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Effizienzsteigerung, Verfahrenentwicklungen und gezielte Vernetzung

16.11.2010
Fünf neue Vorhaben starten im Förderprogramm zur „Optimierung der energetischen Biomassenutzung“. Die Ziele sind vielfältig und umfassen neben Verfahrensentwicklungen für die Herstellung von synthetischem Erdgas bspw. auch den Aufbau einer Open-Source-Datenbank. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) fördert sie im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative mit ca. 2 Mio. Euro.
Eine Open-Source-Datenbank für alle (FKZ: 03KB039A-G)
Das Vorhaben BioEnergieDat wird bis August 2012 an der Bereitstellung einer validierten, harmonisierten Datenbasis zur energetischen Nutzung von Biomasse in Deutschland arbeiten. Die Wissenschaftler führen mit einheitlicher Methode systematisch Informationen zum Stand der Technik, den ökologischen Effekten sowie ökonomischen Kenngrößen von Produktions-, Bereitstellungs- und Konversionsprozessen in einer öffentlich zugänglichen, auf Open-Source-Software basierenden Datenbank zusammen. Am Vorhaben sind sieben Partner beteiligt: KIT Karlsruhe ITAS-ZTS und IAI; GreenDeltaTC; Uni Stuttgart IER; DLR-ITT; Wuppertal Institut; RU Bochum LEE; HS Zittau/Görlitz.
Aufbau eines bundesweiten kommunalen Bioenergie-Netzwerks (FKZ: 03KB040A-B)
Eine Querschnittsfunktion innerhalb des Förderprogramms wird das vom Bundesverband BioEnergie e.V. (BBE) getragene Vorhaben „BioKommunal“ einnehmen, in dem ein Bioenergie-Netzwerk für Kommunen aufgebaut wird. Bundesweit sollen Gemeinden motiviert werden, vor allem biogene Rückstände und Abfälle energetisch zu verwerten und dadurch zur Minderung von Treibhausgasen beitragen.
Entschwefelungsverfahren für Bio-Erdgas (FKZ: 03KB041A-C)
Im Rahmen des Verbundprojektes zur Entschwefelung von Bio-SNG (SNG = "substitute natural gas"), an dem drei Partner aus Wissenschaft, Werkstoffherstellung und Maschinenbau beteiligt sind (Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., Alantum Europe GmbH, Lehmann Maschinenbau GmbH), soll ein neuartiges Reinigungssystem bestehend aus einem metallischen Schaum als Trägermaterial und eines speziell zur Entschwefelung geeigneten Sorbens (Fe2O3) entwickelt werden. Ziel ist eine signifikante Verbesserung der Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit der Biogasentschwefelung im Vergleich zu derzeit existierenden Verfahren.
Dezentrale Herstellung von synthetischem Erdgas (SNG) (FKZ: 03KB042A-B)
Eine Alternative zur direkten Verstromung von Biomasse kann die Erzeugung von synthetischem Erdgas (SNG = "substitute natural gas") sein. Der erste Schritt eines solchen Prozesses ist die thermo-chemische Vergasung der Biomasse zu einem Synthesegas, aus dem dann in einem Methanisierungsschritt ein mit Erdgas vergleichbares Gas erzeugt wird. Innerhalb des Vorhabens „Dezentrale Herstellung von SNG“ wird am Lehrstuhl für Energiesysteme der Technischen Universität München ein neues Verfahren zur Gasaufbereitung und Methanisierung von Produktgas aus einem allothermem Biomassevergaser entwickelt und getestet. Anschließend erfolgt die Projektdemonstration an einem vorhandenen Vergaser der Firma h s energieanlagen gmbh. Der sogenannte Heatpipe-Reformer (HPR®500) soll mit der SNG-Erzeugung gekoppelt werden. Der Prozess weist einen hohen Brennstoffausnutzungsgrad auf. Mit dem erzeugten synthetischen Erdgas kann daher Strom und Wärme mit geringen Emissionen bereitgestellt werden.
Mobile Versuchsanlage zur Ertragssteigerung in Biogasanlagen (VESBA) (FKZ: 03KB045A-C)

Im Verbundprojekt „VESBA“ werden an Biogasanlagen Messungen durchgeführt, um die Biogasgewinnung zu optimieren und die Betriebssicherheit zu verbessern. Neben einer neu entwickelten In-situ-Wasserstoffmessung werden die für den Biogasprozess praxisüblichen Messgrößen wie bsw. Gasertrag und -zusammensetzung, pH-Wert, die Kon¬zen¬trationen organischer Säuren u.a.m. simultan erfasst. Die Ergebnisse des Projektes führen zur Reduktion von CO2-Emissionen und können in naher Zukunft von KMU, die auf dem Gebiet der Mess- und Sensortechnik tätig sind, branchenübergreifend genutzt werden. Das Verbundvorhaben wird am Kurt-Schwabe-Institut für Mess- und Sensortechnik e.V. Meinsberg (KSI) in enger Kooperation mit dem TEB Ingenieurbüro Peter Zimmermann, Berlin, der Cordes+Winterberg GbR aus Biederitz und der elbe bioenergie GmbH, Stendal, bearbeitet.

Das Förderprogramm:
Das BMU hat im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative das Programm „Förderung von Forschung und Entwicklung zur klimaeffizienten Optimierung der energetischen Biomassenutzung“ aufgelegt. Gegenstand der Förderung sind Untersuchungen sowie Pilot- und Demonstrationsprojekte in sieben verschiedenen Themenfeldern: 1- Reststoffverwertung, 2 - Internationale Kooperationsvorhaben, 3 – Biomassevergasung, 4 – Biomethanstrategie, 5 – Bioenergiestrategie, 6 - Regionale Bioenergie, 7 – Strategieentwicklung Biomasse.
Das Deutsche BiomasseForschungsZentrum (DBFZ) ist innerhalb des Förderprogramms für die wissenschaftliche Begleitung (Projektkoordinatorin Diana Pfeiffer) zuständig. Mit der fachlichen und administrativen Koordination ist derProjektträger Jülich (PtJ) befasst.

Weitere finden Sie unter: http://www.energetische-biomassenutzung.de

Kontakt:
Deutsches BiomasseForschungsZentrum (DBFZ)
Angela Gröber – Öffentlichkeitsarbeit/Bereich Bioenergiesysteme
Torgauer Straße 116, 04347 Leipzig
Telefon: +49 (0) 341-2434-457
E-Mail: angela.groeber@dbfz.de

Antje Sauerland | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbfz.de

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