Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energieversorger trotz Handlungsdruck wieder optimistischer

04.05.2010
Die Stimmung unter den Energieversorgern in Deutschland hellt sich wieder auf. Bis 2012 erwarten 58 Prozent der Energieversorger, dass die Branchenentwicklung mit der gesamtwirtschaftlichen Konjunktur Schritt hält.

Zwölf Prozent rechnen sogar mit einem überdurchschnittlichen Branchenwachstum - ein Plus von zehn Prozentpunkten im Vergleich zu 2008. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf einer wachsenden Stromnachfrage nach der Wirtschaftskrise.

Zugleich nimmt der brancheninterne Handlungsdruck weiter zu. Die Haupttreiber sind dabei die Liberalisierung des Mess- und Zählwesens sowie die Entwicklung der Smart-Grid-Technologie.

Jeder zweite Versorger erwartet tiefgreifende Veränderungen durch Smart Grid. Dies sind die Ergebnisse der Studie "Branchenkompass 2010 Energieversorger" von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Nur noch 16 Prozent der Unternehmen erwarten, dass ihre Branche bis 2012 hinter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zurückbleiben wird - 2008 waren noch 53 Prozent dieser Ansicht. Die Studie zeigt allerdings auch, dass der Optimismus nicht in allen Unternehmensgruppen gleich stark ausgeprägt ist.

Große Versorger blicken insgesamt positiver auf die kommenden drei Jahre als die kleinen. So handelt es sich bei den Unternehmen, die eine unterdurchschnittliche Konjunktur ihrer Branche erwarten oder die Entwicklung als unvorhersehbar einschätzen, ausschließlich um Stadtwerke mit bis zu 100.000 Kunden.

Für Unsicherheit sorgen vor allem die aktuellen Gesetzesänderungen, die den Versorgern ein hohes Maß an Wandlungsfähigkeit abverlangen. 87 Prozent der Befragten planen, kurzfristig aktiv zu werden, um Forderungen des Gesetzgebers nachzukommen. Dazu gehört vor allem die Liberalisierung des Mess- und Zählwesens nach § 21 und § 40 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Seit August 2008 müssen Versorger schrittweise "intelligente" Strom- und Gaszähler einbauen.

Hier wollen 77 Prozent der Befragten zügig Maßnahmen ergreifen. Doch auch im Bereich des Netzwesens und bei der Informationstechnologie herrscht Modernisierungsdruck. Dies wird vor allem beim Thema Smart Grid deutlich. Mit Hilfe dieses "Internets der Energie" soll die Stromübertragung künftig mit Daten ergänzt werden, wodurch Millionen von Kleinstkraftwerken mit Endgeräten kommunizieren können. Doch noch sind die technischen Lösungen für ein flächendeckendes Angebot nicht ausgereift genug. Allerdings ergreifen

39 Prozent der Energieversorger bereits kurzfristige Maßnahmen, um ihre Smart-Grid-Pläne voranzutreiben. Vor allem kleine Versorger preschen voran. Sie sind häufig in ländlichen Gebieten aktiv, in denen sich die Integration dezentraler Energiequellen besonders anbietet. 41 Prozent von ihnen planen, zügig auf die Fortschritte beim Smart Grid zu reagieren.

Zu den Entwicklungen, die speziell den großen Anbietern Sorge bereiten, zählt der Trend zur Rekommunalisierung. Nachdem einige deutsche Kommunen ihre Stadtwerke in den 90er Jahren an private Investoren verkauft haben, kehrt sich dieser Trend seit etwa zwei Jahren um. Vor allem die von den Gemeinden veräußerten Verteilernetze zu den Endverbrauchern sollen wieder verstärkt in kommunales Eigentum überführt werden. Ziel ist, die Durchleitungspreise eigenständig gestalten zu können. Das zwingt die Versorger zum Handeln: 42 Prozent wollen kurzfristig reagieren und den Kommunen beispielsweise mehr Mitspracherechte einräumen. 59 Prozent der großen Versorger geben an, zügig Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Bei den kleinen Versorgern fällt der Handlungsdruck etwas geringer aus. 39 Prozent von ihnen wollen in diesem Bereich kurzfristig handeln.

Hintergrundinformationen
Im Januar und Februar 2010 befragte das Marktforschungsinstitut forsa im Auftrag von Steria Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut 100 Führungskräfte aus 100 der größten Energieversorgungsunternehmen Deutschlands zu den Branchentrends sowie zu Strategien und Investitionszielen bis 2012. Die Entscheider repräsentieren die wichtigsten Gruppen der deutschen Energieversorgung: die Stadtwerke, die Regionalversorger und die vier großen Energiekonzerne. Befragt wurden vor allem Vorstandsvorsitzende und -mitglieder, Geschäftsführer, Leiter von Finanzen und Controlling, kaufmännische Leiter sowie Vertriebs- und Marketingleiter. forsa führte die Befragung in Form von Computer Aided Telephone Interviews (CATI) durch.
Pressekontakte
Steria Mummert Consulting
Birgit Eckmüller
Tel.: +49 (0) 40 22703-5219
E-Mail: birgit.eckmueller@steria-mummert.de
Faktenkontor
Roland Heintze
Tel.: +49 (0) 40 22703-7160
E-Mail: roland.heintze@faktenkontor.de

Birgit Eckmüller | Steria Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.steria-mummert.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht TU Ilmenau erforscht innovative mikrooptische Bauelemente für neuartige Anwendungen
21.09.2017 | Technische Universität Ilmenau

nachricht Bald bessere Akkus?
21.09.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie