Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Flugzeugsprit aus Abfall

17.02.2010
British Airways: 72 Mio. Liter Treibstoff aus 500.000 Tonnen Müll

British Airways hat Pläne für ein neues Biofuel-Kraftwerk verkündet. Ab 2014 soll ein Teil der Flotte mit Biotreibstoff fliegen, der aus Abfällen hergestellt wird. Insgesamt 500.000 Tonnen Abfall sollen jährlich 72 Mio. Liter Treibstoff liefern. Technologiepartner wird die US-amerikanische Solena-Group sein.

2012 wird im Osten Londons mit dem Bau des Kraftwerks begonnen, zwei Jahre später soll dann der erste Biotreibstoff produziert werden. Mit der Inbetriebnahme des Kraftwerks werden bis zu 1.200 neue Arbeitsplätze geschaffen, berichtet die Solena-Group.

Treibhausgasreduktion als Thema für Airliner

Nach Angaben der Fluggesellschaft ist die erzielbare Biotreibstoffmenge so groß, dass die doppelte Anzahl von British Airways Flügen vom London City Airport damit betankt werden könnte. Im Vergleich dazu würde das allerdings für nur zwei Prozent aller abgehenden Flüge vom Flughafen London Heathrow aus reichen.

Nach Angaben von British Airways soll mit dem Projekt nicht nur die Menge an Treibhausgasen in der Luftfahrt reduziert, sondern auch der Methan-Ausstoß in Mülldeponien verringert werden. British-Airways-CEO Willie Walsh erklärte, dass die einzigartige Partnerschaft mit Solena dabei helfen werde, das gesetzte Umweltziel von British Airways zu erreichen. Das Unternehmen will den CO2-Ausstoß bis 2050 um 50 Prozent reduzieren.

BioSynGas aus Abfällen

"Bei der Solena-British-Airways-Kooperation wird effizient Biomasse kohlenstoffneutral in saubere Treibstoffe und Strom umgewandelt", so Robert Do, CEO der Solana-Group. Zur Treibstoffherstellung setzt man auf einen Hochtemperatur-Vergaser, der BioSynGas produziert. Mit der Fischer-Tropsch-Synthese - einem Verfahren zur Umwandlung von Synthesegas in flüssige Kohlenwasserstoffe - werden aus Abfallstoffen mit hohem Kohlenstoffgehalt Biojet-Treibstoff sowie Bionaphta hergestellt.

Das Kraftwerk wird Sauerstoff sowie geringe Mengen an Stickstoff, Argon, Wasserdampf und CO2 emittieren, werde an sich allerdings CO2-neutral sein, berichtet Solana auf seiner Website. Beim Verfahren entstehen Abfälle, die in der Bauindustrie, aber auch zur Stromherstellung genutzt werden können.

Deponiekosten als Ersparnis

500.000 Tonnen Biomasse, die sonst deponiert werden müssten, werden zur Treibstoffherstellung gebraucht. Lokale Behörden zahlen derzeit für die Deponierung von Biomasse eine Deponiesteuer, die pro Tonne 40 Pfund kostet. Bis 2013/14 rechnet man mit einem Anstieg auf 72 Pfund pro Tonne. Mit dem Kraftwerk sei es daher möglich, Kosten in der Höhe von 36 Mio. Pfund zu sparen.

Der Londoner Bürgermeister hat erst kürzlich seine Visionen zu Einsparungen der hohen Kosten für die Müllbeseitigung vorgestellt. Er zeigte sich angesichts der Pläne zum Kraftwerk sehr positiv. "Der Magistrat hat mit British Airways und Solana an der Durchführung des Projekts gearbeitet, um das massive Potenzial weiter auszubauen und grünere Energie aus Abfällen, die sonst deponiert würden, zu erzeugen."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.britishairways.com
http://www.solenagroup.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Leuchtende Nanoarchitekturen aus Galliumarsenid
22.02.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Neuer Sensor zur Messung der Luftströmung in Kühllagern von Obst und Gemüse
22.02.2018 | Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von Hefe für Demenzerkrankungen lernen

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Sektorenkopplung: Die Energiesysteme wachsen zusammen

22.02.2018 | Seminare Workshops

Die Entschlüsselung der Struktur des Huntingtin Proteins

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics