Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektromobilität unter Strom

21.01.2013
Experten: Deutlich über 1 Mio. Elektrofahrzeuge bis 2020 in Deutschland möglich

Allen kritischen Stimmen zum Trotz ist es weiterhin plausibel, dass das Ziel der Bundesregierung von 1 Million Elektrofahrzeugen im Jahr 2020 erreicht wird.

Dies ist ein Ergebnis der zweiten Mobilitäts-Studie, die das Beratungsunternehmen Horváth & Partners in Zusammenarbeit mit dem Strascheg Institute for Innovation and Entrepreneurship (SIIE) der EBS Business School durchgeführt hat. An der Studie beteiligten sich rund 300 Experten aus Unternehmen der Automobil- und Energiewirtschaft sowie mit diesen verbundenen Zweigen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich.

70 Prozent der befragten deutschen Experten sind der Meinung, dass der Bestand an Elektrofahrzeugen in Deutschland die Millionenmarke bis zum Jahr 2020 durchbrechen wird.

Nach Ansicht der Industrieexperten werden Hybridantriebe 2020 ca. 8 Prozent des deutschen Fahrzeugbestandes ausmachen. Bei einem geschätzten Fahrzeugbestand 2020 von 47 Millionen PKWs entspricht dies rund 4 Millionen Fahrzeugen. Mit ca. 3,9 Prozent, etwa 1,8 Millionen Fahrzeugen, folgen Stromantriebe inkl. Plug-In Hybride, deren Batterie zusätzlich über das Stromnetz ladbar ist. Fahrzeugen mit Brennstoffzellen trauen die Experten bis 2020 einen Marktanteil von 1,3 Prozent zu, dies entspricht immerhin knapp 600.000 Fahrzeugen. Inklusive Gasantrieben kämen alternative Antriebe damit auf 8,4 Millionen Fahrzeuge, was einem Anteil von gut 18 Prozent entspräche.

Vor dem Hintergrund schwacher Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen sowie kritischer Aussagen verschiedener Marktteilnehmer in Bezug auf die Entwicklung der Elektromobilität überrascht die positive Bilanz der Studie. "Auch wenn bisher gerade mal knapp über 6.000 Elektrofahrzeuge in Deutschland verkauft wurden - und dies hauptsächlich an Unternehmen, nicht an Privatpersonen -, so darf nicht der Eindruck entstehen, es gebe in Bezug auf die Elektromobilität wenig Dynamik", argumentiert der Studienverantwortliche, Horváth-Partner Dr. Oliver Greiner. Mitherausgeber Prof. Dr. Ronald Gleich ergänzt: "Im Gegenteil: Viele Unternehmen haben sich intensiv an die Arbeit gemacht. So gaben über die Hälfte der befragten Unternehmen an, die Veränderungen im Bereich Mobilität aktiv anzugehen, lediglich 27 Prozent bezeichnen sich als eher abwartend und zurückhaltend."

Trotz des wachsenden Engagements der befragten Unternehmen sind die bleibenden Hürden auf dem Weg zur Durchsetzung der Elektromobilität und einem neuen Nutzerverhalten immer noch präsent. Sorgenkind Nummer eins hierbei ist weiterhin die Reichweite von Elektrofahrzeugen, auch wenn die Problematik etwas weniger schwerwiegend eingestuft wird als noch in der Vorstudie. "Die Elektromobilität wird vor allem im Zweitwagen-Segment und im Kurzstreckenbereich zulegen. Hier hat sie großes Potenzial", so Matthias Deeg, Energieversorgungsexperte bei Horváth & Partners.

Noch bremsen darüber hinaus die Kosten für Elektrofahrzeuge deren intensive Verbreitung. Zwar sind nach Einschätzung der Experten potenzielle Käufer bereit, für ein Elektrofahrzeug mehr auszugeben als für ein konventionelles Auto, die zusätzliche Zahlungsbereitschaft liegt bei kleineren Fahrzeugen aber lediglich bei 5 bis 10 Prozent und bei größeren Fahrzeugen nicht wesentlich darüber.

Ein weiteres Problem stellt der geringe Anreiz für die Energieversorger dar, die Elektromobilität zu forcieren. Vor allem der Aufbau einer entsprechenden Ladeinfrastruktur ist in der aktuellen Form für die Energieversorger nicht lukrativ. "Während es z.B. für die Automobilindustrie profitable Geschäftsmodelle im Rahmen der Elektromobilität gibt, sucht die Energiebranche noch nach interessanten Wachstumsfeldern", erklärt Matthias Deeg.

Entsprechend wird der Ruf der Industrievertreter nach verstärkter Förderung durch den Staat lauter, insbesondere in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie bei indirekten Förderungen, wie etwa in Form von innerstädtischen Beschränkungen für traditionelle Verbrennungsfahrzeuge. Der kontrovers diskutierten Absatzförderung messen die Experten im Vergleich dazu noch eine geringere Rolle bei, allerdings mit deutlich zunehmender Tendenz im Vergleich zur Studie 2011.

Trotz der noch vorherrschenden Problemfelder erwarten die Experten eine deutliche Veränderung im Mobilitätsverhalten, was laut Studie nicht nur durch den Zuwachs an Elektroautos in Zukunft weiter vorangetrieben wird. Insbesondere der weiteren Verbesserung der Anschlussmobilität sowie der Nutzung moderner Car-Sharing Konzepte messen die Experten hier eine zunehmend hohe Bedeutung bei. Entsprechend könnte in den nächsten Jahren erstmalig in der Geschichte der Bundesrepublik der Trend zu wachsendem Motorisierungsgrad gekippt werden, welcher aktuell bei 510 Fahrzeugen je 1000 Einwohner liegt.

Über die Studie

Die Studie gehört zu den größten, branchenübergreifenden Studien zum Thema E-Mobility und neue Mobilitätskonzepte, die bisher in Deutschland durchgeführt wurden. Die Untersuchung fand im Zeitraum von Juni bis Oktober als gemeinschaftliche Studie von Horváth & Partners Management Consultants und dem Strascheg Institute for Innovation and Entrepreneurship (SIIE) der EBS Business School statt. Verwendet wurde eine ungeschichtete Zufallsstichprobe aus einer Grundgesamtheit von ca. 3.000 Kontaktadressen aus den Wertschöpfungssektoren Automotive, Energie und Provider/Dienstleistungen. Im Rahmen einer Online-Befragung wurde ein standardisierter Fragebogen verwendet. Knapp 280 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 250 Unternehmen nahmen an der Untersuchung teil, was einer Rücklaufquote von ca. 8 Prozent entspricht.

Über Horváth & Partners

Horváth & Partners ist eine international tätige, unabhängige Managementberatung mit Sitz in Stuttgart. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 400 hochqualifizierte Mitarbeiter an Standorten in Deutschland, Österreich, Rumänien, der Schweiz, Ungarn und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Mitgliedschaft im internationalen Beraternetzwerk "Highland Worldwide" unterstützt die Fähigkeit, Beratungsprojekte in wichtigen Wirtschaftsregionen mit höchster fachlicher Expertise und genauer Kenntnis der lokalen Gegebenheiten durchzuführen.

Die Kernkompetenzen von Horváth & Partners sind Unternehmenssteuerung und Performanceoptimierung - für das Gesamtunternehmen wie für die Geschäfts- und Funktionsbereiche Strategie, Organisation, Vertrieb, Operations, Controlling, Finanzen und IT. Horváth & Partners steht für Projektergebnisse, die nachhaltigen Nutzen schaffen. Deshalb begleitet Horváth & Partners seine Kunden von der betriebswirtschaftlichen Konzeption bis zur Verankerung in Prozessen und Systemen.

Über das Strascheg Institute for Innovation and Entrepreneurship (SIIE)und die EBS Business School

Das Department of Innovation Management and Entrepreneurship (IME) ist eines von sechs Departments der EBS Business School und wird von Prof. Dr. Ronald Gleich als Head of Department geleitet. Mit seinem Strascheg Institute for Innovation and Entrepreneurship (SIIE) ist das IME eine der größten Forschungseinrichtungen Deutschlands in den Feldern Innovationsmanagement und Entrepreneurship. Das SIIE betreibt mit mehr als 45 Mitarbeitern praxisorientierte Forschung, Lehre und Weiterbildung.

Die EBS Business School bildet, als Pionier der deutschen Business Schools, seit 1971 künftige Führungspersönlichkeiten mit internationaler Perspektive aus. Als eine der renommiertesten Betriebswirtschaftlichen Fakultäten des Landes steht sie für wissenschaftliche Exzellenz in Forschung und Lehre, Innovation und Unternehmergeist. Forschung und Studium werden stetig ausgebaut, aktualisiert und internationalisiert. Im Verständnis der EBS bedeutet Leadership mehr als Gewinnmaximierung und Shareholder Value. Sie legt großen Wert darauf, dass die Studierenden ihre Persönlichkeit entwickeln können, soziale Verantwortung übernehmen, ethisch handeln, nachhaltig und werteorientiert entscheiden.

Horváth & Partner GmbH
Ansprechpartner: Oliver Weber
E-Mail: oweber@horvath-partners.com
Tel.: +49 711 66919-3301
Website: www.horvath-partners.com

Oliver Weber | pressetext
Weitere Informationen:
http://www.horvath-partners.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht 3D-Mapping von Räumen mittels Radar
17.10.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Hochtemperaturspeicher für Ökostrom
13.10.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz