Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Emissionsarm mit Holz heizen - RWTH Aachen entwickelt neuartigen Feinstaubfilter

05.05.2014

Holz und andere Biomasse liefern in Deutschland gut 90 % der erneuerbaren Wärme und sind damit unverzichtbare regenerative Energieträger.

Ihre Nutzung – insbesondere in Kleinfeuerungsanlagen – kann allerdings zu unerwünschten Emissionen führen. Daher hat die Bundesregierung mit der Änderung der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung ab 2015 wesentlich strengere Grenzwerte für Emissionen aus Kleinfeuerungsanlagen festgelegt. In einem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten Projekt entwickelte die RWTH Aachen einen Feinstaubfilter zur Reduktion der Emissionen.


Tiefenfilter-Prototyp im Praxistest

RWTH Aachen, TEER


Tiefenfilter-Prototyp im Praxistest

RWTH Aachen, TEER

Betreiber von neu errichteten Heizkesseln und Öfen für feste Biobrennstoffe müssen ab Januar 2015 die Einhaltung strengerer Staubemissionswerte nachweisen. Firmen und Forschungseinrichtungen haben darauf reagiert und verbesserte Öfen und Kessel sowie neue Produkte zur Staubabscheidung entwickelt. So wurde mit finanzieller Förderung durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) auch von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen ein Tiefenfilter für Abgase von Biomassefeuerungsanlagen entwickelt und erfolgreich erprobt.

Die Idee für das innovative Tiefenfilterkonzept stammt vom Industriepartner Uwe Athmann, dezentec GmbH, der seine langjährige Praxiserfahrung in der Abgasreinigungstechnik einbringt. Die Entwicklungsarbeiten sind gemeinsam unter der Leitung von Professor Peter Quicker im Lehr- und Forschungsgebiet Technologie der Energierohstoffe (TEER) der RWTH Aachen durchgeführt worden.

Tiefenfilter werden in dem von der FNR betreuten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben erstmalig für diesen Einsatzzweck genutzt. Diese Filter erzielen ihre Filterwirkung über ein in der Tiefe wirkendes Material – wie z.B. feine Fasern bzw. Vliese. Neben Filtermaterialien wie Glaswolle wurden auch die Einsatzfähigkeit und Eignung biogener Materialien wie Schafwolle, Flachs-, Hanf- und Baumwollfasern zur Staubabscheidung untersucht.

In drei Jahren intensiver Forschungsarbeit konnten Prototypen des Tiefenfilters entwickelt, in Technikumsversuchen erprobt und optimiert werden. Mehrere Filtertypen kamen unter realen Bedingungen in privaten Haushalten zum Einsatz, um Fragen wie Betriebssicherheit, Bedienerfreundlichkeit und Langzeitstabilität zu klären.

Filter mit Glaswolle zeigten dabei eine sehr gute Filterwirkung bei ausreichender Stabilität und Temperaturbeständigkeit. Mit den u. a. als Filteraufsatz an handelsüblichen Kaminöfen getesteten Tiefenfiltern konnten die künftig geltenden strengen Staubemissionswerte deutlich unterschritten, Schadstoffemissionen von Biomassefeuerungsanlagen signifikant reduziert und ein gesetzeskonformer Anlagenbetrieb gewährleistet werden. 

Die über einen Zeitraum von 6 Monaten erfolgten Praxismessungen sind damit so vielversprechend, dass nun erwogen wird, die patentierte Entwicklung in einem folgenden Schritt in Zusammenarbeit mit der Industrie die Produktentwicklung bis hin zur Marktreife fortzuführen.

In den nächsten Jahren müssen viele ältere Öfen und Kessel, soweit sie nicht gegen neue Biomasseanlagen ausgetauscht werden, mit Abscheidern bzw. Filtern nachgerüstet werden. Vor diesem Hintergrund soll der Abgasfilter so konstruiert werden, dass er in vorhandene Feuerungen und die gegebene Bausubstanz integrierbar ist. Nach Einschätzung der Forscher ist der entwickelte Tiefenfilter vergleichsweise einfach, preiswert und robust.

Maßnahmen zur Minderung von Staubemissionen aus Biomasseanlagen werden über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) finanziell gefördert. Als Innovationsförderung Biomasse-Partikelabscheider gewährt das BAFA für jede mit Anlagenkomponenten zur sekundären Abscheidung nachgerüstete bzw. ausgerüstete Biomasseanlage pauschal 750 Euro, für in Neubauten errichtete Anlagen 850 Euro. Über die Förderung von Biomasseanlagen und Partikelabscheidern informiert die Internetseite www.bafa.de.

Weitere Informationen zum Heizen mit Holz in Öfen, Heizkesseln und Heizwerken finden Sie zudem auf der Internetseite heizen.fnr.de der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR).

Pressekontakt:
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
Dr. Hermann Hansen
Tel.: 03843 – 6930 116
Mail: h.hansen@fnr.de

PM 2014-21

Weitere Informationen:

http://www.bafa.de,
http://heizen.fnr.de

Dr. Torsten Gabriel | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht 3D-Mapping von Räumen mittels Radar
17.10.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Hochtemperaturspeicher für Ökostrom
13.10.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz