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E-Mobilität für Ballungsräume

20.03.2012
Verkehr ohne Lärm und Luftschadstoffe - das ist wohl der Traum jedes Stadtbewohners.
Elektrofahrzeuge könnten schon in naher Zukunft zur Verwirklichung dieses Traumes beitragen. Das Schaufenster „ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET", mit dem sich führende Unternehmen aus Bayern und Sachsen mit Unterstützung der beiden Freistaaten für ein Schaufenster Elektromobilität des Bundes bewerben, wird sich in einem seiner fünf Schwerpunkte mit urbaner Mobilität, also der Elektromobilität in verdichteten Siedlungsräumen und den damit verbundenen Chancen und Herausforderungen auseinandersetzen.

Wesentliche Inhalte der Skizze für die Schaufensterbewerbung Elektromobilität Bayern-Sachsen gehen dabei in vielen Punkten mit dem europäischen Aktionsplan „Urbane Mobilität" konform. So spricht dieser ebenfalls von dem übergeordneten Ziel „smarter urban mobility" und weist in vielen Zielen und Maßnahmen - darunter die Optimierung der urbanen Verkehrssysteme oder der Logistik- und Transportsysteme - eine komplementäre Ausrichtung auf. Aufbauend auf dem europäischen Aktionsplan initiierte Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer einen Diskussionsprozess zum Entwurf des deutschen Weißbuchs „Innenstadt - Starke Zentren für unsere Städte und Gemeinden". Vorgestellt im Juni 2011 enthält dieses ebenfalls ergänzende Ziele in einem seiner Schwerpunkte „Mobilität in Innenstädten". Die Stärkung der Innenstädte ist zudem ein formuliertes Ziel des aktuellen Koalitionsvertrages.

Eines der übergeordneten Ziele des Schaufensters ist es, mithilfe der eingereichten Projekte den Einsatz von Elektrofahrzeugen für Nutzer aus Innenstadtgebieten attraktiv zu gestalten. In diesem Zusammenhang sind vor allem die Stadt- und Verkehrsplaner einbezogen, um für unterschiedliche Nutzergruppen Konzepte und Lösungen zu generieren. Darüber hinaus haben sich mehrere starke Partner in München (Audi, BMW, E.ON, Stadtwerke München, Siemens sowie einige öffentliche Institutionen) in einem Projekt zusammengefunden mit dem Ziel, ganzheitliche anwendungsorientierte Lösungen hinsichtlich Infrastruktur und Mobilität zu erarbeiten. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in ihrer Gesamtheit in die Schaffung eines Leitmarktes Elektromobilität für Deutschland mit einfließen. Als konkrete Umsetzung können dabei beispielsweise die Schaffung von Park- und Lademöglichkeiten für Anwohner, Parkraumbewirtschaftung und Park & Ride-Angebote angeführt werden.

Bildnachweis: BMW Group/von Salomon

Ergänzend wird in einem weiteren Projekt eine Optimierung bestehender Ladetechnologie und deren Netzintegration durch die Entwicklung neuer Konzepte für Ladeinfrastrukturlösungen (z.B. für Parken im öffentlichen Straßenraum in München und Leipzig) angestrebt. Geplant ist weiterhin die Zusammenarbeit mit Stadtentwicklungsprojekten in Dresden und Leipzig, wobei Synergien zur Erstellung eines Praxisleitfadens in Bezug auf Elektromobilität im öffentlichen Raum genutzt werden.

Unter anderem findet dabei die Weiterentwicklung der Elektromobilität im ÖPNV bei den Dresdner und Leipziger Verkehrsbetrieben gemeinsam mit den Fahrzeugherstellern statt. Dies wird durch eine intensive und praxisnahe wissenschaftliche Begleitforschung ergänzt. Anvisierte Ziele sind eine zusätzliche Erhöhung der Energieeffizienz und die Erschließung weitere Kraftstoffeinsparpotentiale im Linienbetrieb. In Zukunft ist in beiden Städten je eine rein elektrische Buslinie geplant. So ergänzen innovative Busse mit geräusch- und abgasarmen Motoren das elektrische Straßenbahnnetz und machen den ÖPNV in Dresden und Leipzig weiter zukunftsfähig.

Diese Projekte sowie die sich daraus ergebenden verbesserten Rahmenbedingungen für die e-Mobilität, liefern wiederum wichtige Ergebnisse für die Anbindung des Verkehrs in der Peripherie urbaner Räume. Beispielsweise für die Förderung des e-mobilen Pendelverkehrs durch das Stärken von Akzeptanz und Vertrauen in die neuen Technologien. Etablierung und das eigene Erleben von Elektromobilität in e-Car-Sharing-Flotten ist ein zusätzlicher zu realisierender Lösungsansatz. Weitere Nutzergruppen, die in entsprechenden Projekten berücksichtigt werden, sind Wirtschafts- und Güterverkehr mit ihren speziellen logistischen Anforderungen.

Hintergrundinformationen
Am 16. Januar 2012 haben in München führende Unternehmen aus Bayern und Sachsen unter Beteiligung führender Vertreter der beiden Freistaaten ihre gemeinsame Bewerbung für ein „Schaufenster Elektromobilität" des Bundes eingereicht. Ziel des Bundes ist, in drei bis fünf Regionen Deutschlands die unterschiedlichen Anforderungen der Elektromobilität zu erproben. Damit sollen die Schaufenster einen Beitrag zur Entwicklung der Elektromobilitäts-Leitanbieterschaft und des Elektromobilitäts-Leitmarktes Deutschland leisten.

Im Schaufenster Bayern-Sachsen mit dem Leitmotto „ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET" sind insgesamt rund 80 Projekte vorgesehen, die ein Projektvolumen von rund 200 Millionen Euro umfassen. Die Projekte sind an den Schnittstellen von Elektrofahrzeug, Energiesystem und Verkehrssystem ausgerichtet und lassen sich in fünf exemplarische Bereiche unterteilen:

Langstreckenmobilität entlang der Achse München-Leipzig
Urbane Mobilität - Elektromobilität in verdichteten Siedlungsgebieten
Ländliche Mobilität - Abdeckung der Mobilitätsbedürfnisse in ländlichen Regionen
Internationale Verbindungen - Internationale Sichtbarkeit und Langstreckenmobilität in Zusammenarbeit mit Österreich
Aus- und Weiterbildung - Fundament für eine zukunftsorientierte Ausrollung der Elektromobilität in Bayern-Sachsen

Elektromobilität ist mehr als reine Antriebstechnologie. Sie ist ein ganzheitliches, nachhaltiges und zukunftsfähiges Mobilitätskonzept für unterschiedlichste Nutzergruppen und Verkehrssituationen. Elektromobilität trägt zu Klima- und Umweltschutz bei und hat essenzielle Bedeutung für die deutsche Wirtschaft.

Christoph Kirsch | Bayern Innovativ
Weitere Informationen:
http://www.elektromobilität-verbindet.de
http://www.bayern-innovativ.de

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