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Elektromobilität: 2015 startet der Linienbetrieb mit E-Bussen in Berlin

03.09.2014

Berlin wird als erste europäische Hauptstadt auf einer kompletten Innenstadtlinie E-Busse mit kabellosem Ladesystem testen. Im Sommer 2015 soll der Betrieb mit Elektro-Bussen auf der BVG-Linie 204 starten. Damit setzt Berlin Zeichen beim Ausbau der Elektromobilität. Die Technische Universität Berlin begleitet das Projekt wissenschaftlich.

Der Bund fördert das Modellprojekt im Rahmen des „Internationalen Schaufensters Elektromobilität Berlin-Brandenburg“. Die BVG erhält Bundesfördermittel in Höhe von insgesamt knapp 2,3 Millionen Euro. Weitere rund 1,3 Millionen Euro Fördermittel gehen an die TU Berlin. Auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt ist in das Vorhaben eingebunden.

Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Elektromobilität wird künftig im öffentlichen Nahverkehr eine größere Rolle spielen. Hier gibt es viel Potenzial. Deshalb unterstützen wir mit rund 4 Millionen Euro den Einsatz von Elektrobussen auf der Linie 204 vom Zoologischen Garten bis zum Südkreuz. Das ist ein wegweisendes Projekt, bei dem Berlin zu den Vorreitern zählt.“

Michael Müller, Senator für Stadtentwicklung und Umwelt: „Berlin ist schon heute eine der führenden Metropolen beim Ausbau der Elektromobilität. Im Rahmen des Schaufensters Elektromobilität fördert das Land bereits zahlreiche Projekte mit dem Ziel, unsere Stadt nachhaltig zu einem noch lebenswerteren Ort für alle Berlinerinnen und Berliner zu machen. Mit dem E-Bus-Projekt setzen wir nun ein weiteres Ausrufezeichen.“

Die BVG wird das Projekt mit einem Konsortium leistungsfähiger und innovativer Partner realisieren. Beteiligt sind neben der TU Berlin:

• Bombardier Transportation GmbH: induktives PRIMOVE Schnellladesystem und
PRIMOVE Batteriesystem
• Solaris Deutschland GmbH: Elektrobusse
• Vossloh Kiepe GmbH: Traktionsmotor und Energiemanagement

Die BVG wird insgesamt vier 12-Meter-Busse für den elektrischen Be-trieb auf der 6,1 Kilometer langen Linie zwischen Bahnhof Zoologischer Garten (Hertzallee) und Bahnhof Südkreuz anschaffen. Bei der Ladung der Bordbatterien für die Elektromotoren setzten die Projektpartner auf eine innovative Technologie, das System PRIMOVE von Bombardier Transportation.

An den Endhaltestellen werden dafür unter dem Fahrbahnbelag Ladeplatten für eine kontaktlose Energieübertragung verlegt. Vergleichbar mit einer elektrischen Zahnbürste versorgen sich die Solaris-Busse des Typs Urbino 12 electric. ohne Kabelkontakt mit der nötigen Energie. Durch Übertragungsleistungen von bis zu 200 Kilowatt sind an den jeweiligen Endpunkten der Linie nur Ladezeiten von wenigen Minuten notwendig. Die Busse sind so ausgelegt, dass sie – etwa bei Verspätungen durch Staus – auch eine bis zwei Nachladepausen auslassen können und trotzdem einsatzfähig bleiben.

Im Rahmen des geförderten Schaufensters läuft das Projekt bis Sommer 2016. Die BVG plant danach einen deutlich längeren Einsatz der E-Busse. Über das spätere Linienkonzept laufen noch Beratungen.

Die begleitende Forschung an der Technischen Universität Berlin

Das Fachgebiet „Methoden der Produktentwicklung und Mechatronik“ der TU Berlin führt im Rahmen des Projekts eine systematische technisch-wirtschaftliche Gesamtbewertung durch, bei der Machbarkeit und Vorteilhaftigkeit der technischen Lösungen bewertet und mit alternativen Konzepten verglichen werden. Weitere Forschungsschwerpunkte sind auf dem Gebiet der Busklimatisierung definiert. Die TU Berlin wird eine der zwei Ladestationen unweit vom Bahnhof Zoo auf dem TU-Gelände hinter der Bibliothek an der Hertzallee errichten und den Betrieb des Ladepunktes zum „Auftanken“ der Busse sicherstellen. Hinsichtlich der Ladetechnologie werden Verfügbarkeitsrisiken und Optimierungsmaßnahmen untersucht.

PRIMOVE Elektromobilität von Bombardier Transportation

Mit dem flexiblen PRIMOVE Portfolio bietet Bombardier Elektromobilität aus einer Hand: Das vollständig integrierte System für elektrische Schienen- und Straßenfahrzeuge ermöglicht Städten wie Berlin den einfachen Einstieg in einen vollständigen elektrischen Nahverkehr. Die Komplettlösung umfasst das induktive PRIMOVE Schnellladesystem, die leichten, langlebigen PRIMOVE Batterien und den effizienten PRIMOVE Antrieb. Seit März 2014 können sich Fahrgäste in Braunschweig über einen leisen, mit PRIMOVE geladenen Elektrobus freuen. In Mannheim und dem belgischen Brügge wird der Linienbetrieb mit Elektrobussen Anfang 2015 beginnen. Die rasant wachsende Metropole Nanjing in China freut sich seit August 2014 über oberleitungsfreie, mit PRIMOVE Batterien betriebene Straßenbahnen. In Berlin wird erstmals ein 90 kWh Batteriesystem in 12 Meter E-Bussen zum Einsatz kommen.

Die E-Busse von Solaris Deutschland

Die Elektrobusse liefert Solaris Bus & Coach unter Nutzung von Komponenten der anderen Projektpartner. Die Busse entsprechen dem Fahrzeugtyp Solaris Urbino 12 electric. Das Unternehmen ist einer der führenden europäischen Hersteller von Stadtbussen und gehört zu den Pionieren für Elektrobus-Technik. Das Familienunternehmen hat seit Beginn der Produktion im Jahre 1996 mehr als 11.000 Busse an Kunden in 28 Ländern in Europa und im Nahen Osten ausgeliefert.

Das Antriebssystem der Vossloh Kiepe GmbH

Vossloh Kiepe ist international als Hersteller elektrischer Antriebsausrüstungen für Fahrzeuge des öffentlichen Nahverkehrs bekannt. Das Antriebssystem der Düsseldorfer Elektrobusspezialisten wird für das Berliner Projekt mit dem induktiven Ladesystem von Bombardier kombiniert. Für die emissionsfreien Batteriebusse liefert Vossloh Kiepe die gesamte elektrische Antriebs- und Bordnetzausrüstung. Diese beinhaltet die Leistungselektronik, Traktionsmotoren und das Vossloh-Kiepe-Energy-Managementsystem.

Gemeinsame Pressemitteilung von der TU Berlin, den Berliner Verkehrsbetrieben, von Bombardier Transportation, Solaris Deutschland und Vossloh Kiepe

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Dietmar Göhlich, TU Berlin, Fachgebiet Methoden der Produktentwicklung und Mechatronik, Tel.: 030/314-23341, E-Mail: dietmar.goehlich@tu-berlin.de

Stefanie Terp | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/

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