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Elektrisches Lotsenboot: Umweltfreundlich und sicher

24.04.2014

Ein Hybridantrieb von Siemens steckt in einem der modernsten Lotsenboote der Welt.

Die Explorer ist ein sogenanntes SWASH-Schiff (Small Water­plane Area Single Hull) mit einem mittig unter dem Schiff gelegenen, torpedoförmigen Auftriebskörper. Aus dieser Röhre heraus wird das Boot auch angetrieben.

Es liegt selbst bei Seegang stabil im Wasser und ist vergleichsweise leicht, so dass es weniger Treibstoff verbraucht. Der Rumpf ernthält einen flexiblen und kompakten EcoProp-Hybrid, der mit seinem Diesel- und Elektromodus effizient und umweltfreundlich ist.

Dieses Hybrid-Antriebssystem gewährleistet für jedes Fahrprofil einen wirtschaftlichen Betrieb: Ein Dieselmotor treibt das Schiff an; dabei kann nicht genutzte Energie von einem Generator genutzt werden um das Schiff mit Stom zu versorgen.

Derzeit wird das Schiff an der Elbe erprobt. Die Explorer ist eine Weiterentwicklung der sogenannten SWATH (Small Waterplane Area Twin Hull)-Schiffe. Das sind Schiffe, die auf zwei unter der Wasseroberfläche gelegenen, torpedoförmigen Auftriebskörpern fahren.

Sie reagieren weniger stark auf Wind oder Wellen und können deshalb auch bei hohem Seegang ein sicheres Umsteigen des Lotsen vom Boot auf das zu leitende Schiff gewährleisten. Beim Explorer sind die beiden seitlichen Auftriebskörper durch eine Röhre in der Mitte ersetzt. Für Stabilität sorgen die zwei seitlichen Ausleger. Mit der neuen Technik wird das Schiff leichter und wendiger.

Letzteres ist wichtig, denn Lotsenboot und Schiff müssen für die Zeit des Umsteigens bei Fahrt stabil nebeneinander die Position halten. In der Elbe zum Beispiel sind die großen Containerschiffe mit mindestens acht Knoten unterwegs. 

Der EcoProp-Hybridantrieb der Explorer basiert auf dem ursprünglich für Busse entwickelten Antriebssystem ELFA. Herzstück ist eine elektrisch angetriebene Maschine, die als Motor und als Generator arbeiten kann. Fährt das Schiff mit Dieselmotor, treibt dieser auch den Generator an. Im Elektrobetrieb treibt der Elek­tromotor den Propeller an. Das Schiff erreicht in diesem Modus ein Drittel der möglichen Höchstgeschwindigkeit von 17 Knoten, die rund 31 Kilometer pro Stunde entspricht. 

Die Möglichkeit, eine längere Strecke ausschließlich elektrisch zurückzulegen, ist auch deshalb ein wichtiges Kriterium, weil das Schiff durch den mittig gelegenen Antriebskörper nur einen einzigen Dieselmotor hat. Aus Sicherheitsgründen ist aber für bestimmte Einsätze ein zweiter Antrieb vorgeschrieben.

Diese Rolle übernimmt nun der Elektromotor.  ELFA Hybridantriebe sind weltweit in Stadtbussen im Einsatz, unter anderem in London, München oder Hanoi. Für die Anwendung im Schiffsverkehr passte Siemens die Komponenten an die besonderen Bedingungen auf See an, um die Zulassung des Germanischen Lloyd einholen. (2014.04.6)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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