Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Effizientere Verbrennung fossiler Energieträger: Mehr Energie – weniger Asche

21.02.2014
Forscher der Universität Jena und der TU Bergakademie Freiberg starten Projekt HITECOM zur effizienteren Verbrennung fossiler Energieträger

Das kennt jeder, der schon einmal an einem gemütlichen Kaminfeuer gesessen hat: Sobald das wärmende Feuer erloschen ist, heißt es die Asche zu entsorgen. Ähnliches passiert auch, wenn Kohle in der Industrie zur Energiegewinnung verbrennt – übrig bleibt eine Menge Asche.


Stromgewinnung aus Kohle. Bei der herkömmlichen Verbrennung wird aber nur ein Teil der gespeicherten Energie genutzt. Im Projekt HITECOM wollen die Forscher den Weg zu effizienteren Verfahren ebnen.

Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

„Dieser Abfall zeigt, dass bei der herkömmlichen Verbrennung nur ein Teil der in der Kohle gespeicherten Energie genutzt wird“, sagt Prof. Dr. Stefan Nolte von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Angesichts der wieder steigenden Bedeutung des Energieträgers Kohle in Deutschland und des stetig wachsenden Energiehungers in den Industrie- und Schwellenländern seien daher neue, effizientere Verfahren zur Vergasung der Kohle gefragt, so der Physiker weiter. Für bisherige Verfahren, wie die sogenannte Wirbelschicht- und die Festbettvergasung, fehlen für die Weiter- und Neuentwicklung bislang fundierte Modellsysteme.

Die Prozesse während der Vergasung fossiler Energieträger im Detail zu studieren und so den Weg für eine effizientere Energieträgerwandlung zu ebnen, das ist das Ziel des soeben gestarteten Forschungsvorhabens HITECOM an der Universität Jena und der TU Bergakademie Freiberg. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt, das an den Zentren für Innovationskompetenz (ZIK) „ultra optics“ (Jena) und „Virtuhcon“ (Freiberg) angesiedelt ist, mit insgesamt rund 2,2 Millionen Euro.

HITECOM steht für „High Temperature Conversion Optical Measurement“. In dem gemeinsamen Projekt wollen die Forscher die an Brennstoffpartikeln ablaufenden Reaktionen und Veränderungen unter kontrollierten Laborbedingungen hochaufgelöst erfassen. Dazu simulieren sie den Vergasungsprozess und nutzen optische in-situ Messtechniken, um Hochtemperatur-Konversionsprozesse abzubilden und realitätsnah zu beschreiben. „Davon versprechen wir uns, erstmals die vorhandenen numerischen Modelle dieser komplexen Vorgänge experimentell zu validieren, aus denen dann eine effiziente Strategie zur Weiterentwicklung entsprechender Technologien hervorgehen kann“, so Projektleiter Dr. Roland Ackermann vom Institut für Angewandte Physik der Uni Jena. Neben dem Einfluss des Drucks und der Temperatur wollen die Forscher aus Jena und Freiberg auch den Einfluss der Strömungsgeschwindigkeit der Gase eingehend untersuchen.

Die Forscher am ZIK „ultra optics“ um Prof. Nolte und Dr. Ackermann werden sich im Rahmen des Projekts auf die Entwicklung der optischen in situ-Messtechnik konzentrieren. Mit ihrer Hilfe wird es möglich sein, bislang nicht zugängliche Parameter der Vergasung unter hohem Druck und hoher Temperatur bei hoher räumlicher Auflösung zu messen. Darüber hinaus wird mit „fs-CARS“ ein Spektroskopieverfahren entwickelt, welches für ein verbessertes Verständnis der Moleküldynamik in Gasgemischen sorgen soll.

Kontakt:
Prof. Dr. Stefan Nolte
Institut für Angewandte Physik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Albert-Einstein-Straße 15, 07745 Jena
Tel.: 03641 / 947820
E-Mail: stefan.nolte[at]uni-jena.de
Dr. Stefan Guhl
Technische Universität Bergakademie Freiberg
Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen
Fuchsmühlenweg 9, Haus 1, 09596 Freiberg
Tel.: 03731 / 394485
E-Mail: Stefan.Guhl[at]iec.tu-freiberg.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht IT-Kühlung: So schaffen Kleinbetriebe den Sprung in die IT-Profiliga
23.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Plug & Play: Drei auf einen Streich
29.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise