Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Do-it-yourself-Baukasten für die Soft-Robotik

12.03.2015

Nachgiebig soll er sein und weich: der Roboter, der direkt mit Menschen zusammenarbeitet. Konventionelle Systeme sind dafür bisher zu unflexibel. Vielversprechende Lösungen sehen IPA-Wissenschaftler in der sogenannten Soft-Robotik. Für ein sicheres nachgiebiges Robotersystem haben sie Hardwaremodule entwickelt und diese als Baukasten der Öffentlichkeit bereitgestellt. Robotik-Forscher und -Entwickler können mit den Komponenten schnell und einfach eigene Robotersysteme umsetzen und dabei von dem Wissen einer wachsenden Entwickler-Community profitieren.

Mit dem Baukasten lassen sich Robotersysteme aufbauen, deren Komponenten biologischen Gliedern wie Armen und Beinen in Bauweise und Funktion nachempfunden sind.


Aufbau und Testen eines einfachen Roboter-Arms mit dem Myorobotics Baukasten am Fraunhofer IPA.

Quelle: Christian Hass Fotodesign


Zusammenbau der Hardwarekomponenten von unerfahrenen Nutzern während eines vom Myorobotics Projekt organisierten Ereignisses. Damit konnte die einfache Verwendbarkeit des Systems bestätigt werden.

Quelle: Fraunhofer IPA

Sie haben karbonverstärkte »Knochen«, auf denen »Zugmuskeln« platziert werden, deren Kräfte über ein ausgeklügeltes System von »Sehnen« auf »Gelenke« übertragen werden. Durch Sensoren und eine lokale Signalverarbeitung können die Systeme Reize wahrnehmen und reflexähnlich auf ihre Umwelt reagieren.

Die Vorteile nachgiebiger Systeme

Wie bei ihrem menschlichen Vorbild können die Roboter Kraft speichern und Stöße abfedern. So sind sie für den Umgang mit unvorhergesehenen Einflüssen aus dem Umfeld, beispielsweise wenn sie von Hand bedient werden, ausgelegt und ermöglichen eine angenehmere und sicherere direkte Interaktion. Zukünftig kann diese Technologie in Bereichen, in denen Menschen und Maschinen gemeinsam agieren, wie der Haushalts- oder Rehabilitationsrobotik, genutzt werden.

Der Baukasten ist einsatzbereit

Das nach biologischem Vorbild inspirierte Robotersystem ist das Ergebnis des EU-Projekts »Myorobotics«, bei dem das Fraunhofer IPA für die Entwicklung der Hardware verantwortlich war. Im Februar 2015 endete das Projekt nach dreijähriger Laufzeit. Mit dem einsatzbereiten Baukasten haben die Wissenschaftler das Projekt erfolgreich abgeschlossen. Jetzt geht es darum, das Konzept einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen sowie die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten aufzuzeigen und auszubauen.

Interessenten können ab Mitte März die technologischen Grundlagen wie z. B. Dateien für den 3D-Druck und die Bauanleitung für die Robotersysteme frei im Internet abrufen. Alternativ sollen auch fertige Hardwarekomponenten erworben werden können.

Breiter Anwenderkreis erwartet

Bei der Materialauswahl für den Baukasten haben die Wissenschaftler darauf geachtet, dass alles leicht verfügbar ist. Zudem sind die Robotersysteme einfach zusammenzubauen, sowie kostengünstig und modular aufgebaut, sodass die Anwender sie je nach individuellem Bedarf zusammenstellen können.

Weil die Systeme leicht konfigurierbar und einfach handhabbar sind, ist nur wenig Robotik-Fachwissen erforderlich. Diese Eigenschaften machen die Systeme über die Robotik hinaus für einen größeren Anwenderkreis in der Forschung und Entwicklung interessant.

»Je größer der Anwenderkreis ist, umso mehr Rückmeldungen erhalten wir aus der Praxis«, freut sich Christophe Maufroy, Projektverantwortlicher am Fraunhofer IPA, auf die hoffentlich zahlreichen Erfahrungsberichte.

»Das Ziel ist es, unser Know-how zu erweitern und die Technologie immer weiter auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Anwender anzupassen«, ergänzt Maik Siee, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung »Roboter- und Assistenzsysteme«, im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung.

Die nächste Veranstaltung zum Thema »Soft-Robotik – Antriebstechnologien« findet am 12. Juni 2015 statt: www.ipa.fraunhofer.de/veranstaltung_soft-robotik.html

Weitere Informationen:
www.myorobotics.eu 

Fachliche Ansprechpartner
Dr. Christophe Maufroy | Telefon +49 711 970-1167 | christophe.maufroy@ipa.fraunhofer.de | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Maik Siee | Telefon +49 711 970-1603 | maik.siee@ipa.fraunhofer.de | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA | www.ipa.fraunhofer.de

Pressekommunikation
Jörg-Dieter Walz | Telefon +49 711 970-1667 | presse@ipa.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA | Nobelstraße 12 | 70569 Stuttgart

Redaktion
Karin Röhricht | Telefon +49 711 970-3874 | karin.roehricht@ipa.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

http://www.ipa.fraunhofer.de/veranstaltung_soft-robotik.htmlhttp://www.myoroboti...

Jörg-Dieter Walz | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Graduiertenschule HyPerCells entwickelt hocheffiziente Perowskit- Dünnschichtsolarzelle
17.08.2017 | Universität Potsdam

nachricht Lasersensoren LAH-G1 – Optische Abstandssensoren mit Messwertanzeige
15.08.2017 | WayCon Positionsmesstechnik GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie