Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung für eine Zukunft ohne Elektrosmog und Kabelgewirr

15.11.2010
In einer immer stärker technisierten Welt finden sich in jedem Haushalt unzählige elektrische Geräte. Unansehnliches Kabelgewirr und Elektrosmog gehören heute beinahe zum Alltag.

So surfen die meisten Nutzer des Hochgeschwindigkeits-Internets über ein Drahtlosnetzwerk, elektromagnetische Strahlung breitet sich dabei in der ganzen Wohnung aus, obwohl die Funkverbindung in der Regel nur den Computer erreichen sollte.

Die überflüssige Strahlung könnte bald der Vergangenheit angehören, denn am Institut für Nanostrukturtechnologie und Analytik (INA) der Universität Kassel arbeiten Wissenschaftler derzeit daran, elektromagnetische Strahlen zu bündeln und punktgenau zum Bestimmungsort zu lenken.

Entwickelt wird das Verfahren am INA unter anderem von Yasuaki Monnai. Der 26-jährige Doktorand der University of Tokyo forscht in seiner Heimat an vernetzten Sensorsystemen. Er arbeitet beispielsweise in Tischplatten versteckte Leiterstrukturen ein, über die durch bloßes Ablegen auf dem Tisch ein Handy aufgeladen werden kann.

Finanziert durch ein japanisches Stipendium arbeitet Monnai für ein Jahr bei Prof. Dr. Hartmut Hillmer, Leiter der Technischen Elektronik am INA. Hillmer selbst hat ein in Fensterscheiben verborgenes Mikrospiegelsystem entwickelt, das Licht bündeln und in unterschiedliche Richtungen in den Raum lenken kann. Die Forscher arbeiten für ihr neuestes Projekt nun daran, die beiden Verfahren miteinander zu kombinieren. Die Zukunft könnte dann so aussehen: In der Tapete einer Wand wird eine Metallplatte mit beweglichen Mikroantennen angebracht.

Durch Ein- und Ausschalten einzelner Antennenplättchen kann die benötigte elektromagnetische Strahlung gebündelt und in eine gewünschte Richtung gelenkt werden kann. "Die Mikroantennen arbeiten im Prinzip wie ein Orchester, je nachdem welche Instrumente gebraucht werden, spielt auch eine bestimmte Anzahl von Antennen zusammen", erklärt Hillmer.

"Dadurch lässt sich ein elektromagnetischer Informationsstrahl aussenden, der jeden Punkt in jedem Winkel eines Raumes fokussieren und ansteuern kann." Die Strahlen des Drahtlosnetzwerks würden dann nicht mehr einen ganzen Raum ausfüllen, sondern sich gezielt auf den Computer ausrichten, ohne Kabelgewirr und Elektrosmog. Gleichzeitig könnten mit einem Informationsstrahl Geräte aktiviert werden oder auch untereinander kommunizieren.

Die Einsatzmöglichkeiten des neuen Verfahrens sind für Hillmer nahezu
unbegrenzt: "Die dabei zum Einsatz kommende Infrarotstrahlung ist nicht gesundheitsschädlich und kann in verschiedensten Bereichen, etwa in der Krebsvorsorge, eingesetzt werden."
Info
Prof. Dr. Hartmut Hillmer
Universität Kassel
Institut für Nanostrukturtechnologie und Analytik tel (0561) 804 4485 fax (0561) 804 4488 e-mail hillmer@ina.uni-kassel.de www.ina-kassel.de
Dr. Guido Rijkhoek
Universität Kassel
Leiter Kommunikation,
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
tel (0561) 804 2217
fax (0561) 804 7216
e-mail rijkhoek@uni-kassel.de

Dr. Guido Rijkhoek | Universität Kassel
Weitere Informationen:
http://www.ina-kassel.de
http://www.uni-kassel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Geräteschutzschalter erfüllt NEC Class 2
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Elektronikgehäuse für Anzeigeeinheiten
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften