Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste 800-kV-HGÜ-Leitung in China im Vollbetrieb

21.06.2010
Zweiter Pol verdoppelt Übertragungskapazität auf 5.000 Megawatt

Siemens Energy und der Energieversorger China Southern Power Grid haben den zweiten Pol des Rekord-Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungssystems (HGÜ) in Betrieb genommen, das große Mengen sauberer Wasserenergie in die Provinz Guangdong transportiert.

Die Übertragungskapazität hat sich damit auf 5.000 Megawatt (MW) verdoppelt. Da ein Pol mit plus 800 Kilovolt (kV) und der andere mit minus 800 kV arbeitet, wird zwischen den Polen die weltweit höchste Spannungsdifferenz von 1.600 kV Gleichstrom erreicht. Im Dezember 2009 hatte die Verbindung bereits den Weltrekord für den ersten Gleichstrombetrieb auf einem Spannungsniveau von 800 kV aufgestellt. Seit diesem Zeitpunkt arbeitete der erste Pol ohne Unterbrechung mit seiner Nennleistung von 2.500 MW.

„Das war ein wirklich ehrgeiziges Projekt mit wegweisenden Produktentwicklungen. Dennoch ist es uns gelungen, die Verbindung schneller als geplant umzusetzen. Mit Gleichstromverbindungen auf ultrahohen Spannungsebenen haben wir nun die Übertragungstechnologie der Zukunft in unserem Portfolio. Diese ist perfekt dazu geeignet, sauberen, erneuerbaren Strom über Tausende von Kilometern zu den Kunden zu transportieren – und das fast ohne Verluste“, sagte Dr. Udo Niehage, CEO der Division Power Transmission im Siemens-Sektor Energy.

Der umweltfreundliche, CO2-freie Strom mit 5.000 MW Leistung, der von mehreren Wasserkraftwerken in der abgelegenen, regenreichen Provinz Yunnan erzeugt wird, wird mit minimalen Verlusten zu den rasch wachsenden Industriegebieten im Flussdelta von Pearl transportiert. Dort liegt die Provinz Guangdong mit ihren Millionenstädten Guangzhou und Shenzhen. Verglichen mit den fossil befeuerten Kraftwerken der Provinz Guangdong werden so jährlich 30 Megatonnen an CO2-Emissionen vermieden.

Das HGÜ-System zwischen Yunnan und Guangdong überbrückt eine Distanz von fast 1.500 Kilometern. Die neue, ultrahohe Spannungsebene von 800 kV ermöglicht Übertragungsnetzbetreibern weltweit den kostengünstigen und verlustarmen Transport großer Mengen elektrischer Energie sogar über noch größere Distanzen. Die HGÜ-Technik mit ultrahohen Spannungen erlaubt eine Stromübertragung über Entfernungen von 3.000 Kilometern und mehr. Bei 5.000 MW betragen die Transportverluste nur 2 Prozent pro 1.000 Kilometer zuzüglich weniger als 1,5 Prozent Verlust für die Konverter-Stationen auf der Sender- und Empfängerseite der Übertragungsleitung.

Zusammen mit seinen chinesischen Partnern hat Siemens das gesamte HGÜ-System für das Yunnan-Guangdong-Projekt entworfen und die Kernkomponenten für diese bahnbrechende Technologie entwickelt und bereit gestellt. Dazu gehören 800kV- und 600kV-Konverter, Transformatoren, Gleichstromfilter und alle 800 kV-Gleichstrom-Komponenten.

Energieeffiziente HGÜ-Systeme für eine verlässliche und verlustarme Übertragung von großen Mengen Strom über lange Entfernungen hinweg gehören zum Umweltportfolio von Siemens, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von rund 23 Milliarden Euro erwirtschaftete. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum 210 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart; das ist so viel wie New York, Tokio, London und Berlin in Summe an CO2 jährlich ausstoßen. Für das Geschäftsjahr 2011 werden die jährlichen CO2-Einsparungen voraussichtlich mindestens 300 Millionen Tonnen betragen. Das entspricht ungefähr den derzeitigen Emissionen von sechs großen Städten – New York, Tokio, London, Singapur, Hongkong und Rom.

Der Siemens-Sektor Energy ist der weltweit führende Anbieter des kompletten Spektrums an Produkten, Dienstleistungen und Lösungen für die Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung sowie für die Gewinnung, die Umwandlung und den Transport von Öl und Gas. Im Geschäftsjahr 2009 (30. September) erwirtschaftete der Sektor Energy einen Umsatz von rund 25,8 Mrd. EUR und erhielt Aufträge in einem Umfang von rund 30 Mrd. EUR. Das Ergebnis betrug 3,3 Mrd. EUR. Im Sektor Energy arbeiteten zum 30. September 2009 über 85.100 Mitarbeiter.

Siemens AG
Corporate Communications and Government Affairs
Wittelsbacherplatz 2, 80333 München
Deutschland
Informationsnummer: EPT201006.090 d
Media Relations: Torsten Wolf
Telefon: +49 9131 18-82532
E-Mail: torsten.tw.wolf@siemens.com
Siemens AG
Energy Sector - Power Transmission Division
Freyeslebenstr. 1, 91058 Erlangen

Torsten Wolf | Siemens Energy
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/energy

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften
29.03.2017 | Technische Universität Dresden

nachricht Elektromobilität: Forschungen des Fraunhofer LBF ebnen den Weg in die Alltagstauglichkeit
27.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten