Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

FH JOANNEUM Kapfenberg nimmt Lawinengefahr ins Radar-Visier

09.03.2010
Ein Schweizer Wintersportort als ungewöhnliche Destination für Feldmessungen: Elektronik-Studenten der FH JOANNEUM Kapfenberg testeten am Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos ihre neue Entwicklung zur Charakterisierung der Schneedecke.

Um Lawinenlageberichte erstellen zu können, benötigt man sogenannte Schneeprofile, die Auskunft über den Schneedeckenaufbau geben. Dazu werden die Schneeschichten charakterisiert und ihre Härte und Dichte bestimmt. Wichtig für die Lawinenbildung sind vor allem Unterschiede in Härte und Dichte.

Eine automatisierte Methode, um den Schneedeckenaufbau zu ermitteln, entwickelten Studenten von "Elektronik & Technologiemanagement" der FH JOANNEUM Kapfenberg. Im Rahmen einer Bachelor-Arbeit entwarfen sie eine Radaranlage, die Eigenschaften der Schneedecke messen kann, ohne ein Loch graben zu müssen.

Erfolgreicher Test

Um diese "berührungslose" Messanlage testen zu können, verbrachten die Studenten Robert Petzl und Thomas Platzer einige Tage im bekannten Schweizer Wintersportort Davos. Die Messungen im berühmten Versuchsfeld des Institutes für Schnee- und Lawinenforschung SLF der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) am Weissfluhjoch auf 2540 Meter Seehöhe ergaben erstaunliche Ergebnisse: "Die von den Studenten entwickelte Radaranlage ermittelte Schneeprofile, die in wesentlichen Aspekten mit den von SLF-Experten manuell erhobenen Messdaten übereinstimmten", freut sich FH-Professor Robert Okorn, der das Studententeam betreut.

Die neuartige Messanlage ist ein erster Baustein für ein gemeinsames Forschungsvorhaben, das der Studiengang "Elektronik & Technologiemanagement" der FH JOANNEUM Kapfenberg zusammen mit dem Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg und dem WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF eingereicht hat. Da letzterer Kooperationspartner in Davos seinen Sitz hat, wurden die Messungen in der Schweiz vorgenommen, um die Neuentwicklung mit den dort angewandten konventionellen Methoden vergleichen zu können.

Die vom Studententeam entwickelte Apparatur ist ein FMCW-Radar. Über der Schneedecke angebracht, übermittelt es Daten für die Charakterisierung der Schneedecke.

Elektronik-Schwerpunkt "Communications"

Mit derartigen Projektarbeiten beschäftigt sich der Studiengang "Elektronik & Technologiemanagement" im Schwerpunktbereich "Communications". Nachrichtentechnik, Schaltungsentwicklung und digitale Signalverarbeitung sind einige der Kompetenzen, die Studierende erwerben. Die Kapfenberger ElektronikerInnen verfügen in diesem Bereich über umfassende Erfahrungen. So basieren erfolgreiche Produkte wie das Lawinenpieps auf den Entwicklungen des Studiengangs "Elektronik & Technologiemanagement" der FH JOANNEUM Kapfenberg.

Kontaktperson FH JOANNEUM:
FH-Prof. Dr. Robert Okorn, Tel. 0043(0)3862 33600-8322, E-Mail: robert.okorn@fh-joanneum.at

Thomas Winkler | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-joanneum.at/etm
http://www.slf.ch
http://www.iup.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Neuro-Robotik ermöglicht Querschnittsgelähmten selbstständig zu essen
07.12.2016 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Höhere Energieeffizienz durch Brennhilfsmittel aus Porenkeramik
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie