Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektroautos als Energiespeicher

16.01.2009
KIT-Forscher beteiligen sich am bundesweiten Großprojekt "Flottenversuch Elektromobilität".

Das Bundesumweltministerium mit Volkswagen und EON als Initiatoren führen das Projekt gemeinsam mit Partnern aus Industrie, Universitäten und weiteren Forschungseinrichtungen durch.

Ziel ist es, innovative Elektrofahrzeuge zu entwickeln und zu erproben sowie die Folgen dieser Technologie auf das Energiesystem zu untersuchen. Die KIT-Wissenschaftler analysieren die Auswirkungen der Elektromobilität auf den Kraftwerkspark und die Übertragungsnetze. Besonders haben sie dabei die Integration erneuerbarer Energien im Blick.

Ziel des über vier Jahre mit 32,5 Millionen Euro geförderten Versuchs ist die Weiterentwicklung der Plug-In-Hybrid- und Elektrofahrzeug-Technik. "Technisch betrachtet entscheiden Reichweite, Ladezeiten und Lebensdauer über die Verbreitung alternativer Antriebssysteme, im weltweiten Wettbewerb haben jedoch auch Kosten und klimapolitischen Faktoren hohe Bedeutung für den Erfolg einer Technologie", so Dr. Dominik Möst vom Lehrstuhl für Energiewirtschaft am Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion des KIT. Mösts Arbeitsgruppe "Energiesystemanalyse und Umwelt" beschäftigt sich bereits seit mehreren Jahren mit der Integration von erneuerbaren Energien im europäischen Energiesystem und mit den Auswirkungen des Emissionshandels auf die Entwicklung der Energiemärkte.

Neben dem herkömmlichen Verbrennungsmotor als Antrieb verfügen Hybrid-Fahrzeuge über einen Elektromotor und eine Batterie, die sich über eine Steckdose oder eine Schnell-Ladestation aufladen lässt. Die Batterie unterstützt den Verbrennungsmotor beim Beschleunigen, soll aber auch Bremsenergie zurückzugewinnen. Die Plug-in-Hybrid-Technologie ist auf Kurzstrecken wie im Stadtverkehr interessant, da sie aussschließlich elektrisches Fahren ermöglicht und damit den Spritverbrauch deutlich senken soll.

Beim Flottenversuch Elektromobilität richten die Karlsruher Forscher den Fokus vor allem auf die langfristigen Auswirkungen der Elektromobilität auf den Kraftwerkspark, die Übertragungsnetze und das Energieversorgungssystem in Deutschland und Europa. "Vor allem wollen wir untersuchen, inwieweit die Elektromobilität in den nächsten drei Jahrzehnten in Deutschland eine Möglichkeit zur Energiespeicherung darstellen könnte", so Möst. "Entwicklungen, wie die Vehicle to Grid (V2G)-Technologie könnten die Übertragungsnetze entlasten und Produktionsspitzen abfangen." Bei der V2G-Technologie gehen "Fahrzeuge ans Netz". Darunter versteht man ein Konzept zur Speicherung von elektrischem Strom aus dem öffentlichen Stromnetz in Elektro- und Hybridautos. Diese Fahrzeuge könnten somit in Zeiten großer Netzleistung Strom aus dem Netz entnehmen. In einem zweiten Schritt könnten sie Strom auch wieder ins Netz einspeisen.

"Dabei gehen wir vor allem der Frage nach, in welchem Umfang Elektromobilität einen Beitrag zur besseren Integration von erneuerbaren Energien aus schwankenden Energiequellen wie Wind und Sonne ins Energiesystem leisten kann", betont Dominik Möst. Bei den erneuerbaren Energien sind Wind- und Sonnenenergie im Gegensatz zur Geothermie oder Biomasse nicht grundlastfähig, stehen also nicht gleichmäßig zur Verfügung. Dies führt dazu, dass zu bestimmten Zeiten ein Überangebot an Strom im Netz ist. "Diese Netzengpässe könnten bei unzureichendem Ausbau der Übertragungskapazitäten eine Barriere für die Nutzung von lokalen und zeitlich schwankenden Energiequellen sein. Durch die Aufnahme des Überangebotes zu Spitzenproduktionszeiten wäre es möglich, das Übertragungsnetz deutlich zu entlasten und diese Energie zu nutzen", so Möst. Erste Ergebnisse werden zum Ende des Jahres 2009 vorliegen.

Im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) schließen sich das Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft und die Universität Karlsruhe zusammen. Damit wird eine Einrichtung international herausragender Forschung und Lehre in den Natur- und Ingenieurwissenschaften aufgebaut. Im KIT arbeiten insgesamt 8000 Beschäftigte mit einem jährlichen Budget von 700 Millionen Euro. Das KIT baut auf das Wissensdreieck Forschung - Lehre - Innovation.

Die Karlsruher Einrichtung ist ein führendes europäisches Energieforschungszentrum und spielt in den Nanowissenschaften eine weltweit sichtbare Rolle. KIT setzt neue Maßstäbe in der Lehre und Nachwuchsförderung und zieht Spitzenwissenschaftler aus aller Welt an. Zudem ist das KIT ein führender Innovationspartner für die Wirtschaft.

Christa Zemke | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht TU Ilmenau erforscht innovative mikrooptische Bauelemente für neuartige Anwendungen
21.09.2017 | Technische Universität Ilmenau

nachricht Bald bessere Akkus?
21.09.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie