterien zu steigern und somit größere Reichweiten für Elektroautos zu erzielen. Dabei wird auf die Weiterentwicklung der Lithium-Luft-Technologie gesetzt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Projekte mit insgesamt rund 5,6 Millionen Euro. Davon entfallen mehr als zwei Millionen Euro auf die Universität Münster.

Die beiden Vorhaben werden im Rahmen der BMBF-Initiative "Schlüsseltechnologien für die Elektromobilität" gefördert. Mit den Projekten soll die Spitzenforschung am Standort Deutschland gestärkt und die Kompetenz in der Elektrochemie weiter ausgebaut werden.

Ziel beider Projekte ist es, die Speicherkapazität von Batterien entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verbessern – angefangen von den Materialien bis hin zur fertigen Zelle. "Die Energieinhalte in Akkumulatoren deutlich zu erhöhen, ist die Voraussetzung für größere Reichweiten und somit auch dafür, die Elektromobilität nachhaltig zur Marktreife zu bringen", betont STELLA-Projektkoordinator Privatdozent Dr. Leo van Wüllen von der Universität Münster. Die Lithium-Luft-Batterie böte mit ihren extrem hohen theoretischen Energiedichten hierzu eine vielversprechende Möglichkeit. "Entscheidend ist, das System praxistauglich zu machen", sagt Prof. Dr. Martin Winter, der gemeinsam mit Prof. Dr. Stefano Passerini das MEET-Batterieforschungszentrum in den Projekten vertritt. Neben der Energiedichte werden auch die Lebensdauer und die Recyclingfähigkeit von Batterien unter die Lupe genommen.

"GLANZ" ist die Abkürzung für "Durch Glas geschützte Anode und Zelle" und steht für das Projekt "Wiederaufladbare Lithium-Luft-Zelle mit glasbasierten Festkörperelektrolyten und geschützter Anode". Partner sind in dem Vorhaben neben der Universität Münster die Unternehmen Schott, Chemetall, Varta und Volkswagen. "Wesentliche Impulse sollen vom applikationsgerechten Verbau neuentwickelter Lithium-Ionen leitender Materialien erfolgen", sagt "GLANZ"-Projektkoordinator Dr. Wolfgang Schmidbauer von der Schott AG.

Das Kürzel "STELLA" leitet sich von "Strukturierte Elektroden für Metall-Luft-Akkumulatoren" ab. An diesem Vorhaben ist neben der WWU federführend die Universität Hamburg mit Prof. Dr. Michael Fröba beteiligt.

MEET steht für "Münster Electrochemical Energy Technology". Ein internationales Team von rund 75 Wissenschaftlern arbeitet hier an der Weiterentwicklung von innovativen elektrochemischen Energiespeichern. Dabei bringt MEET wissenschaftliche Grundlagenforschung und industrielle Anwendungen an einem Ort zusammen. Als Kooperationspartner sind bereits mehr als 30 Firmen an Bord, die die gesamte Wertschöpfungskette der Batterieherstellung vertreten – vom Rohmaterialienlieferanten bis zum Anwender. Unterstützt wurde der Aufbau des Batteriezentrums von der Universität Münster, dem Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen.

Dr. Christina Heimken | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/MEET/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Simulation von Energienetzwerken für Strom, Gas und Wärme
19.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

nachricht MathEnergy: Mathematische Schlüsseltechniken für Energienetze im Wandel
19.09.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie