Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Drahtlose Sensornetze für das Umweltmonitoring

19.04.2012
BTU Cottbus und IHP nutzen gemeinsames Know-how

Ergebnisse angewandter Forschung, die ein bestimmtes, oft technisches Problem lösen sollen, bieten die Möglichkeit, neue Produkte und Dienstleistungen anzubieten.

Die Miniaturisierung in der Elektronik macht hierbei gleich viele neue Anwendungsbereiche möglich. Kleinstrechner mit integrierter Sensorik und Funkkommunikation - oft auch als Sensorknoten bezeichnet - sind vielseitig, machen die Welt erfassbar und können Aufschluss über komplexe Umwelteinflüsse und potentielle Gefahren geben. Obwohl in vielen Aspekten selbst noch Forschungsgegenstand, werden drahtlose Sensornetze zunehmend genutzt und sollen in naher Zukunft auch kommerziell großflächig einsetzbar sein.

Im Verbundprojekt Sens4U (Sensorknoten für Umweltmonitoring), das mit einem Gesamtvolumen von ca. 1,8 Mio. € vom BMBF gefördert wird, soll das wirtschaftliche Potential drahtloser Sensornetze für das Umweltmonitoring in der Lausitz untersucht und entwickelt werden. Die Initiative wird im Rahmen des BMBF Programms „Unternehmen Region“ als Wachstumskern-Potential-Projekt gefördert. Ziel ist es, dies als Vorstufe zur Einrichtung eines neuen BMBF geförderten Wachstumskern-Projektes zu etablieren.

Im Verbund-Projekt arbeiten seit dem 1. April 2012 die BTU Cottbus, das IHP in Frankfurt (Oder) und vier mittelständische Firmen aus der Region (Philotech GmbH, GST Gesellschaft für System- und Tankanlagentechnik mbH, Ezent GmbH, sowie das Büro für biologische Erfassungen und ökologische Studien Martschei BIOM) an einem großflächigen Demonstrator für das Umweltmonitoring.
Dieser besteht aus hochintegrierten, drahtlosen Sensorknoten, unterschiedlichen Sensoren, Stromversorgungen sowie Gateways zum Internet. Auf einer Internetseite werden verschiedene Softwaremodule für die Datensicherung, Datenaufbereitung und Datenauswertung im Demonstrator zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse der Arbeit sollen in Produkte für das flexible Umweltmonitoring einfließen und von den beteiligten Firmen auf unterschiedlichen Wertschöpfungsebenen angeboten werden.

„Die Forschungsarbeit am IHP im Bereich der Entwicklung von energiesparenden, sicheren drahtlosen Sensornetzen bilden die Grundlage für die produktnahe Weiterentwicklung im Rahmen von Sens4U“, so Prof. Rolf Kraemer, Lehrstuhlinhaber Systeme an der BTU und Abteilungsleiter System Design am IHP, und weiter: „Mit diesem gemeinsamen Projekt wird die Fortsetzung der grundlegenden Forschung der BTU und des IHP‘s wirtschaftsnah möglich sein. Zusätzlich wird die studentische Ausbildung praxisnah und auf qualitativ hohem akademischem Niveau durchgeführt“.

Prof. Nolte, BTU-Lehrstuhlinhaber Verteilte Systeme/Betriebssysteme, ergänzt: „Die Vorarbeiten der BTU im Bereich der Betriebssysteme ermöglichen schon heute eine Integration in die IHP-Sensorknoten. Zusätzlich wird durch den Lehrstuhl für Hydrologie praxisnahes Umweltmonitoring als Erfahrung eingebracht. Die Weiterentwicklung dieses Know-hows zu wirtschaftlich nutzbaren, attraktiven Lösungen ist der nun anstehende Schritt im Förderprojekt Sens4U.“

Hintergrund:
Das IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik in Frankfurt (Oder) und die BTU Cottbus betreiben seit 2000 ein gemeinsames Labor. Die kooperative Forschungstätigkeit unter Einbeziehung der Studierenden richtet sich insbesondere auf bisher ungenutzte Eigenschaften des Siliziums für neue Einsatzgebiete. Das Know-how des IHP liegt hierbei in der Forschung und Entwicklung von siliziumbasierten Systemen, Höchstfrequenz-Schaltungen und -Technologien einschließlich neuer Materialien. Es erarbeitet innovative Lösungen für Anwendungsbereiche wie die drahtlose und Breitbandkommunikation, Luft- und Raumfahrt, Biotechnologie und Medizin, Automobilindustrie, Sicherheitstechnik und Industrieautomatisierung.

Kontakt:
Prof. Dr. Rolf Kraemer, IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik, Tel. (0335) 5625 345, Email: kraemer@ihp-microelectronics.com, http://www.ihp-microelectronics.com
Prof. Dr. Jörg Nolte, BTU Cottbus, Tel. (0355) 69-3284,
Email: jon@informatik.tu-cottbus.de

Katrin Juntke | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-cottbus.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Licht ermöglicht „unmögliches“ n-Dotieren von organischen Halbleitern
23.11.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Leistungsfähigere und sicherere Batterien
23.11.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

23.11.2017 | Geowissenschaften

Leistungsfähigere und sicherere Batterien

23.11.2017 | Energie und Elektrotechnik

Ein MRT für Forscher im Maschinenbau

23.11.2017 | Maschinenbau