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Mit Energie in die Zukunft!

14.09.2010
„Die Bereitstellung von Energie ist eine Schlüsselfrage, an der sich die Zukunft unserer Gesellschaft entscheiden wird. Daher arbeiten wir mit Hochdruck an neuen Technologien, die sicher, umweltfreundlich und bezahlbar sind“, so der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Professor Dr. Jürgen Mlynek, auf der Jahrespressekonferenz in Berlin.

Er zog eine positive Bilanz des vergangenen Jahres und gab einen Ausblick auf kommende Aktivitäten. Im Jahr 2011, dem Wissenschaftsjahr der Gesundheit, steht der Aufbau der „Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung“ zur Erforschung der wichtigsten Volkskrankheiten im Vordergrund.

Als größte Forschungsorganisation Deutschlands leistet die Helmholtz-Gemeinschaft etwa die Hälfte der öffentlich geförderten Energieforschung. Ihre Expertise ist gefragt, auch als Basis für politische Weichenstellungen. So hat die Helmholtz-Gemeinschaft auf Wunsch des Bundeswirtschaftsministeriums im Jahr 2009 Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Energieforschungspolitik der Bundesregierung ausgearbeitet und federführend an einem Konzept für ein integriertes Energieforschungsprogramm für Deutschland mitgewirkt.

„Die Herausforderung liegt darin, den wachsenden Energiebedarf künftiger Generationen zu decken, ohne den globalen Klimawandel weiter anzutreiben. Dies wird nur durch die Entwicklung neuer Technologien gelingen können. Dafür brauchen wir eine starke Grundlagenforschung, denn nur auf dieser Basis können wettbewerbsfähige Innovationen entstehen“, so Mlynek. „Das leistet der Forschungsbereich Energie in der Helmholtz-Gemeinschaft, in dem sieben Helmholtz-Zentren aktiv sind und alle relevanten Optionen der Energieumwandlung untersuchen“.

Dabei verfolgt die Helmholtz-Gemeinschaft das langfristige Ziel, zeitlich begrenzte Energieträger wie Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran durch erneuerbare Energieträger zu ersetzen, die klimaneutral nutzbar sind. Beispielhafte Projekte sind Komponenten für Solarthermische Kraftwerke, wie sie aktuell in Südspanien und perspektivisch in Nordafrika errichtet werden oder das Celitement-Verfahren, das bei der Herstellung von Zement weniger Energie verbraucht und damit auch weniger Kohlendioxid freisetzt.

„Wir bauen auf strategische Partnerschaften“.
Nicht nur wissenschaftliche Expertise, sondern auch strategische Netzwerke sind für erfolgreiche Forschung notwendig – sowohl mit Industriepartnern als auch mit Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen. Die Helmholtz-Gemeinschaft hat im vergangenen Jahr über 3.100 Kooperationsprojekte mit Unternehmen realisiert, die zu Drittmitteleinnahmen von 160 Mio. Euro aus der Wirtschaft führten. „Besonders erfolgreich ist seit vielen Jahren die Zusammenarbeit mit Universitäten, die unsere privilegierten Partner sind“, sagte Mlynek. „Uns geht es nur gut, wenn es den Universitäten auch gut geht“. Beispielhaft sei der Zusammenschluss des Forschungszentrums Karlsruhe mit der Universität Karlsruhe zum Karlsruher Institut für Technologie (KIT) oder die strategische Partnerschaft des Forschungszentrums Jülich mit der RWTH Aachen im Rahmen von JARA (Jülich-Aachen Research Alliance). Die JARA-Partnerschaft konzentriert sich dabei auf die zukunftsträchtigen Felder Neurowissenschaften, Informationstechnologie, Simulationswissenschaften und Energietechnologien.

„Für eine andere Form strategischer Partnerschaften mit Universitäten stehen unsere Helmholtz-Institute“, sagte der Geschäftsführer der Helmholtz-Gemeinschaft Dr. Rolf Zettl. „Dadurch haben wir die Grundlage für eine dauerhafte enge Zusammenarbeit auf spezifischen Forschungsfeldern geschaffen“. Bisher wurden drei Helmholtz-Institute gegründet, in Jena, Mainz und Saarbrücken. Dort werden zum Beispiel Zustände der Materie erforscht oder Medikamente gegen Infektionen entwickelt.

