Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsplattform FINO3 nimmt ihren laufenden Betrieb 80 km vor Sylt auf

31.08.2009
In Zukunft werden Windenergie-Anlagen nicht nur an Land (onshore), sondern zunehmend auch in der offenen See (offshore) errichtet, um die dort vorherrschenden guten Windverhältnisse zu nutzen.

Zur Vorbereitung der Offshore-Windenergienutzung wurde heute (31. August), etwa 80 km vor Sylt in der Nordsee die Forschungsplattform FINO3 in Betrieb genommen. Für mindestens 10 Jahre soll FINO3 Daten liefern und dabei Wellenhöhen von über 18 m standhalten.


Im laufenden Betrieb wird FINO3 neben der Erhebung meteorologischer und ozeanographischer Daten sowie Beobachtungen des Vogelzugs eine Reihe technischer Parameter messen, etwa Windturbulenzen, Blitzschläge und Wechselwirkungen von Fundament und Boden.

Die offizielle Inbetriebnahme erfolgte während einer Veranstaltung am Montag im Schloss vor Husum. Nachdem Björn Lehmann-Matthaei, Geschäftsführer der Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH, einen Überblick zu FINO3 gegeben hatte, flogen Wirtschaftsminister Dr. Jörn Biel und Ministerialrat Udo Paschedag, Leiter des Referats Wasserkraft, Windenergie und Netzintegration der Erneuerbaren Energien im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, zusammen mit dem Projektleiter Jan Bachmann per Hubschrauber zur Plattform, um vor Ort den Betrieb zu starten.

Für Wirtschaftsminister Dr. Jörn Biel ist die Inbetriebnahme der Forschungsplattform FINO3 das Signal für den Ausbau der Offshore-Windenergie vor Schleswig-Holsteins Westküste. "Windanlagenhersteller, Planer und Betreiber benötigen zuverlässige Daten für den Betrieb von Windenergieanlagen unter den rauen Bedingungen der Nordsee. Diese Daten erhalten sie jetzt unmittelbar aus dem Bereich vor unserer Küste. Zulieferindustrie und Dienstleistungsunternehmen können damit noch konsequenter als bisher in dieses Marktsegment einsteigen", sagte Biel. FINO3 liefere damit die Basis für neue, zukunftsweisende Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein."

Die Plattform wird mit Inbetriebnahme auch konkret für Forschungsarbeiten genutzt. Das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein fördert in dem Zusammenhang zwei zukunftsweisende Projekte, die der Verbesserung der Sicherheit bzw. der Effizienz von Offshore-Windenergieanlagen dienen: Mit über 290.000 € wird ein Projekt zur Messung und Analyse hochfrequenter Turbulenzanteile im Offshore-Wind zur Optimierung von aerodynamischen Blattprofilen gefördert. Des Weiteren wird mit knapp 250.000 € ein Projekt unterstützt, bei dem Blitzhäufigkeiten und Blitzstromparameter gemessen werden, um die potenziellen Auswirkungen auf Offshore-Windparks zu ermitteln.

Hintergründe zu FINO 3:

Die Errichtung und der Betrieb der geplanten Offshore-Windenergieparks stellen neue Anforderungen an alle an diesem Prozess Beteiligten. Die Windenergieanlagen sowie alle anderen notwendigen technischen Anlagen müssen für den Einsatz im Offshore-Bereich weiterentwickelt oder völlig neu konzipiert werden. Betriebskonzepte müssen erarbeitet, Finanzierungsmodelle erstellt werden. Für diese Aufgaben benötigen Forschung und Wirtschaft als Arbeitsgrundlage Daten, die noch nicht oder nur in unzureichender Quantität und Qualität vorliegen.

Im Auftrag des Bundesumweltministeriums sowie des Wirtschaftsministeriums des Landes Schleswig-Holstein wurde 45 Seemeilen vor der deutschen Nordseeküste die Forschungsplattform FINO3 errichtet. Seit Ende 2005 erstellte das "Kompetenzzentrum Offshore Windenergienutzung - Nordsee Entwicklungsplattform für Technologie und Naturschutz (FINO3-NEPTUN)" unter der Leitung der Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH notwendige Infrastrukturen wie Unterbau, Plattform, Mast und technische Ausstattung. An vier Hochschulen aus Kiel, Hannover und Braunschweig sowie vier weitere Institute und Unternehmen wurden vom Kompetenzzentrum FuE-Aufträge vergeben.

Anfang August 2008 wurde der Monopile von FINO3 gegründet. Bereits während dieser Baumaßnahme wurden mehrere Forschungsprojekte durchgeführt; darunter Messungen zur Bodendynamik während der Gründung sowie zur Wirksamkeit eines Blasenschleiers als Lärmschutz für Meeressäuger.

Im Juni 2009 erfolgten die Montage des Transition Pieces auf dem Gründungspfahl und das Aufsetzen des Arbeitsdecks mit vier Containern für Energie- und Datentechnik, Helikopter-Landedeck sowie des Messmastes.

Die Projektmittel von 12,8 Mio. € für den Bau der Plattform und die wissenschaftlichen Projekte wurden vom Land Schleswig-Holstein, vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und von der Europäischen Union (Regionalprogramm 2000) aufgebracht.

FINO3 steht konzeptionell in Zusammenhang mit den Forschungsplattformen FINO1, 45 km nördlich von Borkum, und FINO2, 40 km nordwestlich von Rügen. Laut Strategiepapier der Bundesregierung zur Windenergienutzung von 2002 sollten in drei potenziellen Eignungsgebieten und in unmittelbarer Nähe von geplanten und beantragten größeren Offshore-Windparks drei Offshore-Forschungsplattformen errichtet werden.

Kontakt
Forschungs- und Entwicklungszentrum
Fachhochschule Kiel GmbH
Schwentinestraße 24
24149 Kiel
Dipl.-Ing. Bastian Barton
Tel. 0431 218-4454
Fax: 0431 218-4451
E-Mail: bastian.barton@fh-kiel-gmbh.de
Das Regionalprogramm 2000 bildet in Schleswig-Holstein in der Förderperiode 2000-2006 das Dach für die EU-Förderung nach dem Ziel 2 aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Infrastrukturförderung aus der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" sowie zusätzlichen Landesmitteln. Programmziel ist die Förderung von Wachstum, Innovation und Beschäftigung in strukturschwachen Regionen durch Verbesserung der Standortbedingungen und Stärkung der regionalen wirtschaftlichen Potenziale. Die Europäische Union beteiligt sich mit Fördermitteln in Höhe von ca. 258 Millionen Euro am Ziel 2-Programm des Landes Schleswig-Holstein in den Jahren 2000 - 2006. Das Ziel 2 der EU-Strukturfonds fördert die wirtschaftliche und soziale Umstellung der Gebiete mit Strukturproblemen und wird in Schleswig-Holstein aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit 221,75 Millionen Euro sowie dem Europäischen Sozialfonds (ESF) mit 36, 57 Millionen Euro unterstützt.

Frauke Schäfer | idw
Weitere Informationen:
http://www.fino3.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Graduiertenschule HyPerCells entwickelt hocheffiziente Perowskit- Dünnschichtsolarzelle
17.08.2017 | Universität Potsdam

nachricht Lasersensoren LAH-G1 – Optische Abstandssensoren mit Messwertanzeige
15.08.2017 | WayCon Positionsmesstechnik GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie