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EU-Projekt: Was Biogas nach vorne bringt

13.08.2010
In der Europäischen Strategie zum Erreichen der Verpflichtungen des Kyoto-Protokolls wurde vereinbart, bis zum Jahr 2020 europaweit 20 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen zu decken. Eine der zukunftsweisenden Schlüsseltechnologien ist dabei die Produktion von Biogas. Doch welche Technologien, Maßnahmen und welche Rahmenbedingungen sind geeignet, die Biogastechnologie in Europa voranzutreiben? Dies untersucht das EU-Forschungsprojekt SEBE (Sustainable and Innovative European Biogas Environment). Einer der 14 Partner ist das Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA) der Universität Stuttgart.

Biogas ist ein vielseitiger Energieträger, er kann zur Produktion von Strom und Wärme, aber auch von Kälte genutzt, als Treibstoff eingesetzt und zur Einspeisung ins Erdgasnetz aufbereitet werden. Deutschland ist mit heute schon nahezu 5.000 Anlagen führend im Bereich Biogastechnologie; weiteres Potenzial ist vorhanden. Anders ist die Situation in einigen europäischen Ländern. Biogasanlagen werden dort teilweise als unrentabel angesehen, und der Themenbereich ist aufgrund von Erfahrungen aus gescheiterten Projekten negativ besetzt.

Vor diesem Hintergrund zielen die Projektaktivitäten darauf ab, die rechtlichen, technischen und ökonomischen Rahmenbedingungen zu identifizieren, die eine nachhaltige Entwicklung der Biogastechnologie in Europa ermöglichen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Aufbau eines Netzwerkes aus neu zu errichtenden nationalen Kompetenzzentren sowie der Know-How-Transfer in neue EU-Mitgliedsstaaten, die bisher über wenig Erfahrung mit innovativen Maßnahmen im Bereich Biogas verfügen. Der Lehrstuhl für Abfallwirtschaft und Abluft des ISWA befasst sich im Rahmen des Projekts unter anderem mit dem innovativen Themenschwerpunkt Mikrogasnetze (lokale Biogasnetze). Darüber hinaus liegt die Teilprojektleitung für die Themenbereiche rechtliche, ökonomische und logistische Rahmenbedingungen bei der Universität Stuttgart.

Das Forschungsprojekt SEBE, das im Juli mit einer Kick-Off-Veranstaltung in Graz startete, wird unter der Federführung des Internationalisierungscenter Steiermark (ICS) in Österreich durchgeführt. Es ist mit einem Gesamtbudget von über 3,2 Millionen Euro das größte Biogas-Projekt im EU-Programm „Central Europe“, das aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (ERDF) finanziert wird und auf Mitteleuropa ausgerichtet ist. Zur Kommunikation der Ergebnisse wird unter anderem eine Website eingerichtet und ein regelmäßig erscheinender Newsletter verfügbar sein.

Weitere Informationen am Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart; Lehrstuhl für Abfallwirtschaft und Abluft; Prof. Martin Kranert, Tel. 0711/ 685-65500, e-mail: martin.kranert@iswa.uni-stuttgart.de sowie bei Dr. Sigrid Kusch, Tel. 0711 685-65438, e-mail: sigrid.kusch@iswa.uni-stuttgart.de.

Andrea Mayer-Grenu | idw
Weitere Informationen:
http://www.sebe2013.eu

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