Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektronische Stromzähler helfen Geld sparen

02.07.2010
Wie kann man private Stromkunden motivieren, Energie effizienter und verstärkt auch aus erneuerbaren Quellen zu nutzen? Eine Möglichkeit ist der Einsatz elektronischer Stromzähler, die den Verbrauch messen. Wie sich die Smart Meter unkompliziert nutzen lassen, untersuchen Forscher im Projekt RESIDENS.

Wer wüsste nicht gern, wie viel Strom er gestern verbraucht hat oder ob es günstiger ist, die Waschmaschine am Nachmittag oder besser doch erst nach 22 Uhr zu starten? Doch die Höhe des Stromverbrauchs erfährt der Kunde nur einmal im Jahr mit der Endabrechnung.


Smart Meter sind elektronische Stromzähler, die gemessene Daten speichern und in nahezu beliebigen Abständen zum Messdienstleister senden. © Andreas Ingerl

Ob die dicke Nachforderung nur an den gestiegenen Preisen liegt, oder ob wegen des riesigen neuen Flachbildschirms, der Setbox und dem täglichen Internetsurfen mehr Strom verbraucht wurde, weiß der Verbraucher meist nicht. Und auch wie man durch sein Verhalten dazu beitragen kann, Energie aus erneuerbaren Quellen effizienter zu nutzen, ist vielen Stromkunden ein Rätsel.

In dem Projekt »RESIDENS – Effizientere Energienutzung durch systemtechnische Integration des privaten Endabnehmers« untersuchen Forscher, wie Stromkunden motiviert werden können, Energie aus erneuerbaren Quellen effizienter zu nutzen. In dem Projekt arbeiten Wissenschaftler der Technischen Universität Ilmenau, des Fraunhofer-Anwendungszentrum für Systemtechnik AST und des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau zusammen.

Doch die Stromkunden können Energie nur dann effizienter nutzen, wenn sie informiert sind, wann sie wie viel Strom verbrauchen, und ob der Gebrauch von Öko-Strom auch ökonomisch interessant ist. Daher verwenden die Forscher »elektronische Stromzähler«. Die Geräte messen den Verbrauch und senden die gespeicherten Daten in nahezu beliebigen Zeitabständen zum Messdienstleister. »Die Smart Meter ermöglichen es, die Werte auf unterschiedliche Art und Weise auszuwerten«, erläutert Dr.-Ing. Peter Bretschneider vom AST. So lässt sich etwa der aktuelle Stromverbrauch anzeigen, oder was eine Kilowattstunde Strom kostet. Und der Verbraucher kann verfolgen, wie viel Energie er in einer bestimmten Zeit abgenommen hat. Dank der Smart Meter lässt sich monatlich der tatsächliche Verbrauch ermitteln. Der Stromzähler zeigt die aktuellen Tarife an. So weiß der Kunde, dass Strom in der Nacht besonders günstig ist und startet erst dann seine Waschmaschine.

Damit Stromkunden die neuen Möglichkeiten unkompliziert nutzen können, arbeiten die Experten auch an Anwendungen für das Webportal. Dort können die Nutzer auf einen Blick sehen, wie hoch die Stromkosten im vergangenen Jahr waren, wie viel Energie sie heute verbraucht haben und wie hoch die Stromkosten gestern waren. Außerdem lässt sich in der Jahresübersicht erkennen, in welchen Monaten man besonders viel elektrische Energie verbraucht hat. Die Tagesübersicht macht deutlich, um welche Uhrzeit der Stromverbrauch am höchsten war. Über das Portal erfahren die Nutzer aber auch, wann Öko-Strom günstig ist und wieviel CO2 bei ihrem aktuellen Verbrauchsverhalten entsteht. Dann entscheiden sich Stromkunden möglicherweise öfter, auf Energie aus erneuerbaren Quellen umzusteigen. »Smart Metering ist mehr als nur intelligentes Auslesen von Zählerdaten. Es umfasst das gesamte Spektrum von der Tarifierung über die Zähler- und Kommunikationstechnologien bis hin zur Datenverwaltung und -aufbereitung«, betont Bretschneider.

Das Vorhaben gliedert sich in drei Teilprojekte: Zunächst untersuchen die Wissenschaftler, wie die Stromkunden energiepolitische Maßnahmen bewerten und welche energiebezogenen Verhaltensweisen sie haben. In der zweiten Phase prüfen die Experten, ob die Kunden den elektronischen Stromzähler annehmen. »Dabei sollen die Stärken und Schwächen der systemtechnischen Integration der Smart Meter sowie mögliche Verbesserungen aus Endabnehmersicht umfassend analysiert werden«, berichtet Bretschneider. Auf Basis der Ergebnisse aus den ersten beiden Untersuchungen wollen die Forscher dann die Kompetenz der Stromkunden im Umgang mit Smart Metern und Energieeffizienz-Maßnahmen fördern.

Dr.-Ing. Peter Bretschneider | Fraunhofer Mediendienst
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2010/07/elektronische-stromzaehler.jsp

Weitere Berichte zu: AST Smart Meter Stromkosten Stromverbrauch Stromzähler smart bridges Öko-Strom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht IT-Kühlung: So schaffen Kleinbetriebe den Sprung in die IT-Profiliga
23.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Plug & Play: Drei auf einen Streich
29.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise