Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste Solartankstelle der Region an der FH Bingen im Einsatz

02.09.2010
Regenerative Tankstelle ergänzt interdisziplinäres Forschungsfeld „neue Technologien zur Elektromobilität“

Klimaschutz, Ressourcenschonung, neue Technologien in der Autobranche, nachhaltige und bezahlbare Energieversorgung bewegen die Gemüter und auch die Forscher an der Fachhochschule Bingen. Aktuell ergänzt eine Solartankstelle, die aus Sonnen- und Windenergie erzeugten Strom für Elektrofahrzeuge bereitstellt, das Forschungs-Equipment der technisch-naturwissenschaftlichen Hochschule.

Staatsministerin Margit Conrad und FH-Präsident Professor Dr. Klaus Becker nahmen heute die Anlage auf dem Campus in Bingen-Büdesheim in Betrieb.

Die regenerative Tankstelle entstand unter der Verantwortung von Elektrotechnikprofessor Dr. Christoph Wrede im Rahmen eines Studentenprojekts und in Zusammenarbeit mit der Transferstelle Bingen.

Margit Conrad: „Im Mai haben wir das Netzwerk Elektromobilität der Landesregierung gestartet. Die FH Bingen ist dabei ein wichtiger Partner. Jetzt erproben wir elektrische Mobilität in der Praxis u. a. mit unserem ersten Elektro-Dienstauto das wir gemeinsam mit der FH Bingen und der Görlitz Mobility Solutions GmbH ein Jahr lang testen. Die Dynamik im Bereich der alternativen Antriebe ist groß, denn eine klimafreundliche, technologieoffene Mobilität bietet Chancen für Automobilwirtschaft, Arbeitsplätze und Erneuerbare Energien. Wir wollen Kompetenzen bündeln und die Potentiale im Land stärken. Elektromobilität braucht Strom aus Erneuerbaren Energien. Wir wollen zeigen, wie regenerative elektrische Mobilität funktioniert. Die heute eröffnete Elektrotankstelle ist ein wichtiger Baustein in den Aktivitäten des Netzwerkes, zeigt sie doch wie wichtig die Verbindung von Elektroauto und intelligentem Stromnetz ist. In diesem Bereich gibt es noch viel zu forschen und Rheinland-Pfalz ist hier vorne dabei, gemeinsam mit der FH Bingen und den anderen derzeit 18 Partnern des Netzwerks.“

Umweltschutz, Elektromobilität, innovative Automobiltechnik, und erneuerbare Energien seien Schwerpunkte im Studium und in der angewandten Forschung an der Hochschule, die interdisziplinär bearbeitet werden, betonte Präsident Becker. „Da lag es nahe, vor Ort eine eigene Versorgungsstelle für unsere verschiedenen Forschungsfahrzeuge mit Elektroantrieb zu bauen“, freute er sich als Initiator über die Bereicherung auf dem Campus.

Idee und Vorgeschichte

Für größere Akzeptanz der Elektromobilität als umweltschonende Alternative zu Benzin- und Dieselantrieben forschen Professor Wrede und seine Kollegen unter dem Motto „global denken – lokal handeln“ in Bingen. Bereits seit vielen Jahren werden in den Bereichen Elektrotechnik, Maschinenbau, Agrarwirtschaft und in Kooperation mit der FH-nahen Transferstelle für Rationelle und Regenerative Energienutzung Bingen Elektrofahrzeuge gebaut und getestet und moderne Technologien zur nachhaltigen Energie- und Treibstoffversorgung entwickelt. Eine eigene Tankstelle, die vorhandene Testfahrzeuge mit umweltfreundlich erzeugtem Strom auflädt und das regenerative Versorgungskonzept der FH ergänzt, fehlte bisher. Der Präsident stellte für die Realisierung des Projektes im Frühjahr ein Startkapital zur Verfügung, Dr. Wrede begann darauf mit der Umsetzung der Idee. Selbstverständlich war es dabei für ihn, seine Studierenden in Konzeption, Entwicklung und Umsetzung des Projekts einzubeziehen

und er fand in den Elektrotechnikstudenten Marcus Ewigleben und Lars Magnus auf der Suche nach einem Thema für die Praxisphase während ihres Studiums zwei engagierte Helfer. Das ehrgeizige Ziel: Der Prototyp einer Solartankstelle sollte im September einsatzbereit sein. Kabel wurden in einem Technik-Container verlegt, Photovoltaikmodule installiert, Messelektronik angeschafft und eingerichtet und zuletzt mit der Ladesäule, dem Herzen der Anlage, verbunden. „Schwierig war zuweilen die kostengünstigen Beschaffung der Komponenten“, erinnert sich Dr. Wrede. Doch mit Hilfe örtlicher und überregionaler Industriepartner, die Komponenten sehr günstig oder gar umsonst beisteuerten, gelang der Aufbau der Anlage in der angesetzten Zeit.

Technische Daten und neue Herausforderungen

Aus Pioniergeist, Professorenerfahrung, Know-how und Kreativität der beteiligten Studenten und Firmenunterstützung entstand die Forschungstankstelle. Sie erbringt aus 35 qm Photovoltaikmodulfläche eine Spitzenleistung von 6 kW und eine durchschnittliche Jahreserzeugung von rund 5.000 KWh. Etwa 300 bis 400 mal pro Jahr kann damit ein kleiner Elektro-PKW für durchschnittlich 100 km emissionsfreie Fahrt pro Ladevorgang betankt werden. Die Ladesäule verfügt über alle gängigen Anschlusssysteme, so dass alle elektrisch betankbaren Fahrzeuge vom Fahrrad bis hin zum PKW geladen werden können.

Privatkunden könne die FH künftig nicht bedienen, dazu fehle die Konzession und die entsprechende Kapazität der Anlage, räumt Dr. Wrede mit der Vorstellung auf, dass künftig private Kunden auf dem Campusgelände Schlange stehen. Genutzt wird die Anlage künftig unter anderem zum Laden des Elektro-Leichtfahrzeugs und des Elektro-Karts, die in Studentenprojekten gebaut wurden, für Studien zum Einsatz von Elektrofahrzeugen und bei Behörden im Auftrag des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums. Im Herbst erwartet Dr. Wrede zusätzlich zu Testzwecken einen Elektro-Roller vom Energiekonzern EWR.

Laborausstattung sei kostenintensiv, räumt der Präsident ein, aber ohne moderne Technik und neue Technologien sei praxisbezogene, zukunftsgerichtete Ausbildung des Fachkräftenachwuchses von Morgen - die originäre Aufgabe der Fachhochschule - nicht möglich. Das Projekt Solartankstelle sei ein weiteres Beispiel für das funktionierende Netz Hochschule-Wirtschaft, eine win-win-Situation für alle Beteiligten, von der allen voran die Studierenden profitieren, dankte Becker allen an der Umsetzung beteiligten für die Unterstützung.

Weitere Informationen zur Solartankstelle:
Internet: http://www.fh-bingen.de/4308.html
Prof. Dr. Christoph Wrede
Fachochschule Bingen
Berlinstr. 109
55411 Bingen
Tel: 06721/409 107
E-Mail: wrede@fh-bingen.de

Vera Hamm | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-bingen.de
http://www.fh-bingen.de/4308.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Gut sortiert: Schüttgutanlagen werden klüger
30.03.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften
29.03.2017 | Technische Universität Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE