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Energetische Biomassenutzung: Bereit für den Energiemarkt von morgen

11.12.2012
Die Energieversorgung der Zukunft basiert auf zunehmend steigenden Anteilen Erneuerbarer Energien. Biomasse soll hier einen wichtigen Beitrag
leisten, da sie die einzige Energiequelle ist, die verlässlich produzieren und im Hinblick auf bedarfsgerechte Strombereitstellung Fluktuationen von Wind und Sonne ausgleichen kann.

Im Wissen um die Herausforderungen einer nachhaltigen Bioenergienutzung unterstützt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) seit vier Jahren im Rahmen des Förderprogramms „Energetische Biomassenutzung“ Entwicklungs- und Markteinführungsprojekte zur Optimierung der energetischen Nutzung von Non-Food-Biomasse, insbesondere von biogenen Reststoffen.

Mit einem Gesamtbudget von 48 Millionen Euro bis voraussichtlich 2015 wurden bisher 63 Vorhaben bzw. 143 Projektpartner gefördert. Nun starten 14 weitere Vorhaben.

Im Fokus der neuen Vorhaben stehen vor allem die praxistaugliche Demonstration und Weiterentwicklung zukunftsweisender, wettbewerbsfähiger Technologien mit dem Ziel der Markteinführung, systemflexible Anlagenkonzepte und Produkte für eine nachhaltige und effiziente Erzeugung von Strom und Wärme aus Biomasse.
Reststoffe aus der Land- und Forstwirtschaft sowie biogene Abfallstoffe sind hierbei von besonderem Forschungsinteresse. Mit Biogas und Biomethan liegt der thematische Schwerpunkt dieser Förderrunde bei der Vergärung biogener Energieträger. So beschäftigen sich allein acht der 14 neuen Vorhaben mit der Effizienzsteigerung im Biogasprozess, dem technischökonomisch optimierten Betrieb von flexiblen Biogasanlagen sowie der Erarbeitung eines Leitfadens für die Nutzung von Biomethan in KWK-Anlagen. Durch diese Maßnahmen wird dem Ziel der Netzstabilität durch bedarfsgerechte Energieerzeugung Rechnung getragen.

Die Themenpalette der anderen Vorhaben reicht von der Herstellung hochwertiger
Brennstoffe durch Hydrothermale Carbonisierung (HTC), der Verbrennung und Biomassevergasung über Schadstoffminderung in KWK-Anlagen (z.B. Benzolminderung) bis zu allgemeinen, strategischen Themen der Bioenergieversorgung von morgen. So erarbeitet ein Forschungskonsortium Meilensteine zur Unterstützung der Entwicklung einer tragfähigen, sektorübergreifenden Bioenergiestrategie. Ein weiteres Vorhaben erstellt ein Konzept zur nachhaltigen Integration von Bioenergiesystemen in die kommunale Entscheidungsfindung.

Überblick der neuen Vorhaben im Förderprogramm:

FKZ: 03KB065 – Elemente und Meilensteine für die Entwicklung einer tragfähigen
nachhaltigen Bioenergiestrategie (DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gGmbH, Öko-Institut e. V., Internationales Institut für Nachhaltigkeitsanalysen und -strategien GmbH, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH, Johann Heinrich von Thünen-Institut, Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH, Universität Kassel – Center for Environmental
Systems Research)

FKZ: 03KB066 – Nachhaltige Integration von Bioenergiesystemen im Kontext einer
kommunalen Entscheidungsfindung (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH, Fraunhofer UMSICHT, IZES gGmbH) FKZ: 03KB067 – Sensortechnik zur effizienten Vergärung biogener Reststoffe und Abfälle (GICON Großmann Ingenieur Consult GmbH, KSI-Kurt-Schwabe-Institut für Mess- und Sensortechnik e. V. Meinsberg)

FKZ: 03KB068 – Optimierung des innovativen Einsatzes eines Membranverfahrens zur
Aufbereitung von Biogas zur Einspeisung ins öffentliche Erdgasnetz (Ingenieurbüro Buse GmbH, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung gGmbH)

FKZ: 03KB069 – Erweiterung des Brennstoffbandes moderner Biomassefeuerungen
(Universität Erlangen-Nürnberg – Lehrstuhl für Energieverfahrenstechnik)

FKZ: 03KB070 – Optimierte energetisch-stoffliche Nutzung biogener Abfälle in Deutschland (Fraunhofer UMSICHT, Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH, IZES gGmbH)

FKZ: 03KB071 – Repowering von Biogasanlagen – Maßnahmen zur Effizienzsteigerung für den vorhandenen Anlagenbestand (Fraunhofer UMSICHT, Bioreact GmbH, gewitra mbH, bonalytic GmbH)

FKZ: 03KB072 – Prozesse, Komponenten und Systeme für den flexibilisierten Betrieb von Biogasanlagen unter Nutzung biogener Rest- und Abfallstoffe (Fraunhofer IKTS, LMEngineering GmbH, DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH (DBI), Weber ENTEC GmbH & Co KG, DREWAG - Stadtwerke Dresden GmbH (assoziierter Partner) DREWAG NETZ GmbH)

FKZ: 03KB073 – Ermittlung eines technisch-ökonomisch optimierten Betriebs von flexiblen Biogasanlagen (DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gGmbH, Next Kraftwerke GmbH)

FKZ: 03KB074 – Flugstromvergasung mit Biokohlen aus der hydrothermalen Karbonisierung zur dezentralen Energiebereitstellung von Strom und Wärme mit einem Motor-BHKW (SCI SunCoal Industries GmbH, TU München – Lehrstuhl für Energiesysteme)

FKZ: 03KB075 – Demonstrationsanlage zur kombinierten Treberverbrennung/-vergärung am Standort einer Brauerei (TU München – Lehrstuhl für Rohstoff- und Energietechnologie, Weisses Bräuhaus G. Schneider & Sohn GmbH, Fraunhofer UMSICHT-ATZ, Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH)

FKZ: 03KB076 – Überführung eines Prototyps zur dezentralen Vergasung von
Restholzpellets in die Serienreife (Spanner Re² GmbH, RWTH Aachen – Lehr- und
Forschungsgebiet Technologie der Energierohstoffe)

FKZ: 03KB077 – Benzolminderung bei vergasungsgasbetriebenen KWK-Anlagen
(Fraunhofer ISE, Spanner RE² GmbH, SWU Energie GmbH, Ligento green power GmbH)

FKZ: 03KB078 – Entwicklung, Umsetzung und Kommunikation eines Leitfadens für mit
Biomethan betriebene Blockheizkraftwerke gemäß EEG 2012 mit Schwerpunkt
Direktvermarktung und der bedarfsgerechten Erzeugung von Strom aus Biomethan
(Deutsche Energie-Agentur GmbH, Fraunhofer UMSICHT)

Das Förderprogramm
Im Juni 2008 startete das im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative mit insgesamt 48 Millionen Euro unterstützte Förderprogramm zur Optimierung der energetischen Nutzung von Biomasse. Nach fast vierjähriger Laufzeit werden 77 Projekte bzw. 183 Einzelprojekte mit rund 35.2 Millionen Euro gefördert. Das Deutsche Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH ist für die wissenschaftliche Begleitung des Förderprogramms zuständig. Mit der fachlichen und administrativen Koordination des Programms hat das BMU den Projektträger Jülich (PtJ) beauftragt. Stichtag für die Einreichung neuer Projektskizzen
beim PtJ ist der 22. November 2013.

Weitere Informationen
http://www.energetische-biomassenutzung.de
http://www.dbfz.de

Kontakt
DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH
Programmbegleitung des BMU-Förderprogramms „Energetische Biomassenutzung“
Torgauer Straße 116, 04347 Leipzig

Diana Pfeiffer – Projektkoordinatorin
Telefon: +49 (0) 341 2434-554
E-Mail: diana.pfeiffer@dbfz.de

Bianca Stur – Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0) 341 2434-439
E-Mail: bianca.stur@dbfz.de

Antje Sauerland | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbfz.de
http://www.energetische-biomassenutzung.de

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