Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energieübertragung der Zukunft erfolgt kabellos

25.08.2008
Notebooks werden in fünf Jahren ohne Netzstecker aufgeladen

Zum Abschluss der Intel-Entwicklerkonferenz "IDF" in San Francisco hat Technikchef Justin Rattner in der Nacht auf heute, Freitag, einen Ausblick auf Zukunftstechnologien aus den Forschungslabors gegeben. Laut Rattner wird Strom künftig drahtlos übertragen.

In einer Demonstration der Technologie mit dem Namen "Wireless Resonant Energy Link" (WREL) konnten die Techniker eine 60-Watt-Glühbirne bei einem Abstand von einem Meter zur Stromquelle ohne direkte Kabelverbindung zum Leuchten bringen.

Die Technologie basiert auf einer Entwicklung des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Das Funktionsprinzip des WERL macht sich dabei einige physikalische Grundregeln zu Nutze. Zum Einsatz kommen elektrische Spulen, die auf derselben Frequenz rotieren und somit Energie von einer auf die andere Spule übertragen können. Bei der aktuellen Versuchsanordnung kommen jedoch relativ große Spulen zum Einsatz. Diese sind für die Integration - beispielsweise in einem Notebook - noch deutlich zu groß. Rattner geht davon aus, dass die Technik innerhalb der kommenden fünf Jahre entsprechend verkleinert und somit in elektronische Geräte aller Art verbaut werden kann.

Ein starkes Argument für diese Art der Energieversorgung ist die Effizienz der Technologie, so der Intel-Technikchef. Bei der Glühbirnendemonstration ging lediglich ein Viertel der Energie verloren. "Das ist der interessanteste Punkt für mich - eine erreichte Effizienz von 75 Prozent bei drahtloser Übertragung über die Distanz von einem Meter. Nicht einmal das Akkupack eines Laptops kann mit derartiger Effizienz aufwarten", meint Rattner. Dennoch ist noch einige Forschungsarbeit nötig, bis die Technologie tatsächlich auf den Markt kommen kann. Als eine Herausforderung stellt sich, wie man die kabellose Energieversorgung aufbauen kann, ohne dass das elektromagnetische Feld Interferenzen mit anderen Teilen des Computers erzeugt.

Der MIT-Name von WERL ist "WiTricity" und die Forscher sehen abseits der IT noch weitere Anwendungsmöglichkeiten für ihre Entwicklung. So könnten beispielsweise Herzschrittmacher drahtlos aufgeladen werden. Damit würde den Patienten eine Operation zum Batteriewechsel erspart bleiben. Auf dem Weg dahin wollen die Forscher auch die Effizienz noch deutlich steigern. Derzeit erreichen sie im Umkreis von zwei Metern eine Effizienz von etwa 45 Prozent. Geht man mit der Glühbirne näher zur Stromquelle erhöht sich diese. Laut eigenen Angaben schafften es die Forscher bereits, 90 Prozent der Energie zu übertragen, damit würde nur ein Zehntel verloren gehen.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.intel.com/idf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht »FLUX-LMDR« will Energieeffizienz von Transformatoren erhöhen
18.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Alexa und Co in unserem Kopf: Wo die Stimmerkennung im Gehirn sitzt

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chemiker der Uni Graz nutzen Treibhausgas zur Herstellung eines Wirkstoffs gegen Schlafkrankheit

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zusammenarbeit von Fraunhofer und Universität in Würzburg bringt Medizinforschung voran

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie