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Forscher entwickeln Segelboot-Hybridantrieb

17.05.2010
Fahrt unter Segel lädt Akku für elektrifizierte Andockmanöver

Forscher an der Universität des Baskenlandes (EHU) haben einen Ansatz entwickelt, um Segelboote noch umweltfreundlicher zu machen. Dazu setzen sie darauf, den Wind in den Segeln auch zum Aufladen eines Akkus zu nutzen. Dann können beispielsweise Andockmanöver im Hafen weitgehend im Elektrobetrieb durchgeführt werden, sodass weniger Abgase vom schiffseigenen Verbrennungsmotor anfallen.

"Wenn das Schiff mit Wind in den Segeln fährt, fungiert die Schiffschraube als Turbine, die einen Generator zum Aufladen der Batterien antreibt", erklärt Juan Luis Larrabe Barrena, Ingenieur an der Higher Nautical and Naval Engineering Technical School der EHU, gegenüber pressetext. Der Hybridansatz soll am universitätseigenen 24-Meter-Segelschiff "Saltillo" erprobt werden.

Strom statt Speed

Der Zugang ist nicht unbedingt etwas für Speed-Freaks. Denn dass die Fahrt unter Segel gleichzeitig auch der Windenergiegewinnung dient, hat seinen Preis. "Wir opfern letztendlich Geschwindigkeit, um Strom zu gewinnen", sagt Larrabe Barrena. Wie stark dieser Effekt ist, sei von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise dem Schiffsschraubendurchmesser und der Zahl der Rotorblätter abhängig. "Aber es geht bei dieser Art von Hybridschiff nicht um Spitzengeschwindigkeiten, sondern um Energieeffizienz", betont der Ingenieur.

Einen Vorteil verspricht der Ansatz insbesondere, wenn im Hafen ab- oder angelegt wird. Denn dann treibt ein Elektromotor die Schiffsschraube an und sorgt so für sauberen Schub. Auf eine Verbrennungsoption kann beim Hybridantrieb aber noch nicht ganz verzichtet werden, da die Reichweite des E-Antriebs bei Notfällen oder Flaute zu gering wäre. "Diesbezüglich sind die Akkus noch ein Hindernis in Sachen Kapazität, Volumen, Gewicht und Preis", erklärt Larrabe Barrena.

Sprung in die Praxis

Das Projekt wurde bereits 2008 in Angriff genommen. Dabei haben die Forscher zunächst mithilfe mathematischer Modelle des Schiffs und seiner Komponenten daran gearbeitet, einen möglichst effizienten Hybridisierungsansatz zu entwerfen. Nun steht mithilfe der Saltillo der nächste Schritt, die praktische Umsetzung, an.

Ehe das Segelschiff mit dem prototypischen Hybridantrieb ausgestattet wird, soll aber noch genau der Verbrauch und Schadstoffausstoß des aktuellen Dieselantriebs gemessen werden. Diese Daten können dann einerseits mit den Modellvorhersagen sowie in weiterer Folge durchgeführten praktischen Tests mit dem Hybridsystem verglichen werden, um dessen konkreten Nutzen klar zu bewerten.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ehu.es

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