„Wir stärken die deutsche Gesundheitsforschung“.
„Eine unserer wesentlichen Zukunftsaufgaben ist es, die deutsche Gesundheitsforschung unter Einbindung aller Kompetenzen an den Helmholtz-Gesundheitszentren, den Universitätskliniken, den Universitäten und anderen Forschungsorganisationen voranzutreiben“, sagte Mlynek. Dabei stünde der translationale Ansatz im Vordergrund, um den Übergang in konkrete klinische Anwendungen zu beschleunigen. „Mit dem Aufbau der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung können wir die deutsche Gesundheitsforschung nachhaltig stärken“, so Mlynek weiter. „Mit dieser wichtigen Initiative sind vor allem zwei Effekte verbunden: Die Bündelung vorhandener Kompetenzen und Ressourcen sowie die enge Zusammenarbeit der Grundlagenforschung mit der Klinischen Forschung“. Geplant ist, dass sich Helmholtz an den sechs Zentren der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung maßgeblich beteiligt mit: dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung, dem Deutschen Krebsforschungszentrum, dem Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung sowie dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin Berlin-Buch. „Somit leisten wir einen maßgeblichen Beitrag zur Verbesserung von Prävention, Diagnose und Therapie vor allem der wichtigsten Volkskrankheiten“.
„Wir blicken voraus – und forschen weiter“.
„Die Helmholtz-Gemeinschaft wächst und entwickelt sich in allen sechs Forschungsbereichen weiter“, sagte der Präsident. „Zum 1. Januar 2011 bekommen wir ein neues Mitglied: Das Forschungszentrum Dresden Rossendorf wird als Helmholtzzentrum Dresden-Rossendorf in die Helmholtz-Gemeinschaft aufgenommen“. Das Zentrum betreibt fachübergreifende Forschung in den Bereichen neue Materialien, Krebsforschung und Nukleare Sicherheitsforschung sowie sechs Großgeräte. „Somit passt das Zentrum perfekt zu uns“, so Mlynek. „Erfolge verzeichnen wir auch beim Aufbau neuer Großgeräte. Zu nennen wäre hier PETRA III, die Röntgenquelle in der dritten Generation, die Anfang September den Betrieb für internationale Wissenschaft aufgenommen hat“.
„Wir müssen internationaler und weiblicher werden“.
Um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen, werden qualifizierte Expertinnen und Experten gebraucht. Diese Expertise müsse auch aus dem Ausland kommen. „Wir müssen internationaler werden und Know-how aus der ganzen Welt in unsere Forschung einfließen lassen“, so Mlynek. Doch Internationalität allein reicht nicht. Auch der Anteil der Wissenschaftlerinnen muss gesteigert werden. „Obwohl der Frauenanteil in der Helmholtz-Gemeinschaft von Jahr zu Jahr wächst, sind Frauen noch immer unterrepräsentiert“, so der Präsident. „Daran arbeiten wir. So haben wir zum Beispiel ein Mentoring-Programm etabliert, dass Frauen auf Führungspositionen vorbereitet. Damit werden wir dem DFG-Gleichstellungsstandard gerecht.“
„Wir ziehen eine positive Bilanz“: Zuwendungen und Investitionen:
Die grundfinanzierten Zuwendungen in 2010 liegen bei 2.032 Mio. Euro und sind im Vergleich zu 2009 um 5 Prozent gestiegen, dank dem Pakt für Forschung und Innovation. Die Forschungszentren warben in 2009 Drittmittel in Höhe von 1.025 Mio. Euro ein.
„Der Bau und Betrieb großer Forschungsinfrastrukturen ist ein Alleinstellungsmerkmal der

Helmholtz-Gemeinschaft“, sagte Zettl. „Für unsere Großgeräte FAIR, XFEL und Wendelstein 7-X investierten wir in 2009 rund 37,6 Mio. Euro.“

„Den Technologietransfer stärken“.
„In Zukunft werden wir den Technologietransfer verstärken, so dass Erkenntnisse aus der Forschung noch schneller in Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen umgesetzt werden können“, sagte Zettl. „Wir haben deshalb zusätzlich zu den etablierten Instrumenten wie die Ausgründungs- und Fördermaßnahme Helmholtz-Enterprise einen Validierungsfonds eingerichtet, mit dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Helmholtz-Zentren ihre Forschungsergebnisse zu vermarktbaren Produkten und Dienstleistungen weiter entwickeln können“.
„Mit der Programmorientierten Förderung in die nächste Runde“.
„Im vergangenen Jahr haben wir erfolgreich die Begutachtung aller Forschungsbereiche im Rahmen der Programmorientierten Förderung abgeschlossen“, so Zettl. Seit Januar 2010 seien nun auch die Forschungsbereiche Energie, Schlüsseltechnologien und Struktur der Materie in der zweiten Förderperiode. „Damit haben wir Planungssicherheit bis 2014“.
Hinweise für die Medien:
Ausführliche Informationen finden Sie im „Geschäftsbericht 2010“ und in unserer virtuellen Pressemappe im Internet: http://www.helmholtz.de/jahrespk-2010

Den Geschäftsbericht 2010 der Helmholtz-Gemeinschaft können Sie gerne als gedrucktes Exemplar bei uns anfordern oder ab sofort im Internet herunterladen.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 16 Forschungszentren und einem Jahresbudget von mehr als 3 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Thomas Gazlig | idw
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz.de

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