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Erste Ökobilanz für einen Offshore-Windpark

20.11.2013
Grüner Strom von hoher See
RUB-Ingenieure erstellen erste Ökobilanz für einen Offshore-Windpark
„Alpha ventus“ hat sich nach einem Jahr energetisch amortisiert

Ingenieure der Ruhr-Universität haben eine Ökobilanz für den deutschen Windpark „alpha ventus“ in der Nordsee erstellt. Damit analysierten sie erstmals weltweit Energieverbrauch und Schadstoffemissionen eines Offshore-Parks. Das Fazit: Die Energie, die in Aufbau und Wartung geht, machen die Windkraftanlagen schon nach knapp einem Jahr wett. Energetisch amortisieren sie sich somit schneller als Solaranlagen.

Ausführlicher Beitrag zum Thema

Einen ausführlichen Text zu der Ökobilanz von „alpha ventus“ mit Bildern finden Sie online in „RUBIN“, dem Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität:

http://rubin.rub.de/de/herbst-2013/gruener-strom-von-hoher-see

Fundament braucht mehr Energie als die Windkraftanlage selbst

Die mit Abstand energieärmste Phase im Lebenszyklus eines Windparks ist der Abbau. Der Betrieb schlägt immerhin mit 20 Prozent des gesamten Energieaufwands zu Buche – hauptsächlich aufgrund von wartungsbedingten Schiffs- und Helikoptereinsätzen. Gut Dreiviertel des Energieaufwandes entfallen auf die Herstellungsphase, also Materialproduktion und Aufbau. Die Herstellung des Fundaments der Windkraftanlagen ist dabei energieintensiver als die Fertigung der Windkraftanlage selbst. „Es hat sich gezeigt, dass die großen dicken Brummer, die die Ökobilanz bestimmen, die Stahlmengen sind, die in ‚alpha ventus‘ verbaut sind“, resümiert Prof. Dr.-Ing. Hermann-Josef Wagner vom Lehrstuhl Energiesysteme und Energiewirtschaft. Etwa 87 Prozent einer Windkraftanlage mit Kabel und Fundament bestehen aus Stahl.

Mehr humantoxische Stoffe bei Windkraft als beim deutschen Strommix

Nicht nur beim Energieverbrauch, auch bei vier von fünf Schadstoffindikatoren stand „alpha ventus“ im Vergleich zum deutschen Strommix gut da. Allerdings erzeugt Windkraft mehr Emissionen, die die menschliche Gesundheit schädigen, als der Strommix. Die Ursache: Der schädliche Stoff entsteht bei der Produktion von Stahl, und davon beinhalten Windkraftanlagen bezogen auf die erzeugte Elektrizitätsmenge wesentlich mehr als ein kompaktes Kohlekraftwerk. Dieser Wert sei jedoch immer noch klein in absoluten Zahlen, sagt Wagner.

So entsteht die Ökobilanz

In die Ökobilanz gehen Energieverbrauch und Schadstoffausstoß für den gesamten Lebenszyklus des Windparks ein. Das bedeutet: „Wie viel Energie braucht man, um das ganze Material für den Park herzustellen, die Komponenten zu fertigen, an ihren Standort zu transportieren, aufzubauen, zu warten und eines Tages wieder abzubauen, und wie viele Schadstoffe entstehen in diesem Prozess?“ erklärt Wagner. Dem gegenüber stellten die Ingenieure, wie viel Energie beziehungsweise Schadstoffe man einspart, indem man Strom mit „alpha ventus“ und nicht mit dem deutschen Strommix herstellt. Dieser besteht zurzeit zu 16 Prozent aus Kernenergie und zu 23 Prozent aus regenerativen Energien; den Rest liefern Kohle- und Erdgaskraftwerke. Finanzielle Aspekte gehen nicht in die Rechnung ein.

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Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing Hermann-Josef Wagner, Lehrstuhl Energiesysteme und Energiewirtschaft, Fakultät für Maschinenbau, Tel. 0234/32-28044, E-Mail: lee@lee.rub.de

Redaktion: Dr. Julia Weiler

Jens Wylkop | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de

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