Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Durchbruch bei Forschung zu synthetischem Sprit

20.12.2013
Kiefernholz-Verwertung soll Herstellung billiger und effizienter machen


West Lafayette (pte/20.12.2013/06:10) Forscher der amerikanischen Purdue University http://purdue.edu haben wichtige Fortschritte bei der Forschung zur Herstellung synthetischen Treibstoffs aus roher Biomasse gemacht. In einem Test gelang ihnen die Konversion großer Partikel von Kiefernholz-Kohle in einem Vergasungsprozess.

"Im Gesamtzusammenhang betrachtet, ist diese Forschung ein Beitrag zum Erreichen einer nachhaltigeren Wirtschaft mit synthetischem Treibstoff", sagt Indraneel Sircar, Co-Autor des wissenschaftlichen Reports zu den Versuchsergebnissen, die im März im Journal "Fuel" veröffentlicht werden.

Weniger Erdöl-Abhängigkeit

Die Experimente im Forschungslabor der Universität fokussieren auf die Klärung der Vorgänge, wie Biomasse in speziellen Vergasungsreaktoren zerfällt. "Die Ergebnisse zeigen, dass die Vergasungsrate für relativ große Partikel vergleichbar ist mit den Resultaten von Laborstudien, bei denen viel kleinere Partikel verwendet wurden", erklärt Sircar. Zurzeit werden synthetische Treibstoffe Benzin und Kerosin beigemischt, um Leistungssteigerungen bei der Anwendung in Autos und Flugzeugen zu erzielen.

Neue Technologien wären sehr nützlich, um die Kosten für die Herstellung dieser Mischungen zu senken und die Effizienz zu erhöhen. Studien-Autor Jay Gore ist angesichts der neuen Erkenntnisse sehr optimistisch: "Diese Untersuchung, insbesondere in Hinblick auf das überall erhältliche Kiefernholz, bringt uns einen Schritt weiter auf dem Weg, dieses Material zur Massenproduktion von synthetischem Treibstoff zu verwenden. Dieser ist dann für die US-Verkehrstransport-Infrastruktur nutzbar und kann so unsere Abhängigkeit von Erdöl reduzieren."

Herstellung auch aus Abfall

Die Experimente sollen auch Möglichkeiten aufzeigen, wie die Herstellung von synthetischen Treibstoffen mit weniger Kohlendioxid als bei konventionellen Methoden erfolgen kann, während gleichzeitig die erzeugte Menge von Treibstoff steigen soll. Dies wollen die Forscher erreichen, indem sie Wasserstoff in den Kohle-Biomasse-Reaktor hinzufügen - auch eine Technik, die in der Purdue University entwickelt wurde. Bereits 2009 hatten Forschungsergebnisse gezeigt, dass mit dieser Vorgehensweise Kohlendioxid um 40 Prozent zurückgeht.

Die vorliegende Untersuchung ist Teil eines größeren Vorhabens an der Universität, um ein System zu entwickeln, um große Mengen synthetischen Treibstoffs aus landwirtschaftlichen Abfallprodukten, Kohle oder anderer Biomasse herzustellen, die dann in ein Gas umgewandelt werden, so dass sie schließlich in flüssigen Treibstoff konvertierbar sind. In die Forschung fließen auch Erkenntnisse aus der Luft- und Raumfahrttechnik ein. Finanziert wird das Vorhaben von der US Air Force.

Hubertus Müller | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://purdue.edu

Weitere Berichte zu: Biomasse Kiefernholz-Kohle Kohlendioxid Sprit Treibstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Digitale Messtaster von WayCon – höchst präzise und vielseitig einsetzbar
14.11.2017 | WayCon Positionsmesstechnik GmbH

nachricht FAU-Forscher entwickeln neues Materialsystem für effiziente und langlebige Solarzellen
10.11.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie