Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entwicklungen australischer Wissenschaftler helfen unbemannten Luftfahrzeugen bei der Orientierung

10.12.2009
Australische Wissenschaftler haben wichtige Fortschritte in zwei Bereichen der Entwicklung unbemannter Luftfahrzeuge (UAVs) gemacht, die eigenständig sehen können, wenn sie schnell und in niedriger Höhe über gefährliches Gebiet fliegen.

Forscherteams des Vision Centre am Queensland Brain Institute haben ein neues hocheffektives visuelles System entwickelt, dass Anleihen bei den Honigbienen genommen hat, die sich trotz ihres kleinen Gehirns erfolgreich in der Landschaft orientieren können.

Eine der beiden Innovationen, entwickelt von einem Team um Richard Moore, unterstützt das Stereosehen und ermöglicht es dem UAV, im Tiefflug seinen Weg um Hindernisse zu finden. Die zweite, von einem Team um den Ingenieur Saul Thurrowgood, kontrolliert das allgemeine Verhalten des UAV, indem der Horizont beobachtet wird. Auf der International Conference on Intelligent Robots and Systems in St Louis, USA wurden beide Neuerungen Mitte Oktober erstmals vorgestellt.

Beide Innovationen liefern leichte, kostengünstige und hocheffiziente Technologien für UAVs. Diese werden heutzutage auf immer mehr Gebieten eingesetzt, angefangen bei der Suche nach Mineralien über die Kartographie sowie Umwelt- und Küstenüberwachung bis hin zu militärischen Anwendungen. Auch bei der Erkundung des Mars sollen kleine UAVs künftig eine wichtige Rolle spielen.

Bei dem System zum Stereosehen werden zwei Kameras und zwei technisch ausgefeilte, stark gekrümmte Spiegel eingesetzt, um das Gelände zu beobachten, das unter dem Luftfahrzeug vorbeizieht. Dabei liefern die Kameras ein kontinuierliches Feedback zur Flughöhe sowie zur Entfernung zum Gelände und den darin befindlichen Hindernissen. "Man weiß, Dinge die nah sind, rauschen am Betrachter vorbei, während weiter Entferntes scheinbar langsam vorbeizieht", erläutert Moore. "Unsere Entwicklung verhindert diese Verzerrung und ermöglicht es uns, das Luftfahrzeug mit Hilfe des optischen Datenrückflusses zu allen sichtbaren Landschaftsbereichen zu steuern, auch wenn das UAV sich sehr schnell bewegt."

Bei der zweiten Innovation haben die Wissenschaftler eine neue Methode entwickelt, um das Luftfahrzeug aufrecht zu halten oder um dessen Fluglage festzustellen. Dies geschieht einfach durch einen sichtbaren Bezugspunkt am Horizont. "In Luftfahrzeugen wurden lange Gyroskope eingesetzt, um deren Fluglage zu überwachen", erklärt Thurrowgood. "Trägheitssysteme neigen jedoch über längere Zeit zu Abweichungen. Darüber hinaus haben sie Probleme mit sehr hohen Beschleunigungen und starken Erschütterungen. Unser System ist vor all diesen Dingen gefeit." Das System vergleicht die blaue Farbe des Himmels mit den rot-grünen Farben des Bodens, um festzustellen, ob das Luftfahrzeug nach oben oder nach unten nickt oder von Seite zu Seite rollt. "Es liefert eine absolute Referenz zur Flugposition im Gegensatz zu Trägheitssystemen, die diese von der Erdanziehungskraft ableiten. Verschiedene Versuche haben gezeigt, dass unsere Methode bei unterschiedlichsten Wetterbedingungen und Höhen funktioniert und das System auch problemlos mit falschen Horizonten, wie Baumwipfeln, mit Spiegelungen des Himmels auf Seen oder mit Blendeffekten durch die Sonne umgehen kann."

Beide Systeme wurden für den Einsatz bei Tageslicht entwickelt, können aber den Forscherteams zufolge angepasst werden, um mittels Infrarot oder anderen Sichtverfahren auch bei Dunkelheit oder sehr schlechten Lichtverhältnissen eingesetzt werden zu können.

Weitere Informationen:
Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593
Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist die zentrale Einrichtung aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de
http://www.ranke-heinemann.at
http://www.wissenschaft-australien.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE
20.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht Wussten Sie, dass Infrarot-Wärme die Pralinenherstellung vereinfacht?
14.02.2017 | Heraeus Noblelight GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovative Antikörper für die Tumortherapie

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie