Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Effiziente Leichtbaumotoren für Elektrofahrzeuge

11.07.2013
Zur flächendeckenden Realisierung der Elektromobilität ist die kostengünstige und flexible Produktion effizienter elektrischer Antriebstechnik integraler Bestandteil.

Unter anderem können neue Leichtbaukonzepte das Fahrzeuggewicht senken und somit den Energieverbrauch beim Beschleunigen reduzieren. Neben den bisherigen Leichtbaubereichen, wie der Karosserie, wird es künftig auch um die Gewichtsoptimierung des Elektromotors gehen. Serienfähige Produktionstechnologien zu entwickeln, ist Ziel des Projektes „ProLeMo“, an dem das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt ist.

Während derzeitige stationäre Elektromotoren bereits einen hohen Wirkungsgrad von bis zu 95 Prozent aufweisen, ist die Realisierung einer stückzahl- und variantenflexiblen Serienproduktion noch eine große Herausforderung für die Produktionstechnik. Gleichzeitig geht es darum, das Verhältnis von Motorleistung zu Motorgewicht – das Leistungsgewicht – zu steigern und so zur Reduzierung des Fahrzeuggewichts beizutragen. „Hierzu müssen einerseits neue Werkstoffe in die Motoren integriert werden und andererseits muss eine vereinfachte Fertigung für die Motorkomponenten erreicht werden“, erläutert Manuel Peter vom wbk Institut für Produktionstechnik am KIT. Zur Lösung dieser Herausforderungen setzt das Verbundprojekt ProLeMo mit Partnern aus Unternehmen und Wissenschaft auf einen ganzheitlichen und umfangreichen Ansatz der interdisziplinären Bearbeitung. Ziel ist die Steigerung des Leistungsgewichts von Elektromotoren bei einer gleichzeitigen Vereinfachung der Fertigungsprozesse.

Das wbk untersucht in ProLeMo Lösungen für den Einsatz von faserverstärktem Kunststoff im Elektromotor. In den kommenden drei Jahren bauen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die dazu notwendige Prozesskette zur Fertigung eines Demonstrators auf. Dadurch sollen die betrachteten Motorkomponenten Rotor, Stator und Gehäuse mit integrierter Kühlung hergestellt werden können. Das Institut für Fahrzeugsystemtechnik (FAST) entwickelt die Bauteile aus Faserverbundwerkstoffen, und stellt durch den Einsatz moderner Simulationswerkzeuge sicher, dass sie den Anforderungen gewachsen sind.

Im Projekt decken die beteiligten Partner alle dazu benötigten Kompetenzen ab. Verbundkoordinator ist das Unternehmen WITTENSTEIN cyber motor GmbH, das auf die Entwicklung und Fertigung von permanenterregten Hochleistungs-Synchronmotoren spezialisiert ist. Im Bereich der Spritzgießtechnik arbeitet die ARBURG GmbH + Co KG an der Verwendung alternativer, spritzgießbarer Werkstoffe für Motorkomponenten mit. Für Zerspanungsaufgaben sowie die Faserablage sind die INDEX-Werke GmbH & Co. KG Hahn & Tessky im Bereich der Drehmaschinen und Dreh-Fräs-Zentren am Projekt beteiligt. Die Prozess- und Maschinenentwicklung zur Fertigung der benötigten Spulen übernimmt die Aumann GmbH. Forschungsseitig unterstützt das Institut für Produktionstechnik (wbk) und das Institut für Fahrzeugsystemtechnik (FAST) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) das auf drei Jahre ausgelegte Projekt.

Gefördert wird das Forschungsprojekt mit einem Gesamtvolumen von 3,3 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) mit 1,7 Millionen Euro. Projektträger ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Nähere Informationen finden Sie unter www.prolemo.de

Das Zentrum Mobilitätssysteme bündelt die fahrzeugtechnischen Aktivitäten des KIT: An den methodischen und technologischen Grundlagen für die Fahrzeuge der Zukunft arbeiten derzeit knapp 40 Institute mit rund 800 Mitarbeitern. Ziel ist es, Konzepte, Technologien, Methoden und Prozesse für die Mobilität der Zukunft zu erarbeiten. Die Wissenschaftler berücksichtigen dabei das komplexe Zusammenspiel von Fahrzeug, Fahrer, Verkehr, Infrastruktur und Gesellschaft.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Thematische Schwerpunkte der Forschung sind Energie, natürliche und gebaute Umwelt sowie Gesellschaft und Technik, von fundamentalen Fragen bis zur Anwendung. Mit rund 9000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter knapp 6000 in Wissenschaft und Lehre, sowie 24 000 Studierenden ist das KIT eine der größten Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Monika Landgraf | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Gut sortiert: Schüttgutanlagen werden klüger
30.03.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften
29.03.2017 | Technische Universität Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE