Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EcoGuru: Mobilität nachhaltig managen

12.05.2014

Projekt InFlott – Integriertes Flottenladen startet Pilotbetrieb des Fraunhofer-Fuhrparks in Stuttgart

Wie lassen sich elektromobile Fuhrparkflotten ökonomisch und ökologisch optimal betreiben? Dieser Frage geht das Fraunhofer IAO sowie das kooperierende Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart gemeinsam mit der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Energy Solution Center (EnSoC e.V.), GIGATRONIK Stuttgart GmbH, Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg mbH, SWARCO Traffic Systems GmbH und der Universität Stuttgart im Projekt InFlott – Integriertes Flottenladen nach.


EcoGuru

Ludmilla Parsyak, © Fraunhofer IAO

Mit »EcoGuru« steuert ab sofort eine intelligente Software den Einsatz des Fraunhofer-Fuhrparks – vom Buchen bis zum Laden der Fahrzeuge.

Um sich in der Breite durchzusetzen, muss Elektromobilität zukünftig nicht nur umweltschonend, wirtschaftlich und praktikabel sein, sondern auch Anreize schaffen. Wie sich diese unterschiedlichen Ziele in elektromobilen Fuhrparkflotten umsetzen lassen, untersucht das Fraunhofer IAO zusammen mit EnBW, Enscoc, Swarco, PWB und Gigatronik im Projekt InFlott – Integriertes Flottenladen, einem von 40 Forschungsprojekten des Schaufensters LivingLab BWe mobil. Die Basis dafür bildet ein integriertes Flotten- und Lademanagement, das die Projektpartner gemeinsam entwickeln, um dieses anschließend in den Landesfuhrparks zu evaluieren.

»EcoGuru« erkennt und belohnt grünes Fahrverhalten

Mit dem Start des intelligenten Mobilitätsmanagementsystems »EcoGuru« im Fraunhofer-Forschungsfuhrpark Stuttgart ist nun das Herzstück des Projekts InFlott in den Testbetrieb gegangen. EcoGuru ist eine Software, die alle Daten aus den Fahrzeugen und Ladesäulen in Echtzeit erfasst und auswertet. Telematik-Einheiten in den Fahrzeugen liefern beispielsweise Informationen zum Batterieladezustand, zum aktuellen Energieverbrauch oder zur verbleibenden Restreichweite. Auf Basis dieser Informationen bietet das System dem Fahrer über spielerisch gestaltete Prozesse genau die Fahrzeuge an, die sowohl dessen Anforderungen abdecken als auch die umweltschonendste Alternative darstellen.

Für umweltbewusste Entscheidungen gibt es Punkte, die der Fahrer z. B. für »Corporate Car Sharing« eintauschen darf, d.h. er kann sein Lieblingsfahrzeug der Flotte privat nutzen. Kavivarman Sivarasah, der das EcoGuru-System am Fraunhofer Anwendungszentrum KEIM entwickelt hat, verdeutlicht die Vorteile der Software: »Vergleichbar zu einem Smartphone können Apps wie Energiemanagement, Flottenmanagement oder zukünftig auch ein ÖPNV-Mobilitätsmix in die EcoGuru-Benutzerschnittstelle integriert werden. Je nachdem, ob man sich als Flottenmanager, Energiemanager, Administrator oder Mitarbeiter einloggt, sind spezielle Apps für das entsprechende Nutzerprofil zugänglich.«

Durch Verbrauchsprognosen die Strombereitstellung vereinfachen

Neben dem intelligenten Lademanagement bietet EcoGuru auch Prognosen des Ladestromverbrauchs, die zukünftig eine optimierte Strombereitstellung ermöglichen sollen. Dazu erforschen EnBW und Fraunhofer IAO im Projekt InFlott eine Schnittstelle zwischen dem System »EcoGuru« und den EnBW-Systemen zur intelligenten Strombereitstellung (dem sogenannten »Virtuellen Kraftwerk«). »Für uns als Energieversorger stellen Fahrzeugflotten mit Elektrofahrzeugen flexible dezentrale Stromverbraucher dar. Diese sind theoretisch dazu in der Lage, durch intelligente Steuerung ihres Ladeverhaltens auf die stetig variierenden Bedingungen und Anforderungen des Stromversorgungssystems zu reagieren«, sagt Thorsten Niehaus von der EnBW und Projektleiter von InFlott. Das tatsächlich realisierbare Potenzial intelligenter Ladesteuerung wird im Projekt auf Basis von Pilotsystemen erforscht.

Smarte Schnittstelle für vielfältige Forschungsaktivitäten

Die Ladeinfrastruktur und die Elektroflotte am Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart zählen zu den größten und modernsten bundesweit. Das »Living Lab eFleet« stellt nicht nur für die Projektpartner von InFlott das ideale Forschungsumfeld dar, in dem die Projektpartner das Mobilitätssystem unter realen Bedingungen testen können – vom Prototyp bis zum fertigen Produkt. Mit EcoGuru haben das Fraunhofer IAO sowie das kooperierende IAT der Universität Stuttgart auch einen zentralen Baustein rund um ihre Forschungen in den Bereichen Energiemanagement und Elektromobilität entwickelt. Das Mobilitätssystem steuert Erzeuger und Verbraucher im intelligenten Stromnetz »Micro Smart Grid«, das momentan auf dem Parkhaus des Fraunhofer-Institutszentrums entsteht. Dieses umfasst auch erneuerbare Energieerzeuger wie Windkraft und Photovoltaik- Elemente sowie Pufferspeicher.

Übergeordnetes Ziel des Projekts InFlott ist es zu zeigen, dass Fahrzeugflotten ein wettbewerbsfähiges Einsatzfeld für E-Fahrzeuge sind – klimafreundlich und mit hohem Nutzerkomfort. Gleichzeitig wird gezeigt, dass eine sinnvolle Integration der Ladevorgänge von E-Fahrzeugflotten in das zukünftige Energieversorgungssystem – mit hohem Anteil erneuerbarer Energien – möglich ist. Das Projekt ist am 1. Januar 2013 gestartet und endet am 31. Dezember 2015.

Ausblick: EcoGuru von der Forschung in die Anwendung bringen

Damit Unternehmen und Institutionen EcoGuru künftig für das Management ihres elektromobilen Fuhrparks einsetzen können, soll das Mobilitätssystem nach dem Auftakt im Forschungs-Parkhaus des Fraunhofer-Institutszentrums so schnell wie möglich auch an weiteren Standorten evaluiert werden. Dafür vorgesehen ist im nächsten Schritt der elektromobile Fuhrpark des Regierungspräsidiums Stuttgart. Dieses sieht sich als Vorreiter der umweltfreundlichen Mobilität: »Unser Fuhrpark hat einen Flottendurchschnitt von nur 122 g CO2/km. Darüber hinaus betreiben wir derzeit sechs Elektromobile «, sagt Regierungsvizepräsident Dr. Christian Schneider. Weitere drei herkömmlich betriebene Fahrzeuge könnten nach einer Potenzialanalyse des Fraunhofer IAO auf alternative Antriebe umgestellt werden. »Wir leisten damit bereits jetzt einen aktiven Beitrag zum Schutz der Umwelt und sorgen für eine breitere Akzeptanz umweltschonender Antriebsformen«, so Dr. Schneider weiter. Diese würden von den Mitarbeitern gut angenommen. Durch gezielte Ersatzbeschaffungen im Leasing sorge das Regierungspräsidium für einen aktuellen Stand der Technik in seiner Flotte und nutze auch Downsizing bei den geleasten Fahrzeugen zur Verringerung des CO2-Ausstoßes.

Weiterhin ist der Einsatz im öffentlichen Bereich der Hofdienergarage Stuttgart geplant. Die Ladesäulen in der Hofdienergarage werden am 21. Mai 2014 in Betrieb genommen. Dabei sollen zum einen spezielle EcoGuru-Apps zum Einsatz kommen, welche die dort bestehenden Prozesse unterstützen. Zum anderen sollen weitere Zielgruppen für das System EcoGuru getestet werden.

Ansprechpartner
Dionysios Satikidis
Anwendungszentrum KEIM
Fraunhofer IAO
Flandernstr. 101
73732 Esslingen am Neckar, Germany
Telefon +49 711 970-2109
E-Mail dionysios.satikidis@iao.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

http://www.iao.fraunhofer.de/lang-de/geschaeftsfelder/mobilitaets-und-stadtsyste...

Juliane Segedi | Fraunhofer-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Geräteschutzschalter erfüllt NEC Class 2
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Elektronikgehäuse für Anzeigeeinheiten
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften