Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsprojekt FLIP: Kostensenkung bei kleinen PV-Wechselrichtern

13.01.2014
Gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Industrie hat die Universität Kassel ein Forschungsprojekt zur Optimierung von Aufbau- und Verbindungstechnologien speziell für kleine Photovoltaik-Wechselrichter gestartet.

Die ambitionierten energie- und klimapolitischen „20-20-20 Ziele“ der Europäischen Union umfassen für das Jahr 2020 eine Senkung des Primärenergieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen um jeweils 20 % sowie eine Anhebung des Anteils der erneuerbaren Energiequellen auf 20 %.

Um diese Ziele zu erreichen, schlägt die EPIA (European Photovoltaic Industry Association) einen deutlichen Ausbau der Photovoltaik (PV) und einen PV-Stromanteil von 12 % vor. Dies entspricht einer installierten PV-Kapazität von 70 GWpeak in Deutschland und 350 GWpeak in Europa.

Erhebliche Erfolgsfaktoren für eine derart umfangreiche Nutzung der Photovoltaik sind die Kosten, die Lebensdauer und die Zuverlässigkeit von Solaranlagen. PV-Wechselrichter sind als zentrale Komponente von Solaranlagen maßgeblich für deren Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit mitverantwortlich.

Ein wichtiges Ziel des Verbundvorhabens FLIP (Fast-Switching Low-Impedance Process-Optimized,) ist es, die Material- und Herstellungskosten von PV-Wechselrichtern durch innovative und prozessoptimierte Aufbau- und Verbindungstechnik von Modulen mit schnellen Halbleiterschaltern weiter zu senken. Neben der Universität Kassel sind die Infineon Technologies AG als assoziierter Partner, die RUWEL International GmbH, die SMA Solar Technology AG und die Technische Universität Berlin an dem auf drei Jahre angelegten Forschungsvorhaben beteiligt. Die Koordination des Projekts liegt bei der Universität Kassel.

Die Partner im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt FLIP untersuchen Lösungen für Kleinwechselrichter (bis 3 kW), die zu einer deutlichen Verringerung des Material- und Produktionsaufwands und somit der Kosten führen. Die wichtigste Aufgabe im Projekt ist es, den herkömmlichen und heute noch sehr komplexen Geräteaufbau zu vereinfachen.

Dazu werden alternative Aufbau- und Verbindungstechnik sowie Kühlungskonzepte für PV-Wechselrichter erforscht, bewertet und zusammen mit neuesten Leistungshalbleitern eingesetzt. Für eine im Projekt auszuwählende Konstruktion werden vollständige Demonstratoren aufgebaut, um die Leistungsfähigkeit und Praxistauglichkeit der gefundenen Lösungen nachzuweisen.

Das Projekt läuft von September 2013 bis Ende August 2016. Das Projektvolumen beträgt 3,24 Mio. Euro. Davon werden ca. 60 % durch das BMBF im Rahmen der Fördermaßnahme „Leistungselektronik zur Energieeffizienz-Steigerung (LES) – Teil 2: Elektronik für die Energie der Zukunft“ bereitgestellt.

Über das Konsortium:
· Universität Kassel; KDEE und Fachgebiet EVS: Das Kompetenzzentrum Dezentrale Elektrische Energieversorgungstechnik (KDEE) an der Universität Kassel befasst sich mit geräteorientierter Energiesystemtechnik für die Nutzung erneuerbarer Energien und ist thematisch und personell eng verbunden mit dem Fachgebiet Elektrische Energieversorgungssysteme (EVS).

· Infineon Technologies AG (assoziierter Partner): Mit weltweit rund 26.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist Infineon als Hersteller von Halbleiterbauelementen weltweit die Nummer 1 im Segment der Leistungselektronik. Infineon ist weltweiter Vorreiter bei SiC-Bauelementen (thinQ!™ in 2001) und Si-Kompensationsbauelementen (CoolMOS™).

· RUWEL International GmbH: RUWEL ist der traditionsreichste europäische Leiterplattenhersteller, der 1956 als erster die seriengefertigte „gedruckte Schaltung“ auf dem Markt einführte, und ist heute einer der bedeutendsten Hersteller von Leiterplatten in Europa.

· SMA Solar Technology AG: Die SMA Gruppe ist Weltmarktführer bei Photovoltaik-Wechselrichtern, einer zentralen Komponente jeder Solarstromanlage, und bietet als Energiemanagement-Konzern innovative Schlüsseltechnologien für künftige Energieversorgungsstrukturen an. Sie hat ihren Hauptsitz in Niestetal bei Kassel und ist international in 21 Ländern vertreten.

· Technische Universität Berlin: Der Forschungsschwerpunkt „Technologien der Mikroperipherik“ der Technischen Universität Berlin erforscht und entwickelt Methoden und Technologien der Aufbau- und Verbindungstechnik von mikroelektronischen und mikrosystem-technischen Bauteilen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die enge Kooperation mit dem Fraunhofer IZM.

Kontakt:
Dr.-Ing. Samuel Araújo
Universität Kassel
Kompetenzzentrum für Dezentrale Elektrische Energieversorgungstechnik (KDEE)
Fachgebiet Elektrische Energieversorgungssysteme (EVS)
Tel.: +49 561 804-6516
E-Mail: s.araujo@uni-kassel.de

Andrea Haferburg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Hochleitfähige Folien ermöglichen großflächige OLED-Beleuchtung
29.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

nachricht Fraunhofer-Forscher entwickeln Hochdrucksensoren für Extremtemperaturen
28.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Designte Proteine gegen Muskelschwund

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Benzin und Chemikalien aus Pflanzenresten

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hochleitfähige Folien ermöglichen großflächige OLED-Beleuchtung

29.06.2017 | Energie und Elektrotechnik