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Forscher entwickeln vergleichbare Leistungsmessung für Brennstoffzellenmodule

11.12.2014

Für eine emissionsfreie und netzunabhängige Stromversorgung werden – zum Beispiel im Campingbereich – zunehmend Brennstoffzellenmodule entwickelt. Um ihre Eigenschaften zu ermitteln, können Hersteller ihre Produkte zurzeit nach der DIN EN IEC 62282-2 untersuchen. Doch welche Rückschlüsse lassen die dort beschriebenen Prüfmethoden auf die Vergleichbarkeit unterschiedlicher Modelle zu?

Mit dieser Frage befasst sich das im September 2014 gestartete Forschungsprojekt VariPrüfBZ („Untersuchung der Variabilität von Prüfmethoden und Randbedingungen zur Vergleichbarkeit der Ergebnisse von Brennstoffzellenprüfungen nach der DIN EN IEC 62282-2“).


Im Verlauf des Projekts werden mehrere kommerziell verfügbare Brennstoffzellenmodule geprüft. Anschließend können die Projektbeteiligten die Vergleichspräzision des Prüfverfahrens ermitteln

NEXT ENERGY

In dem Projekt arbeitet das EWE-Forschungszentrum NEXT ENERGY mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE (Freiburg) und dem Projektkoordinator Zentrum für BrennstoffzellenTechnik ZBT GmbH aus Duisburg zusammen. Die Laufzeit dieses vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der Fördermaßnahme „FuE-Transfer durch Normung und Standardisierung“ (TNS) unterstützten Forschungsvorhabens beträgt zwei Jahre.

Im derzeit gültigen DIN-Prüfverfahren werden in erster Linie die grundlegenden Sicherheitsanforderungen für Brennstoffzellenmodule festgelegt. Allerdings ist die Beschreibung der Prüfmethoden relativ offen gehalten, so dass die Ergebnisse einigen Interpretationsspielraum zulassen. An diesem Punkt setzen die Projektbeteiligten aus Duisburg, Freiburg und Oldenburg an: Sie erarbeiten derzeit eine Testmatrix, nach der in den kommenden Monaten unterschiedliche kommerziell verfügbare Brennstoffzellenmodule geprüft werden.

„Diese Untersuchungen wiederholen wir in einem Ringversuch soweit wie möglich an den Testständen aller Projektpartner, so dass wir die Ergebnisse anschließend direkt miteinander vergleichen können“, erklärt Dr. Corinna Harms, VariPrüfBZ-Projektleiterin bei NEXT ENERGY. „Somit können wir die Vergleichspräzision des Prüfverfahrens ermitteln. Gleichzeitig erhalten wir Hinweise auf Abhängigkeiten zwischen einzelnen Parametern.“

Aus den gewonnenen Verfahrenskennwerten wollen die Wissenschaftler im Laufe des Projekts Erkenntnisse über verschiedene Einflussfaktoren sammeln, die zum Beispiel durch Mess-Ungenauigkeiten, Laborbedingungen, Transport, Luft- und Wasserstoffqualität oder die Messumgebung verursacht werden.

„Somit erzielen wir nicht nur mehr Transparenz und Vergleichbarkeit im Bereich der normgerechten Prüfung von Brennstoffzellen,“, fasst Joachim Jungsbluth, Koordinator des Projektes, zusammen, „sondern geben auch einen Anstoß für die Ausarbeitung eines neuen Normentwurfs, der speziell auf die Leistungsprüfung von Brennstoffzellenmodulen ausgerichtet ist.“

Eine entsprechende Empfehlung für die Erweiterung der „DIN EN IEC 62282“-Reihe um eine Leistungsprüfung wäre in Anlehnung an die DIN EN IEC 62282-3-200 für stationäre Brennstoffzellensysteme zu sehen. Hier gibt es speziell für stationäre Systeme eine Norm zur Leistungsmessung, die es für Brennstoffzellenmodule aktuell noch nicht gibt. Diskutiert werden die Ergebnisse in der letzten Projektphase im Expertenforum der Workshopreihe „Zulassung – Zertifizierung – Normung“, das Anfang 2016 turnusgemäß am ZBT in Duisburg stattfinden soll.


Weitere Informationen:

http://www.next-energy.de/

Heinke Meinen | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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