Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektroautos sollen Strom aus Windkraft speichern

18.12.2009
Siemens arbeitet mit Hochdruck an Technologien, um Elektroautos in das öffentliche Stromnetz einzubinden.

Im Rahmen des dänischen Projekts Edison, das erstmals einen Fahrzeugpool an die Steckdosen legt, entwickelt das Unternehmen unter anderem Methoden, um die Autos schnell aufzuladen. 2011 beginnt der Praxistest auf der Insel Bornholm. Siemens forscht auch an Komponenten für die Elektroautos selbst.


Zur Klimakonferenz in Kopenhagen stellte das Unternehmen drei weitere Democars vor: Die eRUF Stormster, auf Basis des Chassis des Porsche Cayenne. Die von Siemens und der Auto-Manufaktur RUF gebauten Fahrzeuge werden als Shuttles eingesetzt. Die eStormster haben eine maximale Reichweite von 180 Kilometern pro Ladung und erreichen 150 Kilometer pro Stunde. Mit 340 PS (250 Kilowatt) beschleunigen die Wagen in neun Sekunden auf 100 km/h.

Dänemark treibt die Entwicklung für Elektroautos besonders stark voran, weil die Akkus der Autos als Zwischenspeicher für das schwankende Stromangebot aus Windkraft dienen sollen. Im Rahmen des Edison-Projekts erforscht deshalb ein internationales Konsortium unter anderem, wie der bidirektionale Stromfluss zwischen Auto und Netz optimal funktionieren kann.

Siemens Energy entwickelt zum Beispiel Schnellladefunktionen für die Akkus der Autos. Statt der üblichen 220 Volt sollen die Batterien in einem ersten Schritt mit 400 Volt und 63 Ampere geladen werden, das entspricht einem Starkstromanschluss für einen Küchenherd. Auf lange Sicht sind bis zu 300 Kilowatt Ladeleistung anvisiert, um ein Auto in etwa sechs Minuten mit Strom zu betanken. Außerdem untersuchen die Entwickler, wie das ständige zu- oder abschalten von Batterien das Stromnetz beeinflusst. Die Oberschwingungen, die dabei entstehen, können das Netz aus dem Takt bringen. Dazu arbeitet Siemens Energy direkt auf dem Forschungscampus Risø der Dänischen Technischen Universität, einem Partner im Edison-Konsortium.

Siemens Corporate Technology entwickelt derzeit die Komponenten für das neue Elektroauto Greenster II, das ab Ende 2010 in Kleinserie gefertigt wird. Eine zentrale Neuerung sind die beiden Hinterräder, die jeweils mit eigenen Elektromotoren bewegt werden. So können die einzelnen Räder in jeder Fahrsituation optimal angetrieben werden. Das Differenzialgetriebe, das bei zentralen Antrieben diese Aufgabe übernimmt, fällt weg, und das Auto wird erheblich leichter. In Zukunft soll jedes der vier Räder eines Elektroautos über einen eigenen kleinen Antrieb verfügen. Achs- und Kardanwelle sowie der zentralen Motor werden dadurch entfallen. Das Auto gewinnt so an Bauraum und spart an Gewicht. (IN 2009.12.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Berichte zu: Akku Antrieb Batterie Elektroauto Kilowatt Siemens Energy Stromnetz Windkraft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Forscher entwickeln effizientere Systeme für Brennstoffzellen und Kraft-Wärme-Kopplung
19.04.2017 | EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie e. V.

nachricht Forscher entwickeln Elektrolyte für Redox-Flow-Batterien aus Lignin aus der Zellstoffherstellung
18.04.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie