Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Traum Rostocker Wissenschaftler: Wasserstofferzeugung aus Sonnenenergie

02.03.2015

Land fördert Forschung mit einer viertel Million Euro

Wasserstofferzeugung aus Sonnenenergie. Das wäre ein bahnbrechender Beitrag zu einer künftigen Energiegewinnung, die ohne fossile Rohstoffe auskommt und die Atmosphäre nicht belastet. Wissenschaftler der Universität Rostock, das sind Professoren aus den Fachbereichen Physik, Chemie und dem An-Institut LIKAT der Universität Rostock und ihre Teams konzentrieren sich aktuell in einem neuen Forschungsprojekt genau darauf, neue Energieträger aus Sonnenlicht zu gewinnen.


Die beiden jungen Chemiker Steffen Fischer und Enrico Barsch (v.l.) beim Experimentieren am Spektrometer, an dem Wasserstoff erzeugt wird. (Foto: Julia Tetzke/Uni Rostock)

„Die Gewinnung energiereicher Moleküle aus Sonnenlicht, das ist ein Traum“, beschreibt Projektleiter Professor Ralf Ludwig aus dem Institut für Chemie, seine Motivation.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert diese vielversprechende Forschung über den Europäischen Sozialfonds mit einer viertel Million Euro.

„Wir wollen Techniken entwickeln, mit denen sich die Kraft der Sonne in Form von chemischer Energie binden lässt“, skizziert Ralf Ludwig die Herausforderung. Für die beiden jungen Chemiker Enrico Barsch (33) und Steffen Fischer (28) eine spannende Aufgabe.

In langen Versuchsreihen spalten sie Wasser in Sauerstoff und den energiereichen Brennstoff Wasserstoff – umweltverträglich nach dem Vorbild der Natur. Damit das gelingt, müssen geeignete Katalysatorsysteme entwickelt und verstanden werden. Bis zu einem Ergebnis ist es aber noch ein weiter Weg. Langen Atem haben Enrico Barsch und Steffen Fischer allemal.

Enrico ist ehrenamtlich Schiedsrichter in der Verbandsliga Fußball, ist aber auch als Schiedsrichterlehrer unterwegs. Was das mit Forschung zu tun hat? „Man lernt Menschen einzuschätzen und sich im positiven Sinne zu verkaufen“, sagt der junge Mann. Das helfe auch im Wissenschaftsbetrieb, beispielsweise wenn Vorträge zu halten seien.

Mit dem Projekt „Energie für die Zukunft - Photokatalytische Spaltung von Wasser zu Wasserstoff" (Light2Hydrogen) im Rahmen des Bundesprogramms „Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern“ haben die Rostocker Wissenschaftler bereits wichtige Erkenntnisse zur Energiegewinnung aus der Natur gewonnen.

„Unstrittig ist heute, dass die Zukunft in der verstärkten Erschließung und Nutzung erneuerbarer Energiequellen liegt“, sagt Professor Ludwig. Dabei stehe die Sonnenenergie im Zentrum. An dieser Forschung mitzuwirken, das ist für Steffen Fischer so etwas wie ein Ritterschlag. Der Rostocker Chemiker erklärt beispielsweise auf Tagungen ohne Scheu, wie die photokatalytische Wasserspaltung funktioniert und geeignete Katalysatoren entwickelt werden, um so die Reaktion zum Wasserstoff zu beschleunigen.

Bisher bekannte Katalysatoren liefern zu geringe Ausbeuten für eine technische Anwendung. Für das Verständnis der Arbeitsweise der Katalysatoren müssen deshalb theoretische und spektroskopische Methoden weiterentwickelt werden. Ausgewählte Katalysatorsysteme werden in Langzeitexperimenten untersucht, um deren Schwachstellen zu identifizieren und so Anhaltspunkte für die Entwicklung stabiler Systeme zu finden.

„Es ist ein Musterbeispiel interdisziplinärer Forschung", sagte Ralf Ludwig. Eingebunden ist das Forschungsvorhaben in das Department "Life, Light and Matter" der Interdisziplinären Fakultät der Universität Rostock, die damit weiteren Aufschwung erfährt. Das Forschungs-Projekt werde auch von den Laboren und Hochleistungsgeräten des Forschungsbaus "Komplexe molekulare Systeme", der auf dem Campus Südstadt der Universität in der Südstadt errichtet wird, profitieren, sind sich die Akteure einig. Text: Wolfgang Thiel

Universität Rostock
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Institut für Chemie
Prof. Dr. Ralf Ludwig
Tel: +49 381 498-6517
Mail: ralf.ludwig@uni-rostock.de

Wolfgang Thiel | Universität Rostock

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Forscher entwickeln effizientere Systeme für Brennstoffzellen und Kraft-Wärme-Kopplung
19.04.2017 | EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie e. V.

nachricht Forscher entwickeln Elektrolyte für Redox-Flow-Batterien aus Lignin aus der Zellstoffherstellung
18.04.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie