Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektroautos schneller laden

01.06.2016

Mit einer kurzen Ladezeit so lang wie möglich mit dem E-Auto unterwegs sein? Diese Anforderung erfüllen Wechselstromladegeräte für Elektrofahrzeuge nur bedingt. Gleichstromladung hingegen verspricht schnellere Ladezeiten und höhere Reichweiten. In Kooperation mit der EVTEC AG hat das Fraunhofer IAO die schnellste Lademöglichkeit für Elektroautos in Europa entwickelt und implementiert.

Vor wenigen Jahren stellten 20kW-Wechselstromladegeräte mit einer Ladezeit von 30 Minuten noch das Höchste der Gefühle dar. Heute sind solche Ladestationen höchstens für Kurzzeitparkplätze in Einkaufsgebieten ausreichend.

Aus Gleichstromladung lässt sich jedoch ein deutlich höheres Potenzial schöpfen. Um Elektrofahrzeuge für die Zukunft zu wappnen, kooperieren das Fraunhofer IAO sowie das Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart mit der Schweizer EVTEC AG.

Aus Erfahrungen im Rennsport haben die Spezialisten des Luzerner Unternehmens ein 150kW-Gleichstromladesystem entwickelt, mit dem in 30 Minuten potenziell mehr als 300 km an Reichweite nachgeladen werden können.

Gleichstromladen ist bereits auf die zukünftigen Fahrzeuggenerationen ausgelegt

Das IAT der Universität Stuttgart und das Fraunhofer IAO haben auf dieser Grundlage im Mai die derzeit schnellste Lademöglichkeit für Elektroautos in Europa installiert: eine Anlage mit fast 200 kW, davon 150 kW Gleichstrom und 43 kW Wechselstrom.

Die Mittel dafür wurden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bereitgestellt. An der mittlerweile in Serie erhältlichen Anlage können bis zu vier Elektrofahrzeuge gleichzeitig laden. Die Anschlussleistung dieser Anlage stellt mit rund 300 Ampère alles in den Schatten, was bisher als Schnellladung galt. Die Ladegeschwindigkeit beim Gleichstromladen ist bereits auf die nächste und übernächste Fahrzeuggeneration ausgelegt und beträgt das Dreifache des derzeit gängigen Maximums.

Projekt SLAM untersucht Einbindung der Schnellladeinfrastruktur in lokale Energienetze

Wie verträgt sich das schnelle Laden aber mit den bestehenden Energienetzen? Aus Sicht der elektrischen Netze führen die zunehmenden Ladeleistungen von Elektrofahrzeugen und die zunehmende Verbreitung von erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen wie z.B. von Photovoltaik-Modulen zu bisher ungekannten Schwankungen.

Damit diese Problematik nicht zur Hemmschwelle bei der Einführung zukünftiger Elektrofahrzeuge wird, erforschen das Fraunhofer IAO und das IAT der Universität Stuttgart zusammen mit Partnern aus der Wirtschaft im Projekt »Schnellladenetz für Achsen und Metropolen« (SLAM), wie eine Schnellladeinfrastruktur in lokale Energienetze eingebunden werden kann. Dabei soll auch die für das Projekt zentrale Hochleistungsschnellladung mit 150 kW analysiert werden.

Hierzu erarbeiten die Forschungspartner eine intelligente Kopplung der neuen Schnellladestation mit Komponenten, die bereits im »Living Lab« in Stuttgart vorhanden sind: einer Photovoltaikanlage, zwei Speichermöglichkeiten mit insgesamt bis zu 2,1 MWh, sowie der größten Wechselstrom-Elektrotankstelle Deutschlands mit rund 30 Wechselstrom-Ladestationen eines steuerbaren Gleichstromnetzes.

Weitere Informationen:

https://www.iao.fraunhofer.de/lang-de/ueber-uns/presse-und-medien/1727-elektroau...
http://www.slam-projekt.de

Juliane Segedi | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Seilzugsensor MH60 – erfolgreicher Einsatz in rauer Umgebung
20.04.2018 | WayCon Positionsmesstechnik GmbH

nachricht Treiber für Digitalisierung von Industrieanlagen: ABB, HPE und Rittal stellen Secure Edge Data Center vor
20.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics